Sarah Blaßkiewitz
Ivie wie Ivie
- Produktionsjahr 2021
- Farbe / LängeFarbe / 109 Min.
- IN-Nummer IN 4560
Ivies Selbstbild kommt ins Wanken, als plötzlich ihre Halbschwester auftaucht und nicht nur von der anstehenden Beerdigung des gemeinsamen Vaters in Senegal erzählt, sondern vor allem ihr Bewusstsein für den Alltagsrassismus schärft, dem sie als Afrodeutsche ausgesetzt ist; ein beeindruckendes Debüt über Selbstfindung und Diversität.
Und plötzlich steht ihre Halbschwester Naomi vor der Wohnungstür, von der Ivie bis dahin noch nicht einmal wusste, und berichtet von der anstehenden Beerdigung des gemeinsamen Vaters in Senegal. Für Ivie, die bei ihrer weißen Mutter in Leipzig aufgewachsen ist, gerade ihr Lehramtsstudium beendet hat und auf Jobsuche ist, bedeutet dies eine umso heftigere Konfrontation mit der eigenen „afrikanischen“ Geschichte. Naomi schärft bei den ausgiebigen Gesprächen vor allem Ivies Blick für ihre Identität als Afrodeutsche, für all die alltäglichen Erfahrungen von Rassismus und Diskriminierung, die Ivie trotz ihrer privilegierten Situation als Akademikerin regelmäßig widerfahren und die nur allzu oft nicht einmal böse gemeint sind, sondern aus Unwissen, Gewohnheit oder Unüberlegtheit entstehen. Regisseurin Sarah Blaßkiewitz lässt sich und ihren Darstellerinnen dabei viel Zeit für die Entwicklung der Figuren und deren Lebenswelten, mal heiter, mal schmerzhaft; ein bewegender Debütfilm über die Selbstfindung einer jungen Frau.
Frederik Lang (20.01.2022)
Pressestimmen
„Ivie beginnt, nicht nur ihre persönlichen Beziehungen, sondern auch ihre Beziehung zu Kultur und Gesellschaft zu hinterfragen. Warum möchte sie nicht, dass Naomi ihr für ein Bewerbungsgespräch einen Turban wickelt? Warum wird sie während des Gesprächs immer wieder gefragt, woher ihre Eltern denn kommen würden? Was Nicht-Betroffene als unangenehme Einzelfälle abtun, wird im Film deutlich als das gekennzeichnet, was es ist: rassistische Mikroaggressionen, die Schwarze Menschen dauernd erleben. Naomi reagiert auf diese abgebrüht – was allerdings nur noch mehr verdeutlicht, wie alltäglich sie für sie sind.
Blaßkiewitz gelingt die Darstellung des Alltäglichen besonders gut (…) [Sie hat mit] Ivie wie Ivie einen visuell eindrucksvollen Film über Freundschaft, Familie und Identität geschaffen (…), der zeigt, dass wir noch lange nicht in einer antirassistischen Gesellschaft angekommen sind.“ (Lillith Dörsch, jetzt.de, 17.06.2021)
Mirjam Ratmann im Gespräch mit Sarah Blaßkiewitz, fluter.de, 17.9.2021
fluter.de: Inwieweit spiegelt der Film deine eigene Lebensrealität wider?
Sarah Blaßkiewitz: Ich habe dafür viel auf eigene Erfahrungen zurückgegriffen, die ich selbst als Schwarze Frau in Deutschland gemacht habe. Ich bin aber weder Ivie noch Naomi. Allerdings habe ich eine ähnliche Reise wie Ivie hinter mir. Auch ich habe mich als junge Frau gefragt: „Wer bin ich, und wie sehen mich die anderen?“ Ich habe viel in Zweifel gezogen. Anderes ist durch Erfahrungen und Geschichten in meinem Umkreis inspiriert. Dafür muss man keine afrodeutsche Geschichte haben. Mein Wunsch war es, dass sich alle Menschen angesprochen fühlen.
Ivies beste Freundin Anne nennt Ivie „Schoko“. Beide haben diesen Begriff nie hinterfragt – bis Naomi auftaucht. Kann eine Freundschaft solche rassistischen Zwischentöne auf lange Sicht aushalten?
Ich hoffe schon, dass sich so etwas aufarbeiten lässt. Denn Anne hat das ja nicht böswillig gemeint, sondern sich kulturell verankerter Mechanismen bedient, die sie nie hinterfragt hat. In guten Freundschaften kann es gelingen, dass man solche Konflikte aushält und überwindet – und dazu gehört dann auch, die eigenen rassistischen Denkweisen und Handlungen zu reflektieren und darüber offen zu sprechen.
fluter.de: Du hast das Drehbuch ja schon zwischen 2016 und 2017 geschrieben. Hat sich seitdem etwas im Bewusstsein über Alltagsrassismus verändert?
Sarah Blaßkiewitz: Ich glaube schon. Das Thema Rassismus hat in den vergangenen Monaten viel mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit bekommen. Besonders die Debatten in den USA und die Black-Lives-Matter-Bewegung hatten darauf einen großen Einfluss. Das hat vielen Schwarzen Menschen – auch in Deutschland – mehr Selbstbewusstsein gegeben und die öffentliche Darstellung und Wahrnehmung von Afrodeutschen zum Positiven verändert. (…)
Wir haben im Team diskutiert, vor allem mit den beiden Hauptdarstellerinnen habe ich mich eng ausgetauscht: Womit geht es uns gut, womit schlecht? So gesehen hat Black Lives Matter mich und uns alle empowert, das dann durchzuziehen.
- Produktionsland
- Deutschland (DE)
- Produktionszeitraum
- 2019-2021
- Produktionsjahr
- 2021
- Farbe
- Farbe
- In Koproduktion mit
- Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) (Mainz)
- Länge
- Langfilm (ab 61 Min.)
- Gattung
- Spielfilm
- Genre
- Drama
- Thema
- Beziehung / Familie, Coming of Age, Freundschaft, Diskriminierung / Rassismus, Gleichberechtigung / Emanzipation
- Rechteumfang
- Nichtexklusive nichtkommerzielle öffentliche Aufführung (nonexclusive, noncommercial public screening),Keine TV-Rechte (no TV rights)
- Lizenzdauer bis
- 14.11.2028
- Permanente Sperrgebiete
- Deutschland (DE), Österreich (AT), Schweiz (CH)
- Verfügbare Medien
- DCP, Blu-ray Disc, DVD, DCP, Digitaler Film
- Originalfassung
- Deutsch (de)
DCP
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Deutsch Teil UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Chinesisch (zh), Russisch (ru), Italienisch (it), Türkisch (tr), Estnisch (et), Tschechisch (cs)
- Anmerkung zum Format
- DCP sind verschlüsselt
Blu-ray Disc
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Deutsch Teil UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Chinesisch (zh), Russisch (ru), Italienisch (it), Türkisch (tr), Estnisch (et), Tschechisch (cs)
DVD
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Deutsch Teil UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Chinesisch (zh), Russisch (ru), Italienisch (it), Türkisch (tr), Estnisch (et), Tschechisch (cs)
- Anmerkung zum Format
- DVD-Auswertungszeit: ab 01.11.2022
DCP
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Deutsch Teil UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Chinesisch (zh), Russisch (ru), Italienisch (it), Türkisch (tr), Estnisch (et), Tschechisch (cs), Rumänisch (ro)
- Anmerkung zum Format
- DCP sind verschlüsselt
Digitaler Film
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Russisch (ru), Italienisch (it), Türkisch (tr), Estnisch (et), Tschechisch (cs), Chinesisch Kurzzeichen, Rumänisch (ro)
- Anmerkung zum Format
- kurdisch - ku