Wolfgang Staudte
Die Geschichte vom kleinen Muck
- Produktionsjahr 1953
- Farbe / LängeFarbe / 100 Min.
- IN-Nummer IN 1768
Der alte, gebrechliche Muck, von den Kindern oft verspottet, erzählt die unglaubliche Geschichte seines Lebens, von der die jungen Zuhörer zunehmend gebannt sind: Auf der Suche nach dem großen Glück lernt der kleine Muck die märchenhafte Welt des Orients kennen, gute und böse Menschen am Hofe des Sultans, wo es geheimnisvoll und nicht immer mit rechten Dingen zugeht. Der Regisseur Wolfgang Staudte hat das Märchen von Wilhelm Hauff mit großem Engagement inszeniert. Ein Klassiker des Märchenfilms mit erstaunlichen Filmtricks, die auch heute noch, nach mehr als fünfzig Jahren, die Zuschauer faszinieren.
In den verwinkelten Gassen einer orientalischen Stadt lebt Muck, ein alter buckliger Mann, der von den Kindern ständig gehänselt wird. Eines Tages gelingt es ihm, die Kinderschar in seine Töpferwerkstatt zu locken, die sie erst verlassen dürfen, wenn sie seine Lebensgeschichte angehört haben. Damit beginnt die Geschichte vom kleinen Muck, ein märchenhaftes Abenteuer, von dem die Kinder zunehmend gefesselt sind: Nach dem Tod des Vaters macht sich der kleine Junge auf den Weg, um den Händler zu finden, der "das Glück verkauft". Auf seiner Wanderschaft begegnet er einer Hexe, die ihm zu Zauberpantoffeln verhilft. Zieht er sie an, ist er schneller als jeder Läufer des Sultans. Er wird zum neuen Oberleibläufer am Hofe ernannt und schon bald ist der kleine Muck von Intriganten und Neidern umgeben, die ihn zu Fall bringen wollen. Doch der kluge und hilfsbereite Junge wirkt segensreich für das Sultanat, kann einen Krieg verhindern, die korrupten Minister entlarven, indem er ihnen mit Hilfe von Zauberfeigen Eselsohren wachsen lässt, und schließlich zaubert er auch noch die Tochter des Sultans ihrem Herzensprinzen zu. Nach all dieser Zauberei war die Abenteuerlust des kleinen Muck befriedigt, er ging zurück, wurde Töpfer und schließlich zu jenem von den Kindern verspotteten alten Mann. Doch damit ist es jetzt vorbei. Mit seiner Lebensgeschichte hat er die Herzen der Kinder gewonnen.
Kritiken/Empfehlungen:
Der bekannte deutsche Regisseur Wolfgang Staudte hat das Märchen von Wilhelm Hauff mit großem Engagement verfilmt und mit einigen Motiven angereichert, wie zum Beispiel die Prinzessinnen-Romanze. Dramaturgie, Darstellung, Kostüme, Ausstattung und Ambiente, technische Tricks, Musik - alles wirkt zusammen. Die Botschaft des Films, dass das Glück nicht zu kaufen ist, dass Zauberei auch ihre Grenzen hat, wird humor und einfühlsam vermittelt. Dem Regisseur ist es zudem gelungen, den Zauber des Orients und die Weisheit der Geschichte in Bildern zu erzählen, die immer noch Platz für ein Geheimnis lassen.
"Die Geschichte vom kleinen Muck ist als große Märchenrevue stil- und geschmackssicher inszeniert, ohne allzuviel auf vordergründige Effekte zu setzen. Es gibt auch viel Humor und Ironie in einer kindgerechten Form, ganz zu schweigen von der humanistischen Botschaft der Geschichte: Das Gute siegt, aber ein wenig List und Klugheit gehören dazu. Sehenswert ab 6." (film-dienst 3/1985)
"Staudtes Märchen vom 'Kleinen Muck' brach mit der deutschen Tradition der kindertümelnd innigen Märchenfilme: Optische Phantasie verbindet sich mit humanistischer Tendenz. Neben dem 'Kalten Herz' (ebenfalls ein Märchen von Wilhelm Hauff, Regie: Paul Verhoeven 1950) begründet der Film die nachdrücklich geförderte Kinderfilmproduktion in der DDR." (rororo Filmlexikon 1987)
Kinder-Filmkritik (aus dem Archiv des Kinderkino München e.V.):
"Der Film hat mir sehr gut gefallen, war lustig, schön und spannend und hatte wenigstens einen tieferen Sinn. Aus dem Film konnte man lernen, dass man Menschen wegen ihres Aussehens nicht verhöhnen sollte." (Ulrich, 10 Jahre)
"Die Szenen waren spannend dargestellt und gut gefilmt. Ich würde den Film meinen Freunden weiterempfehlen." (Sebastian, 9 Jahre)
Christel Strobel / Gudrun Lukasz-Aden
- Produktionszeitraum
- 1953
- Produktionsjahr
- 1953
- Farbe
- Farbe
- Bildformat
- 1:1,37
- Basiert auf
- Wilhelm Hauff
- Länge
- Langfilm (ab 61 Min.)
- Gattung
- Spielfilm
- Genre
- Fantasy / Märchen
- Thema
- Gesellschaftliche Teilhabe, Krankheit / Sucht / körperliche Beeinträchtigung
- Zielgruppe
- Juniorfilm (7-11 Jahre)
- Rechteumfang
- Nichtexklusive nichtkommerzielle öffentliche Aufführung (nonexclusive, noncommercial public screening),Keine TV-Rechte (no TV rights)
- Anmerkungen zur Lizenz
- DEFA
- Lizenzdauer bis
- 31.12.2030
- Permanente Sperrgebiete
- Deutschland (DE), Österreich (AT), Schweiz (CH)
- Verfügbare Medien
- DVD
- Originalfassung
- Deutsch (de)
DVD
- Untertitel
- Deutsch (de), Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (es), Portugiesisch (Bras.) (pt)