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“Coconut Hero” und die Odyssee des Erwachsen-werdens

Das ist der zweite Film von Florian Cossen, Gewinner des großen Preises bei SANFIC 7 mit „Das Lied in mir“. Dieses Mal ist es eine Geschichte eines einsamen Jugendlichen in Kanada, die mit viel Zärtlichkeit aber auch einer guten Dosis schwarzen Humor erzählt wird. Den Film werden wir bei SANFIC 12 sehen können.
 

Coconut Hero © Majestic

Auch wenn es nur einer von hundert Personen misslingt, Selbstmord mit einem Schuss in den Kopf zu begehen, dann ist das der Fall von Mike Tyson, einem 16-jährigen, dessen Leben eine Reihe von Reinfällen zu sein scheint. Er hat eine heftige Mutter, einen ihm unbekannten Vater, und ist der unbeliebteste Junge Faintvilles, einem kleinen, ländlichen Dorf inmitten kanadischer Wälder.

Der Regisseur Florian Cossen hatte schon an dieses Projekt gedacht, als er das Festival SANFIC 7 mit Das Lied in mir gewann. Die Senior-Kuratorin des Sundance Festivals, Shari Frilot, war Teil der Jury, die ihm den Preis für den Besten Film übergab und so kam es, dass Coconut Hero in den Sundance-Ateliers zu Ende geschrieben wurde. Es ist der zweite Film des jungen Regisseurs, der aufgrund der Diplomaten-Karriere seines Vaters in vielen Ländern gelebt hat, unter anderem auch Kanada. Er war schon immer beeindruckt von der Einsamkeit des ländlichen Lebens, und dort spielt die Geschichte von Mike Tyson, der andere Mike Tyson, ein Jugendlicher, der seinen Platz in der Welt nicht findet. Deswegen entschließt er, sich das Leben zu nehmen. Aber – zur Abwechslung – misslingt ihm der Versuch und er muss sich entscheiden, wie er seine Existenz in Angriff nimmt.

Das Drehbuch ist von Elena von Saucken, gleichzeitig Autorin von Das Lied in mir und Ehefrau von Cossen. Die deutschen Kritiker begrüßten diesen Film mit Applaus, und definierten ihn als „einen deutschen Indie-Film“. Sicher, er hat das Flair von Filmen wie Little Miss Sunshine, mit herzlichen Figuren, trotz ihrer offensichtlichen Dysfunktionen. Auch der Soundtrack ist eine seiner Stärken und war pränominiert beim Deutschen Filmpreis 2016.

Mike kämpft mit einem Fiasko nach dem anderen, man diagnostiziert einen Tumor bei ihm und er verliebt sich in Miranda… Die Geschichte erweist sich als vorhersehbar. Aber in jedem Fall schafft sie eine Atmosphäre, die einen mitnimmt und wo man die Erzählart zu schätzen weiß, vollgestopft mit Zärtlichkeit und sehr schwarzem Humor. Die schauspielerischen Leistungen von Alex Ozerov in der Hauptrolle und von Sebastian Schipper, dem großen Regisseur von Victoria, als Mike Tysons Vater, der seinen im Stich gelassenen Sohn wieder entdeckt, stechen hervor. Coconut Hero wird Teil der Auswahl deutscher Filme für SANFIC 12 sein, als gutes Beispiel für ein junges und zeitgenössisches deutsches Kino, und der die Komplizenschaft seines Publikums erweckt.

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