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Vita
Wieland Speck

1971 sah ich Rosa von Praunheims „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ und wusste von da an, dass Kino unglaubliche Dinge kann: Es kann aufregen, zur Reflexion zwingen, auf die Straße treiben. Ästhetik und Politik kommen zusammen.

Wieland Speck im Interview „Film ist ein Mittel, um etwas zu verändern“, Tagesspiegel 07.02.2019

 

Biografie

Wieland Speck © Berlinale / ali@ghandtschi.de Wieland Speck wird 1951 geboren und wächst in Freiburg im Breisgau auf. Mit 19 Jahren zieht er nach Berlin, wo er an der Freien Universität Germanistik, Theaterwissenschaften und Ethnologie studiert, später auch Film am San Francisco Art Institute. Noch während seiner Studienzeit in Deutschland gründet Wieland Speck 1974 den Verlag mann-o-mann, der Printmedien zur Männer- und Schwulenemanzipation publiziert, beschäftigt sich mit ersten Videoarbeiten, tritt als Schauspieler und Performer auf. 1976 übernimmt er für drei Jahre die Leitung des Off-Kinos TALI in Berlin-Kreuzberg (heute Moviemento).
 
Nach dem Filmstudium in Amerika dreht er 1981 seinen ersten Kurzfilm David, Montgomery und Ich, der auf der Berlinale läuft. Dort wird Wieland Speck bereits ein Jahr später die organisatorische und künstlerische Betreuung der Sektion Panorama der Internationalen Filmfestspiele Berlin übernehmen – als Assistent des Programmleiters Manfred Salzgeber, Gründer des unabhängigen Filmverleihs Edition Salzgeber, dem Traditionsverleih für queere Filme. Parallel zur Arbeit bei der Berlinale dreht Wieland Speck 1985 seinen ersten Spielfilm Westler, für den er auch das Drehbuch schreibt. Dieser Debütfilm bringt ihm mehrere Preise bei Festivals und handelt von einer Liebesgeschichte im geteilten Deutschland zwischen einem Ost-Berliner und einem West-Berliner.

Zusammen mit Manfred Salzgeber initiiert Wieland Speck 1987 den Teddy Award als queeren Filmpreis der Berlinale, dem ersten Preis für queere Filme auf einem A-Filmfestival weltweit. Nach der AIDS-Erkrankung von Manfred Salzgeber (1943–1994) wird Wieland Speck 1992 Programmleiter der Sektion Panorama und Mitglied des Auswahlkomitees für den Berlinale-Wettbewerb. 25 Jahre setzt er sich in dieser Position für das queere Kino ein und stellt sein eigenes künstlerisches Schaffen in dieser Zeit bis auf eine Ausnahme weitgehend zurück. 2000 erscheint Flucht ins Leben – Die Erika und Klaus Mann-Story, eine Mischung aus Spielfilm und Dokumentarfilm in Co-Regie mit Andrea Weiss.

Auch nach seinem freiwilligen Ausscheiden bei der Berlinale bleibt Wieland Speck dem Internationalen Filmfestspielen in Berlin als Berater und Kurator von Sonderprogramm treu. 2018 betreut er die Berlinale-Werkschau 20 Jahre Panorama Publikumspreis PPP und 2019 die Berlinale-Werkschau Panorama40 zusammen mit Andreas Struck, dem aktuellen Panorama-Leiter. Rosa von Praunheim würdigt 2012 Specks Arbeit mit dem Film Mit Speck fängt man Filme.

Wieland Speck arbeitet außerdem als Jurymitglied und Programmberater bei verschiedenen internationalen Filmfestivals, als Gremiumsmitglied in Filmförderungen und ist ein gefragter Referent an Filmhochschulen wie der HFF in München oder der Filmakademie Ludwigsburg.

 

Wieland Speck war einer der ersten schwulen Regisseure in Deutschland, der am Anfang der AIDS-Krise in den 80ern Safer-Sex-Filme gemacht hat, die als Vorfilme zu Pornos auf Kassetten oder in Erotik-Kinos liefen. Zudem ist er mit den ersten AIDS-Aufklärungsfilmen durch Deutschland getourt. Schon lange leitet er die Sektion Panorama der Berliner Filmfestspiele und bietet vielen queeren Filmemachern aus der ganzen Welt ein Forum für ihre Arbeiten. Ein mutiger und wichtiger Mann.

Rosa von Praunheim, 2012


 

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