HOMMAGE AN HORST BIENEK
Literarische Inspirationen
„Zeit ohne Glocken” als Hörbuch
Horst Bienek starb am 7. Dezember 1990. In den 1970er und 1980er Jahren schuf der deutschsprachige Schriftsteller und Dichter aus Schlesien eine Reihe von Büchern, die seiner Heimatstadt gewidmet waren. Die Gleiwitzer Tetralogie ist im Literaturkanon zur schlesischen Kultur enthalten und beginnt mit dem Roman Die erste Polka; der zweite Band heißt Septemberlicht. Hier wird Zeit ohne Glocken, der dritte Band der Reihe, vorgestellt.
Tatsächlich waren die Glocken der Gleiwitzer Kirchen bereits 1942 verschwunden. In seiner Erzählung verbindet Bienek dieses Ereignis mit der Deportation der letzten Gleiwitzer Juden im April 1943, als der Aufstand im Warschauer Ghetto ausbrach. Interessanterweise waren die Priester der Kirche St. Peter und Paul, die der Autor beschreibt, in einer anderen Gemeinde tätig, der Bienek selbst angehörte. In Zeit ohne Glocken finden wir viele weitere Figuren, die Horst Bienek nach 30 Jahren Abwesenheit aus seiner Heimatstadt wieder zum Leben erweckt. Vor ihnen liegt eine fast 15-stündige Fahrt durch das ehemalige Gleiwitz - eine Stadt, die nicht mehr existiert.
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Horst Bienek – deutschsprachiger Schlesier, Dichter, Schriftsteller, Publizist, Übersetzer und Filmregisseur. Er wurde am 7. Mai 1930 in Gleiwitz als sechstes Kind in die Familie eines Eisenbahners und einer Musiklehrerin hineingeboren. 1946 musste er seine Heimatstadt verlassen. Die folgenden Jahre verbrachte er in der DDR. 1951 veröffentlichte er seine ersten lyrischen Werke und wurde in die Meisterklasse von Bertolt Brecht aufgenommen. Im gleichen Jahr wurde er von der Staatssicherheit verhaftet und zu 25 Jahren Zwangsarbeit in Workuta verurteilt. 1955 kam er im Zuge einer Amnestie frei und ließ sich in Westdeutschland nieder. Den Aufenthalt im Gulag thematisierte Bienek in seinem Roman Die Zelle (1968). Zwei Jahre später verfilmte er das Buch. Zwischen 1972 und 1982 entstanden die weiteren Bände der Gleiwitzer Tetralogie. Erst 1987 konnte er Schlesien besuchen, seine Eindrücke verarbeitete er in dem autobiografischen Buch Reise in die Kindheit. Wiedersehen mit Schlesien. Er war langjähriger Leiter der Abteilung Literatur an der Bayerischen Akademie der Künste in München. Er starb am 7. Dezember 1990.
Klaudiusz Kaufmann | @ Vincent Todorow
1. Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine aus Johannes-Passion von J.S. Bach BWV 245, Arrangement: Streichquartett Altra Volta (J.Dzwonowski/J.Heczko/A.Marko-Lech/M.Lech),
2. Bachtango (Thema aus Präludium und Fuge c-Moll von Johann Sebastian Bach, Das Wohltemperierte Klavier, I. Teil), Komposition und Arrangement: Leszek Sojka (J.Dzwonowski/L.Sojka/A.Marko-Lech/M.Lech),
3. Cello Impressions, Komposition und Arrangement: Michał Lech,
4. Dreams, Komposition: Streichquartett Altra Volta (J.Dzwonowski/L.Sojka/A.Marko-Lech/M.Lech).
Das Streichquartett Altra Volta ist eines der vielseitigsten Ensembles, zu ihrem Repertoire gehören klassische und moderne Musik, Filmmusik, Folk, Unterhaltungs- und Improvisationsmusik. Das Quartett wurde 1998 in Katowice gegründet. Es setzt sich aus den Geigern Jacek Dzwonowski und Leszek Sojka (seit 2022 Jacek Heczko), der Bratschistin Aleksandra Marko-Lech und dem Cellisten Michał Lech zusammen – Absolventen der Karol-Szymanowski-Musikakademie in Katowice. Das Ensemble trat auf Konzert- und Festivalbühnen in Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, im Vatikan, in der Schweiz, der Türkeider, den Niederlanden, Ägypten, Indien, China, Weißrussland, Litauen, der Slowakei und Sri Lanka auf.
Übersetzung: Maria Podlasek-Ziegler
Liest: Klaudiusz Kaufmann
Dauer: Teil 1 – 7 St.42 Min. 39 Sek., Teil 2 – 7 St. 04 Min. 21 Sek.
Musik und Arrangement: Michał Lech
Und das Streichquartett Altra Volta
Jacek Dzwonowski, Geige
Leszek Sojka/Jacek Heczko, Geige
Aleksandra Marko-Lech, Bratsche
Michał Lech, Cello
Aufzeichnung: Patrick Multan SoundConcept
Die Aufnahme des Audiobooks wurde von dem Goethe-Institut Warschau finanziert.
Autor: Klaudiusz Kaufmann
Übersetzung: Andreas Volk
Copyright: Goethe-Institut Polen