Filmvorführung Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Sitaution, in der er lebt

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Gesellschaft, in der er lebt © missingFILMS © missingFILMS

16.05.19
19.00 Uhr

Goethe-Institut New York

30 Irving Place
New York, NY 10003

Daniel, ein junger Mann aus der Provinz, kommt nach Berlin und trifft dort zufällig Clemens. Beide erleben die große Liebe. Sie ziehen zusammen und versuchen, die bürgerliche Ehe zu kopieren. Doch nach vier Monaten endet das große Glück. Daniel hat inzwischen einen älteren, reichen Mann kennengelernt und zieht mit ihm in dessen Villa.

Doch bald betrügt ihn sein älterer Freund. Für ihn war Daniel nur ein Objekt. Daniel arbeitet jetzt in einem Homosexuellen-Café, kleidet sich nach der neuesten Mode und lernt schnell sich den Idealen der Subkultur anzupassen. Eines Abends landet er in einer Transvestitenkneipe, in der sich zu später Stunde alles trifft, was bis dahin keinen Partner gefunden hat. Hier trifft er Paul, der ihn in seine schwule Wohngemeinschaft mitnimmt. Die Gruppe diskutiert mit ihm seine Probleme. Sie macht ihm klar, dass er ein oberflächliches Leben führt. Seine Aufgabe als emanzipierter Schwuler ist es sich zu seinem Schwulsein zu bekennen, andere Inhalte zu schaffen als nur Mode und Sex. Man schlägt ihm vor, sich politisch zu organisieren und gemeinsam mit anderen Schwulen über menschliche Formen des Zusammenlebens nachzudenken.

Die Attacken des Regisseurs Rosa von Praunheim richten sich nicht gegen fremde Unterdrücker, sondern gegen das eigene Lager. Die Situation, in der der Homosexuelle lebt, ist hausgemacht: das ist die These des Films. Die Aufführung des Films im deutschen Fernsehen wurde zum Skandal. Der WDR, der den Film in Auftrag gegeben hatte, war der einzige Sender, der den Film ausstrahlte. Verwirrung, Empörung, Bestürzung im Schwulenlager war die Folge, aber auch Bewegung, Aktion, Coming Out und Solidarität.

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt
Deutschland, 1971, 67 Min.
Regie: Rosa von Praunheim
Mit Bernd Feuerhelm, Berryt Bohlen, Ernst Kuchling, Dietmar Kracht

Diese Veranstaltung findet statt im Rahmen der Reihe „Queer as German Folk“, mit der das Goethe-Institut New York 2019 den 50. Jahrestag der Stonewall Riots als Meilenstein des Kampfes um Gendervielfalt und -gleichberichtigung begeht.

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