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Diskussion|Melinda Nadj Abonji „Tauben fliegen auf“

  • Goethe-Institut Krakau, Kraków

  • Sprache Polnisch

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„Tauben fliegen auf“ -  Bevor Ildikó Kocsis mit ihren Eltern und ihrer Schwester in die Schweiz emigrierte, gehörte sie zur ungarischen Minderheit in der serbischen Provinz Vojvodina. Dort blieben ihre geliebte Großmutter Mamika und andere Verwandte, die die Familie Kocsis anlässlich späterer Hochzeiten und Beerdigungen besucht. Diese sentimentalen Reisen enden jedoch mit dem Ausbruch des Krieges in Jugoslawien. Als die Behörden die Ungarn der Vojvodina zwingen, für Großserbien zu kämpfen, muss sich Ildikó schließlich fragen, ob er das längst verlassene Land weiterhin seine Heimat nennen kann.
Inzwischen geht es den Kocsis in der Schweiz immer besser. Früher besaßen sie einen Waschsalon, heute betreiben sie ein Café im Stadtzentrum. Sie haben die Schweizer Staatsbürgerschaft erhalten und sind von der lokalen Gemeinschaft akzeptiert worden. Aber sind sie das wirklich? Ildikó hat das Gefühl, dass es einigen Nachbarn schwer fällt, sie zu tolerieren und dass sie sie nie als echte Schweizer sehen werden. Sie selbst ist sich auch nicht sicher, ob sie sich hier jemals zu Hause fühlen wird....

Melinda Nadj Abonji - geboren 1968 in Becsej, Serbien, übersiedelte Anfang der siebziger Jahre mit ihrer Familie in die Schweiz. Sie lebt als Schriftstellerin und Musikerin in Zürich. Als Autorin debütierte sie 2004 mit dem Roman „Im Schaufenster im Frühling“. Ihr zweiter Roman „Tauben fliegen auf“ (2010) wurde sowohl mit dem Deutschen wie auch mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. 2017 erschien ihr letzter Roman „Schildkrötensoldat“ (Suhrkamp Verlag).