Werner Herzog
Fata Morgana
- Produktionsjahr 1971
- Farbe / LängeFarbe / 79 Min.
- IN-Nummer IN 3572
Ein poetischer Trip durch Afrika, poetisch und surreal wie ein Traum, fragmentarisch, weil ohne jede Story, aber doch von einem inneren Zusammenhang getragen. Herzog konfrontiert Schöpfungsmythen mit Bildern der Zerstörung.
Nach den ersten Titeln sieht man ein Flugzeug landen, siebenmal, in fast gleichen Einstellungen. Verweise auf die biblischen Schöpfungstage? Beim letzten Mal setzt Musik ein: „Kyrie eleison“ – Herr, erbarme dich unser! Am Horizont verschwimmt ein sich bewegender Schatten in der flirrenden Hitze. Dann beginnt die Filmhistorikerin Lotte Eisner aus dem Off vom einem guatemaltekischen Mythos zu berichten, von einer Schöpfung, die beim ersten Versuch fehlgeschlagen sei. Man sieht das Feuer einer Bohrstation gegen den Himmel lodern, Flugzeugwracks (Motive, die den Filmemacher bis heute zu verfolgen scheinen) – es sind Zeichen des Untergangs. Der Mythos vom Entstehen (auf der Tonspur) wird von Bildern abgestorbenen Lebens begleitet. Tierkadaver, die grandiose Einsamkeit der Sahara, deren Dünen fast eine erotische Ausstrahlung haben, gespenstische Dörfer, apokalyptische Szenerien, in denen versprengte, halb wahnsinnige Menschen herumirren und seltsame Monologe von sich geben, manchmal von höhnischem Gelächter begleitet. Vom Paradies wird erzählt: „Dort gibt es Landschaften auch ohne tieferen Sinn.“ Und „im Paradies kommen Menschen schon tot auf die Welt.“
Herzog teilt seinen Film in drei Kapitel: Schöpfung, Paradies und Goldenes Zeitalter. Gegen Ende wird die Landschaft zum abstrakten Muster, noch einmal wird deutlich, dass sie erst durch den Film ihre eigene Existenz bekommen und sich zu einem eigenen Kosmos fügen, dem man die Unterschiedlichkeit der Drehorte (Kenia, Tansania, algerische Sahara, Niger, Burkina Faso, Mali, Elfenbeinküste, Lanzarote) nicht mehr ansieht. „FATA MORGANA ist die Bildern geronnene Wut Werner Herzogs über das, was er in einem Interview als den Unsinn des Weltalls bezeichnet hat... In dieser Landschaft, einem betörend Fremden, das zwischen persönlicher Vision und objektivierter Wirklichkeit schwebt, ist die Zukunft des Menschen schon begraben.“ (Jürgen Theobaldy)
Diese Vision von einer sinnentleerten Welt ist so faszinierend wie beängstigend, aber auch bestürzend schön als Illusion, die Herzogs Ideal von nie vorher gesehenen Bildern aufs wunderbarste einlöst. So lebt dieser Film auch von seinem Widerspruch zwischen den aufgespürten Zerstörungen und dem eigenen Schöpfungsakt des Filmemachers.
H. G. Pflaum
- Produktionsland
- Deutschland (DE)
- Produktionszeitraum
- 1968-1971
- Produktionsjahr
- 1971
- Farbe
- Farbe
- Bildformat
- 1:1,33
- Länge
- Langfilm (ab 61 Min.)
- Gattung
- Experimentalfilm
- Thema
- Filmgeschichte
- Rechteumfang
- Nichtexklusive nichtkommerzielle öffentliche Aufführung (nonexclusive, noncommercial public screening),Keine TV-Rechte (no TV rights)
- Anmerkungen zur Lizenz
- Hinweis: Vorführungen der Werner Herzog Filme außerhalb der Goethe-Institute im Ausland, z.B. in herkömmlichen Kinos, müssen im Vorfeld mit der Werner Herzog Stiftung abgesprochen werden.
- Lizenzdauer bis
- 14.12.2026
- Permanente Sperrgebiete
- Deutschland (DE), Österreich (AT), Schweiz (CH), Liechtenstein (LI), Südtirol (Alto Adige), Belgien (BE), Luxemburg (LU), Italien (IT)
- Verfügbare Medien
- DCP, DVD, Blu-ray Disc
- Originalfassung
- Deutsch (de)
DCP
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Italienisch (it), Portugiesisch (Brasilien), Chinesisch (zh), Russisch (ru), Türkisch (tr), Arabisch (ar), Litauisch (lt)
DVD
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Italienisch (it), Portugiesisch (Brasilien), Chinesisch (zh), Russisch (ru), Türkisch (tr), Arabisch (ar)
Blu-ray Disc
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Italienisch (it), Portugiesisch (Brasilien), Chinesisch (zh), Russisch (ru), Türkisch (tr), Arabisch (ar), Litauisch (lt)