Lena Stahl
Mein Sohn
- Produktionsjahr 2020
- Farbe / LängeFarbe / 94 Min.
- IN-Nummer IN 4571
Parytnacht, Skateboardunfall, Intensivstation: Die darauf folgende Autofahrt in die Schweizer Rehaklinik wird für die überfürsorgliche Mutter wie den supercoolen Sohn zum Selbstfindungstrip. Ein Roadmovie über Verantwortung, Mutterrollen und das Erwachsenwerden.
Der Skateboardstunt nach durchzechter Partynacht war selbst für den Profiskater Jason eine Nummer zu groß. Der spektakuläre Unfall führt direkt auf die Intensivstation. Frisch aus dem Koma erwacht, werden aber erst einmal stolz die Blessuren für die Followerschaft festgehalten; überlebt zu haben bezeugt schließlich die eigene Unverwundbarkeit. Doch Jasons besorgte Mutter, die erfolgreiche Fotografin Marlene, hat ihm da längst einen Rehaplatz in einer Schweizer Spezialklinik verschafft, und wird ihn persönlich in ihrem alten Volvo hinbringen; das Vertrauen ist verwirkt, Kontrolle ist besser. Zwei Welten prallen auf engstem Raum aufeinander, das Auto-Kammerspiel auf deutschen Straßen droht zum Horrortrip zu werden. Unterwegs machen die beiden Station bei einer Freundin, die in einer Art Hippiekommune lebt, und ein weiteres, völlig abweichendes Lebensmodell propagiert. Langsam beginnen Mutter und Sohn zu erkennen, wie wenig sie eigentlich über das Leben des/der anderen wissen. Eine vorsichtige Reflexion über Mutterrollen und Verweigerungshaltungen setzt ein, über das Erwachsenwerden und das Loslassen-Können. Das Roadmovie könnte doch noch zum Selbstfindungstrip werden.
Frederik Lang (16.05.2022)
Kritiken, Empfehlungen, Presseschau:
„Mutter und Sohn, das Urmotiv setzt Bilder frei. Auf der Bühne, im Film. Sie reichen von der Antike bis zur Popkultur. Ödipus, Psycho, Terminator. Die sexualisierte Mutter, die Mutter als pathologisches Kontrollmonster, derer man sich nur durch Mord entledigen kann, die Mutter als Kampfmaschine mit Beschützerinstinkt, als um sich ballerndes Muttertier. Lena Stahls feinnerviges Spielfilmdebüt hält nichts von dieser Art übersteigertem Mutterkult und reflektiert trotzdem die Klassiker Kontrollwahn und Fürsorge – nur die erotisierte Mutter lässt sie aus. Mein Sohn ist ein ruhig erzähltes Roadmovie, das sich Pausen und Auslassungen erlaubt und nach dem konventionellen Anfang eine gewisse Ruppigkeit entwickelt. Die Leerstellen in den Gesprächen zwischen Marlene (…) und Jason (…) treffen punktgenau den Ton des Generationen-Unverständnisses, der so oft zwischen Eltern und ihren rebellischen Kindern herrscht, die Anfang 20 sind und ihr eigenes Ding machen wollen.
Was wissen wir wirklich voneinander? Diese unausgesprochene Frage wird zwischen Marlene und ihrem Sohn Jason plötzlich konkret.“ (Gunda Bartels, Der Tagesspiegel, 18.11.2021)
„Wie Anke Engelke in der Rolle der Mutter im Krankenhaus auftaucht, eine kleine, zerbrechlich wirkende Person, der der Kummer im zerquälten Gesicht steht, macht gleich klar, was für eine tolle Charakterdarstellerin die als Komödiantin bekannt gewordene Schauspielerin ist. (…) Mein Sohn ist vor allem Marlenes Film, und man möchte allein schon bejubeln, dass es so einen Film mittlerweile im Kino gibt: mit einer Frau über fünfzig in der Hauptrolle (die nicht Meryl Streep ist), deren Charakter nicht auf ein spätes Liebesglück oder die (lösbaren) Probleme des Älterwerdens fokussiert ist. (…) Schön ist die Ernsthaftigkeit, mit der Lena Stahl, die auch das Drehbuch geschrieben hat, in ihrem Spielfilmdebüt das Thema ‚Mutterschaft’ auslotet. In diesen Zeiten, in denen Kinder das Sinnstiftendste sind, was den meisten Menschen einfällt, kommt der kitschfreie, auch desillusionierte Blick von Mein Sohn gerade recht. (…) Der großartige Jonas Dassler (…) verkörpert Jason als blauäugigen Kind-Mann und darf seinen abgründigen Jungscharme ausspielen. Was in Jasons Kopf hinter dem Vorhang seiner Zottelhaare vor sich geht, weiß der Zuschauer ebenso wenig wie Marlene. Mit seinem Grinsen hält er alle auf Distanz. Auch nach seinem schweren Unfall hält er sich für unverwundbar, zeigt seine Wunden wie Trophäen und grinst die Konsequenzen scheinbar lässig weg. Marlene rät er, mal weniger zu analysieren und zu kontrollieren und das Leben einfach nur anzupacken - da macht er einen Punkt. Großartig, wie zerknittert, verbiedert und von ihren Ängsten niedergedrückt Anke Engelke Marlene spielt. Da scheint eine Menge ungelebtes Leben durch. Aber hat sie nicht auch recht damit, dass es ohne ein Mindestmaß an Kontrolle, ohne verlässliche Partnerschaften und liebevolle Zuwendung durch andere nicht geht?“ (Martina Knoben, Süddeutsche Zeitung, 16.11.2021)
- Produktionsland
- Deutschland (DE)
- Produktionszeitraum
- 2019/2020
- Produktionsjahr
- 2020
- Farbe
- Farbe
- Länge
- Langfilm (ab 61 Min.)
- Gattung
- Spielfilm
- Genre
- Roadmovie, Drama
- Thema
- Beziehung / Familie, Krankheit / Sucht / körperliche Beeinträchtigung
- Rechteumfang
- Nichtexklusive nichtkommerzielle öffentliche Aufführung (nonexclusive, noncommercial public screening),Keine TV-Rechte (no TV rights)
- Lizenzdauer bis
- 30.11.2028
- Permanente Sperrgebiete
- Deutschland (DE), Österreich (AT), Schweiz (CH)
- Verfügbare Medien
- DCP, Blu-ray Disc, DVD, DCP, Digitaler Film
- Originalfassung
- Deutsch (de)
DCP
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Chinesisch (zh), Russisch (ru), Italienisch (it), Estnisch (et), Hebräisch (he)
- Anmerkung zum Format
- DCP sind verschlüsselt
Blu-ray Disc
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Deutsch Teil UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Chinesisch (zh), Russisch (ru), Italienisch (it), Estnisch (et)
DVD
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Deutsch Teil UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Chinesisch (zh), Russisch (ru), Italienisch (it), Estnisch (et)
- Anmerkung zum Format
- DVD-Auswertungszeit: ab Oktober 2022 und nach Rücksprache mit dem LG
DCP
- Untertitel
- Rumänisch (ro)
- Anmerkung zum Format
- DCP sind verschlüsselt
rumänische UT sind nur auf 1 DCP (#5330)
Digitaler Film
- Untertitel
- Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Arabisch (ar), Russisch (ru), Italienisch (it), Estnisch (et), Chinesisch Kurzzeichen, Hebräisch (he)