Filmkatalog

Über den Filmkatalog

Bildausschnitt: beleuchteter, festlicher, vertäfelter Filmvorführraum

Werner Herzog
Herakles

  • Produktionsjahr 1962
  • Farbe / Länges/w / 12 Min.
  • IN-Nummer IN 3571

Herzogs Debüt-Arbeit sucht bereits die unmerkliche Überschreitung des reinen Dokumentarfilms und lässt ein zentrales Motiv seiner Werke anklingen: die Lächerlichkeit titanischen Aufbegehrens.

Herakles, der mythische Held, ist zum Bodybuilder verkommen: schindet sich mit allerlei Fitnessgerät; seine Bemühungen produzieren nur noch lächerliche Muskelberge: eine Demonstration sinnloser, unnützer Kraft und selbstgefälliger Posen.

Werner Herzog entkleidet den trivialen Muskelprotz jedweder mythischer Dimension, aber er konfrontiert ihn mit den legendären Aufgaben des Sagenhelden, die zu lösen der heruntergekommene Heroe nicht mehr im Stande ist. „Wird er den Augiasstall säubern“, fragt ein Insert, dazu schneidet Herzog auf eine trostlose Müllkippe. „Wird er die lernäische Schlange töten?“ Cut auf eine endlos angestaute Autoschlange. „Wird er die Rosse des Diomedes bekämpfen?“ Cut auf Archivaufnahmen vom einst berüchtigte 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit dem katastrophalen Unfall von 1955, bei dem über 80 Menschen ums Leben kamen. „Wird er die Giganten bezwingen?“ Herzog schneidet auf ein Erdbeben. „Wird er sich der stymphalischen Vögel erwehren? Herzog beantwortet die Frage mit Archivmaterial von Einsätzen der US-Luftwaffe.

Zwischen die Szenen des Schreckens montiert Herzog immer wieder Bilder vom Bodybuilder, der seine Muskeln spielen lässt – ein geradezu perverses Spiel, weil es am Zustand der Welt nicht nur nichts ändert, sondern, schlimmer noch, sich nicht einmal für ihn interessiert. Das Aufbegehren, von dem sich Herzog in seinen nachfolgenden Arbeiten immer wieder fasziniert zeigte, hat hier noch keine Ambivalenz und keine Untertöne. Da bewegt sich einfach ein lächerlicher Muskelberg ohne jedweden Bezug zur Welt; den Bezug stellt erst Herzog selber her, indem er auf die vielen Katastrophen verweist.



H.G. Pflaum

Produktionsland
Deutschland (DE)
Produktionszeitraum
1961/1962
Produktionsjahr
1962
Farbe
s/w
Bildformat
1:1.33

Länge
Kurzfilm (bis 30 Min.)
Gattung
Stummfilm, Dokumentarfilm
Thema
Psychologie, Filmgeschichte

Rechteumfang
Nichtexklusive nichtkommerzielle öffentliche Aufführung (nonexclusive, noncommercial public screening),Keine TV-Rechte (no TV rights)
Anmerkungen zur Lizenz
Hinweis: Vorführungen der Werner Herzog Filme außerhalb der Goethe-Institute im Ausland, z.B. in herkömmlichen Kinos, müssen im Vorfeld mit der Werner Herzog Stiftung abgesprochen werden.
Lizenzdauer bis
14.12.2026
Permanente Sperrgebiete
Deutschland (DE), Österreich (AT), Schweiz (CH), Liechtenstein (LI), Südtirol (Alto Adige), Belgien (BE), Luxemburg (LU), Italien (IT)

Verfügbare Medien
DVD, Blu-ray Disc, DCP, Digitaler Film
Originalfassung
Deutsch (de)

DVD

Untertitel
Englisch (en), Spanisch (es), Französisch (fr), Italienisch (it), Portugiesisch (Bras.) (pt), Russisch (ru), Chinesisch (zh), Deutsch (de), Arabisch (ar), Türkisch (tr)
Anmerkung zum Format
s/w

Blu-ray Disc

Untertitel
Englisch (en), Französisch (fr), Litauisch (lt), Türkisch (tr), Italienisch (it), Spanisch (es), Portugiesisch (Bras.) (pt), Russisch (ru), Arabisch (ar), Chinesisch (zh)
Anmerkung zum Format
s/w

DCP

Untertitel
Englisch (en), Französisch (fr), Litauisch (lt), Türkisch (tr), Italienisch (it), Spanisch (es), Portugiesisch (Bras.) (pt), Russisch (ru), Arabisch (ar), Chinesisch (zh)
Anmerkung zum Format
s/w

Digitaler Film

Untertitel
Englisch (en), Französisch (fr), Türkisch (tr), Italienisch (it), Russisch (ru), Arabisch (ar), Chinesisch Kurzzeichen, Chinesisch Langzeichen, Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Deutsch Voll UT