Hommage an Horst Bienek
Literarische Inspirationen

„Septemberlicht” als Hörbuch

Horst Bienek starb am 7. Dezember 1990. In den 1970er und 1980er Jahren schuf der deutschsprachige Schriftsteller und Dichter aus Schlesien eine Reihe von Büchern, die seiner Heimatstadt gewidmet waren. Die Gleiwitzer Tetralogie ist im Literaturkanon zur schlesischen Kultur enthalten und beginnt mit dem Roman Die erste Polka. Hier wird „Septemberlicht“, der zweite Band der Reihe, vorgestellt.

Septemberlicht ist der zweite Teil der Gleiwitzer Tetralogie von Horst Bienek. Es ist Anfang September, und die Kriegshandlungen verlagern sich in rasantem Tempo in Richtung Osten. Die Begeisterung über den Sieg mischt sich mit Angst. Die Jugendlichen können es kaum erwarten, an die Front zu gehen, während die Älteren sich noch an die Bitterkeit des Großen Krieges erinnern. Die ganze Geschichte dreht sich um die Beerdigung des Ehemanns der Hauptfigur, Valeska Piontek, und des Juden Georg Montag. Bienek zeigt meisterhaft einen Tag im Leben der Stadt, die Melancholie des letzten Abschieds mischt sich mit Alltäglichem. Bei den jungen Protagonisten kochen die Hormone hoch, und die Ungewissheit der Zukunft lässt sie das Leben in die Hand nehmen. Die Geschichten der Juden, die nicht wissen, wie sie sich in dieser Kriegsrealität zurechtfinden sollen, huschen durch die Schatten. Und das verfluchte Septemberlicht, das “auf der Haut brennt” ...

Horst Bienek, „Septemberlicht“. Hörbuch 1 © Klaudiusz Kaufmann

Horst Bienek, „Septemberlicht“
Teil 1: Kapitel 1–14

Horst Bienek, „Septemberlicht“. Hörbuch 2 © Klaudiusz Kaufmann

Horst Bienek, „Septemberlicht“
Teil 2: Kapitel 15–31

Horst Bienek Horst Bienek | @ Isolde Ohlbaum Horst Bienek – deutschsprachiger Schlesier, Dichter, Schriftsteller, Publizist, Übersetzer und Filmregisseur. Er wurde am 7. Mai 1930 in Gleiwitz als sechstes Kind in die Familie eines Eisenbahners und einer Musiklehrerin hineingeboren. 1946 musste er seine Heimatstadt verlassen. Die folgenden Jahre verbrachte er in der DDR. 1951 veröffentlichte er seine ersten lyrischen Werke und wurde in die Meisterklasse von Bertolt Brecht aufgenommen. Im gleichen Jahr wurde er von der Staatssicherheit verhaftet und zu 25 Jahren Zwangsarbeit in Workuta verurteilt. 1955 kam er im Zuge einer Amnestie frei und ließ sich in Westdeutschland nieder. Den Aufenthalt im Gulag thematisierte Bienek in seinem Roman Die Zelle (1968). Zwei Jahre später verfilmte er das Buch. Zwischen 1972 und 1982 entstanden die weiteren Bände der Gleiwitzer Tetralogie. Erst 1987 konnte er Schlesien besuchen, seine Eindrücke verarbeitete er in dem autobiografischen Buch Reise in die Kindheit. Wiedersehen mit Schlesien. Er war langjähriger Leiter der Abteilung Literatur an der Bayerischen Akademie der Künste in München. Er starb am 7. Dezember 1990.


Klaudiusz Kaufmann Klaudiusz Kaufmann | @ Vincent Todorow Klaudiusz Kaufmann – aus Schlesien stammender Theater- und Filmschauspieler sowie Synchronsprecher. Absolvent der Theaterakademie Warschau, seit seinem Debüt in der deutsch-polnischen Inszenierung von Romeo und Julia in Schwedt an der Oder ist er häufig in Produktionen beiderseits der Grenze zu sehen. U. a. in dem Film Hochzeitspolka sowie in den Fernsehserien Wege zur Freiheit [Drogi do wolności], Die Krone der Könige [Korona królów] und Pfarrer Braun. Seit 2015 spielt er den Kommissar Wiktor Król im deutsch-polnischen Polizeiruf 110. Aus der großen Zahl der von ihm eingesprochenen Rollen ist das Zebra Marty aus dem Film Madagascar hervorzuheben. Seit Mai 2015 führt er den auf Schlesisch geschriebenen kulinarischen Blog Chop w kuchni
 

Im Audiobook werden folgende Werke benutzt:
1. Nocturne cis-moll von Frédéric Chopin, Arrangement: Michał Lech,
2. Bachtango (Thema aus Präludium und Fuge c-Moll von Johann Sebastian Bach, Das Wohltemperierte Klavier, I. Teil), Komposition und Arrangement: Leszek Sojka,
3. Cello Impressions, Komposition und Arrangement: Michał Lech,
4. Dreams, Komposition: Streichquartett Altra Volta.

Das Streichquartett Altra Volta ist eines der vielseitigsten Ensembles, zu ihrem Repertoire gehören klassische und moderne Musik, Filmmusik, Folk, Unterhaltungs- und Improvisationsmusik. Das Quartett wurde 1998 in Katowice gegründet. Es setzt sich aus den Geigern Jacek Dzwonowski und Leszek Sojka, der Bratschistin Aleksandra Marko-Lech und dem Cellisten Michał Lech zusammen – Absolventen der Karol-Szymanowski-Musikakademie in Katowice.
Das Ensemble trat auf Konzert- und Festivalbühnen in Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, im Vatikan, in der Schweiz, der Türkeider, den Niederlanden, Ägypten, Indien, China, Weißrussland, Litauen, der Slowakei und Sri Lanka auf.

Übersetzung: Maria Podlasek-Ziegler
Liest: Klaudiusz Kaufmann
Dauer: Teil 1 – 5 St.18 Min. 31 Sek., Teil 2 – 6 St. 48 Min. 43 Sek.
Musik und Arrangement: Michał Lech 
und das Streichquartett Altra Volta:
– Jacek Dzwonowski, Geige
– Leszek Sojka, Geige
– Aleksandra Marko-Lech, Bratsche
– Michał Lech, Cello

Aufzeichnung: Patrick Multan SoundConcept

Die Aufnahme des Audiobooks wurde von dem Goethe-Institut Warschau finanziert.


Autor: Klaudiusz Kaufmann
Copyright: Goethe-Institut Polen
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