Filmkatalog

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Bildausschnitt: beleuchteter, festlicher, vertäfelter Filmvorführraum

Franziska Stünkel
Nahschuss

  • Produktionsjahr 2021
  • Farbe / LängeFarbe / 116 Min.
  • IN-Nummer IN 4549

Einen faustischen Pakt mit der DDR-Staatsmacht schließt der junge Forscher Dr. Franz Walter, für eine Professur und private Privilegien willigt er in eine Tätigkeit für den Auslandsnachrichtendienst ein. Viel zu spät begreift er, mit wem und worauf er sich eingelassen hat; mit tödlichen Folgen.

Anfang der 1970er Jahre in der DDR: Der karriereorientierte Wissenschaftler Dr. Franz Walter erhält von der Hauptverwaltung Aufklärung, dem Auslandsnachrichtendienst der DDR, ein verlockendes Angebot. Als Gegenleistung für eine Professur wird der fähige Analytiker und Fußballfan im Vorfeld der Weltmeisterschaft von 1974 auf einen in die BRD geflohenen Fußballstar angesetzt. Doch so sehr die gemeinsamen Dienstreisen mit Kollege Dirk Hartmann in den Westen und die schicke neue Wohnung zunächst für Euphorie sorgen mögen – auch bei Corina, seiner Frau –, so fragwürdig erscheinen bald die ausufernden Spionagetätigkeiten, und unmoralisch die erpresserischen Methoden des Arbeitgebers. Franz Walter versucht sich zurückzuziehen, doch für einen Ausstieg ist es längst zu spät; und der Titel des Films offenbart bereits das Ende: Per „Nahschuss“, einem unerwarteten Pistolenschuss ins Genick, wurden in der DDR bis 1981 Todesurteile vollstreckt. Der klaustrophobisch inszenierte und packend gespielte Film beruht lose auf der Geschichte von Dr. Werner Teske, dem letzten Menschen, der in der DDR hingerichtet wurde.

Frederik Lang (30.11.2021)

Pressestimmen:

„Ob es denn nun ein Müssen oder ein Wollen gewesen sei, wird Franz Walter gegen Ende im Gerichtssaal gefragt. Da ist er schon wegen versuchter Spionage und Fahnenflucht angeklagt. Müssen oder Wollen? Diese Frage durchzieht im Grunde den ganzen Film. Die Frage des freien Willens. Die Entscheidung für oder gegen Lebenswege, die sich vor einem auftun. Dabei nie zu wissen, ob man zur richtigen Zeit am richtigen Ort oder zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Und überhaupt: Wie frei ist man in den Zwängen eines politischen Systems?“ (Annett Scheffel, Süddeutsche Zeitung, 12.8.2021)

„Aber Aufklärung ist nur die eine Seite dieses auch perfekt ausgestatteten Films (gedreht wurde u. a. in der Stasizentrale in Hohenschönhausen). Es geht ihm um Walters persönliche Verstrickungen, um die Mechanik des Drucks, der sich um seine Person herum aufbaut, auch um seine eigene Schuld, der er sich mehr und mehr bewusst ist. Walter ist kein skrupelloser Typ wie sein Kollege Dirk (der manchmal allzu mephistophelisch daherkommt), er wirkt mitunter vielleicht labil. (…)
Franziska Stünkel hat mit Nahschuss einen so eindringlichen wie eindrücklichen Film vorgelegt (…). Sie hat ihre durchaus prominenten Schauspieler gut im Griff, selbst Lars Eidinger nötigt sie das nötige Understatement ab – übrigens eine Idealbesetzung für die Rolle. Die Tragik und Melancholie allerdings, die ein anderer Debütfilm über die Stasi, Das Leben der Anderen, in den Tätern suchte, ist Nahschuss völlig fremd. Hier sind die Figuren nur Rädchen in einem mit Menschenverachtung arbeitenden Einschüchterungsapparat.“ (Rudolf Worschech, epd Film, 23.7.2021)

„Allerdings ist Nahschuss, so detailliert er recherchiert sein mag, auch ein weiterer Beitrag zur filmischen Teilung Deutschlands. Es ist eine West-Produktion. Regisseurin und Drehbuchautorin Franziska Stünkel kommt aus Göttingen, Lars Eidinger wuchs in West-Berlin auf, die wichtigsten anderen Schauspieler sind Westgewächse (mit Ausnahme von Striesow, der die fieseste Rolle erhielt), die Produzenten stammen aus West-Biotopen.
Nun sollte man nicht dem Identitäts-Irrweg verfallen, wonach nur Schwule Schwule spielen dürfen und Schwaben Schwaben und Filme über die DDR nur aus den Neu-Bundesländern kommen sollten. Aber es ist nicht zu übersehen, dass mit der Herkunft weiterhin eine bestimmte Perspektive verbunden ist und der Osten wenig mit der westlichen Fixierung auf Stasi-Geschichten anfangen kann und der Westen wenig mit dem östlichen Beharren darauf, man habe sich im real existierenden Sozialismus ganz gut einrichten können. Es ist letztlich die Debatte über den (Un)rechtsstaat, und sie wird auch im Kino ausgetragen.
Nach drei Jahrzehnten gesamtdeutscher Filme über die verblichene DDR muss konstatiert werden: Die deutsche Teilung setzt sich im filmischen Blick auf den Arbeiter- und Bauernstaat unvermindert fort.“ (Hanns-Georg Rodek, Die Welt, 12.8.2021)

Produktionsland
Deutschland (DE)
Produktionszeitraum
2019/2020
Produktionsjahr
2021
In Zusammenarbeit mit
Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)/Arte (Mainz)
Farbe
Farbe
In Koproduktion mit
Franks Filmproduktion GmbH (Berlin) || C-Films GmbH (Hamburg)

Länge
Langfilm (ab 61 Min.)
Gattung
Spielfilm
Genre
Drama
Thema
Justiz, Gewalt, Liebe, Beziehung / Familie, Arbeit, DDR, Sozialismus / Kommunismus, Demokratie / Menschenrechte

Rechteumfang
Nichtexklusive nichtkommerzielle öffentliche Aufführung (nonexclusive, noncommercial public screening),Keine TV-Rechte (no TV rights)
Lizenzdauer bis
30.11.2028
Permanente Sperrgebiete
Frankreich (FR), Deutschland (DE), Österreich (AT), Schweiz (CH), Liechtenstein (LI), Südtirol (Alto Adige), Luxemburg (LU), Monaco (MC), Andorra (AD), Belgien (BE), Island (IS), Finnland (FI), Schweden (SE), Dänemark (DK), Norwegen (NO), Spanien (ES)

Verfügbare Medien
DCP, Blu-ray Disc, DVD, Blu-ray Disc, Digitaler Film
Originalfassung
Deutsch (de)

DCP

Untertitel
Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Russisch (ru), Arabisch (ar), Chinesisch (zh), Tschechisch (cs), Polnisch (pl), Türkisch (tr)
Anmerkung zum Format
DCP sind verschlüsselt.

Blu-ray Disc

Untertitel
Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Russisch (ru), Chinesisch (zh), Polnisch (pl), Tschechisch (cs)

DVD

Untertitel
Deutsch Teil UT, Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Russisch (ru), Chinesisch (zh), Polnisch (pl), Tschechisch (cs)
Anmerkung zum Format
DVD-Auswertungszeit: ab September 2022

Blu-ray Disc

Untertitel
Türkisch (tr)

Digitaler Film

Untertitel
Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Russisch (ru), Polnisch (pl), Tschechisch (cs), Chinesisch Kurzzeichen, Türkisch (tr), Serbisch (sr)