Dr. Kurt Maetzig
Einheit SPD - KPD
- Produktionsjahr 1946
- Farbe / Länges/w / 20 Min.
- IN-Nummer IN 1967
Mai 1946 - Die Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED wird zum demokratischen Entscheidungsprozess verklärt.
In knapp zwanzig Minuten beschreibt der Film die Ereignisse, die 1946 angeblich zur „Verschmelzung von SPD und KPD zur SED“ (O-Ton) führten. Die mit der Moskauer Führung abgestimmte, von zahlreichen Strafmaßnahmen begleitete Zwangsvereinigung wird als demokratischer Prozess einer Mehrheitsfindung in den einzelnen Ländern dargestellt, bevor die eigentliche Vereinigung in Berlin in den Mittelpunkt gerückt wird. In den damals noch bestehenden Ländern Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern formieren sich zunächst die zur Vereinigung gewillten Kräfte beider Parteien, um sich dann in der zerstörten ehemaligen Reichshauptstadt zusammenzuschließen. Auffällig ist, in welch eindringlicher Weise dabei der traditionelle Geist der SPD beschworen wird: Seinen Anfang nimmt die filmische Reise in Gotha, wo 1875 die Partei gegründet wurde. Immer wieder wird das alte Arbeiterlied „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ orchestral variiert. Die aus dem Film stammende Aufnahme der sich zu einem einzigen Strom verbindenden Marschblöcke der beiden Arbeiterparteien wurde häufig als dokumentarisches Zeugnis benutzt, obwohl der inszenatorische Ansatz dieser Formulierung unübersehbar ist.
Dieser erste Dokumentarfilm der DEFA hatte am 1. Mai 1946 Premiere und erfüllte eine klare propagandistische Aufgabe. In seiner Machart entspricht er der Tradition des klassischen deutschen Kulturfilms, der bereits durch die Nationalsozialisten wirksam instrumentalisiert wurde. Interessant bleibt der Film vor allem durch seine glaubhaft vermittelte Stimmung des Aufbruchs nach der Katastrophe von Nationalsozialismus und Krieg.
EINHEIT SPD-KPD war nach einzelnen Ausgaben der Wochenschau „Augenzeuge“ nicht nur der erste Dokumentarfilm der DEFA, er war gleichzeitig der erste Film des Regisseurs Kurt Maetzig, der später das Profil des ostdeutschen Kinos mit so widersprüchlichen Beiträgen wie ERNST THÄLMANN – FÜHRER SEINER KLASSE (1955) oder dem 1965 bis 1989 verbotenen Film DAS KANINCHEN BIN ICH (1965) wesentlich prägen sollte.
Claus Löser
- Produktionszeitraum
- 1946
- Produktionsjahr
- 1946
- Farbe
- s/w
- Bildformat
- 1:1.33
- Länge
- Kurzfilm (bis 30 Min.)
- Gattung
- Dokumentarfilm
- Thema
- DDR, Sozialismus / Kommunismus
- Rechteumfang
- Nichtexklusive nichtkommerzielle öffentliche Aufführung (nonexclusive, noncommercial public screening),Keine TV-Rechte (no TV rights)
- Anmerkungen zur Lizenz
- DEFA
- Lizenzdauer bis
- 31.12.2030
- Permanente Sperrgebiete
- Deutschland (DE), Österreich (AT), Schweiz (CH)
- Verfügbare Medien
- DVD
- Originalfassung
- Deutsch (de)
DVD
- Untertitel
- Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (es), Portugiesisch (Bras.) (pt), Italienisch (it), Russisch (ru), Chinesisch (zh), Japanisch (ja), Arabisch (ar), Deutsch (de), Türkisch (tr)
- Anmerkung zum Format
- Parallelwelt:Film - Ein Einblick in die DEFA