Filmkatalog

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Bildausschnitt: beleuchteter, festlicher, vertäfelter Filmvorführraum

Paul Verhoeven
Das kalte Herz

  • Produktionsjahr 1950
  • Farbe / LängeFarbe / 105 Min.
  • IN-Nummer IN 1770

Peter Munk, ein armer Köhlerbursche, ruft das gute Glasmännlein herbei, um an Geld und Gut zu gelangen. Seine Wünsche werden erfüllt, doch bald will Peter mehr. Also wendet er sich an den bösen Holländer Michel, der fürs Wünsche-Erfüllen Peters Herz fordert. Fortan muss er mit einem Herz aus Stein leben. Das Glasmännlein hat noch einmal Mitleid mit dem jungen Burschen. Der erste Farbfilm, der 1950 in den DEFA-Studios Potsdam-Babelsberg unter der Regie von Paul Verhoeven entstand und der auch wegen seiner Tricktechnik zu einem Filmklassiker avancierte, basiert auf dem über 200 Jahre alten Märchen von Wilhelm Hauff, das vor dem Hintergrund sozialer Ungerechtigkeiten im Schwarzwald entstanden ist.


Als Peter Munk, ein armer junger Köhler, heiraten will, merkt er, dass Armut eine schlimme Sache ist. Er weiß von dem guten Glasmännlein, dass Sonntagskindern mitunter drei Wünsche erfüllt. Im tiefen Schwarzwald treffen sie aufeinander und Peter bekommt, was er begehrt: Geld und Gut. Er kauft sich eine Glashütte und gibt das ungewohnte Geld mit vollen Händen aus. Am Tag seiner Hochzeit hat er nichts mehr, die Gläubiger nehmen ihm auch die Glashütte. In der Not ruft er den bösen Holländer-Michel, der fürs Wünsche-Erfüllen Peters Herz fordert. Mit einem Herz aus Stein verliert Peter all seine guten Eigenschaften, wird mächtig und reich, ungerecht und grausam. Seine junge Frau Lisbeth versucht immer wieder Peters Herz zu erweichen, doch ein Herz aus Stein kennt keine Liebe. Als sie zwei armen Gesellen zu essen und zu trinken gibt, erschlägt Peter im Zorn seine einst geliebte Frau. Doch ein Funke von Menschlichkeit macht ihm sein schreckliches Tun bewusst. In seiner Verzweiflung ruft er nach dem Glasmännlein. Da Peter noch einen Wunsch offen hat, bekommt er sein Herz zurück. Jetzt ist er wieder der Bursche, wie ihn alle kannten und gern hatten, ein fleißiger Mensch, der sich nicht schämt, arm zu sein, für den Ehrlichkeit, Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft wichtiger sind als Geld und Macht.

Kritiken/Empfehlungen:
"Hauffs Märchen 'Das kalte Herz' erzählt die bekannte Geschichte vom Kohlen-Peter, die sich vor 200 Jahren im Schwarzwald zugetragen haben soll. Das Drehbuch hielt sich im wesentlichen an den poetischen Gehalt und die ethischen Ziele der gleichnisstarken Vorlage. ... 'Das kalte Herz' ist der erste deutsche Nachkriegsfarbfilm. Nur monatelange Vorarbeit und eine halbjährige Drehzeit ermöglichten eine Farbgebung, die von den nachfolgenden Farbfilmen bis jetzt nicht erreicht wurde." (Katholischer Filmdienst, Nr.46/1951)

"Die Farben von Agfacolor sind so leuchtend und so unwirklich wie selten, aber auch so passend wie nie. Heute würde man ein solches Unternehmen (aufwändige Ausstattung, großartige Spezialeffekte) Fantasy nennen, vor über 35 Jahren war es ein Märchenfilm, nur kein schlichter, wie die vielen vielen anderen Adaptionen bekannter Volksmärchen in den 50er Jahren, die mit Phantasie ebenso geizten wie mit Ausstattung und guten Schauspielern." (zitty, 7/1986)

"Bei Hauff geht es um das menschliche Herz, das warm schlagen muss, wenn wir als Menschenkinder recht zusammenleben, wenn wir dem armen, notleidenden Bruder helfen sollen. Dieser Film verherrlicht etwas Zweitrangiges, die Arbeit, die unser Leben glücklich machen kann. Der politische Akzent, den wir bei dieser Pointe des Films verspüren, lässt uns stutzig werden. Hauff gründet auf einer christlichen Lebensauffassung, dieser Film nicht." (Evangelischer Filmbeobachter, 3.Jg. 1951)

"Verhoeven wird konsequent der humanistischen Substanz des Märchens gerecht. Die für Hauff so typische Verbindung von märchenhaften Elementen und sozialer Charakterisierung überträgt er phantasievoll ins Filmische. Sein bevorzugter Held ist das Glasmännlein, moralisches Gewissen der Märchenwelt, liebenswert, unbestechlich, doch zur Versöhnung bereit. Eine glänzende Rolle für Paul Bildt. Den Holländer-Michel (Erwin Geschonneck) lässt er ohne Beschönigung als einen grausamen Riesen spielen. Beide Schauspieler entwickeln in Maske und Gestik ebenso überraschende wie differenzierte Figuren und bestimmen mit den wundersamen Landschaften die Märchenatmosphäre des Films." (77 Märchenfilme, Henschel Verlag, Berlin 1990)


Christel Strobel / Gudrun Lukasz-Aden

Produktionszeitraum
1950
Produktionsjahr
1950
Farbe
Farbe
Bildformat
1:1,33
Basiert auf
Wilhelm Hauff

Länge
Langfilm (ab 61 Min.)
Gattung
Spielfilm
Genre
Fantasy / Märchen
Thema
Beziehung / Familie, DDR, Filmgeschichte
Zielgruppe
Juniorfilm (7-11 Jahre)

Rechteumfang
Nichtexklusive nichtkommerzielle öffentliche Aufführung (nonexclusive, noncommercial public screening),Keine TV-Rechte (no TV rights)
Anmerkungen zur Lizenz
DEFA
Lizenzdauer bis
31.12.2030
Permanente Sperrgebiete
Deutschland (DE), Österreich (AT), Schweiz (CH)

Verfügbare Medien
DVD
Originalfassung
Deutsch (de)

DVD

Untertitel
Deutsch (de), Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (es), Portugiesisch (Bras.) (pt)