Filmkatalog

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Bildausschnitt: beleuchteter, festlicher, vertäfelter Filmvorführraum

Wolfgang Ettlich
Deutschlandreise

  • Produktionsjahr 2020
  • Farbe / LängeFarbe / 87 Min.
  • IN-Nummer IN 4522

Eine Zeitreise durch Ostdeutschland, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung und nach der ersten filmischen Tour von Regisseur und Kameramann durch die untergegangene DDR – was ist geblieben von den Hoffnungen, Ängsten und Veränderungen?

Einige Monate nach dem Fall der Mauer im November 1989 begaben sich der westdeutsche Regisseur Wolfgang Ettlich und sein Kameramann Hans-Albrecht Lusznat auf eine filmische Reise ins Unbekannte, die sie seitdem mehrfach wiederholt haben und die sie nun ein allerletztes Mal unternehmen: Aus einem neugierigen Roadtrip durch die ostdeutsche Provinz ist ein Roadmovie wie Zeitdokument geworden. Ettlich und Lusznat besuchen Menschen, die sie auch damals bereits interviewt und auf Film gebannt haben, fragen nach den damaligen Hoffnungen und Ängsten: Haben sie sich erfüllt? Waren sie gerechtfertigt? Wie war der Weg in den Kapitalismus? Sie fragen aber auch einfach die Menschen am Straßenrand oder auf Supermarktparkplätzen und halten dabei fest, damals wie heute, welche Veränderungen sich den Biografien und Gesichtern der Menschen eingeschrieben haben, den Orten, den Landschaften, und – ganz nebenbei – auch der filmischen Ästhetik, bedingt durch den technischen Fortschritt.

Pressestimmen:
„Ausgerüstet mit einer neuen Kamera suchen die beiden die damaligen Kameraperspektiven auf. Ettlich, am Steuer, wird wie damals vom Beifahrersitz aus gefilmt, die Motorgeräusche im Hintergrund sind heute leiser, und man hört ein Navi. Damals hat Ettlich zu Lusznat gesagt: ‚Lass es laufen, wenn ich rede. Wenn ich auf der Straße Leute anspreche, musst du automatisch die Kamera laufen lassen.’ Und damals wie heute läuft die Kamera, wenn sich Passantinnen und Hähnchenverkäufer von ihm ausfragen lassen und sich ihm öffnen. Seit seiner ersten Reise in die DDR ist er immer wieder Richtung Osten gefahren und hat darüber nach zehn und 15 Jahren Dokumentarfilme gemacht. Solche Langzeitbeobachtungen sind es, die Ettlich interessieren. ‚Bei anderen Themen war es immer spannend, alle halbe Jahre hinzukommen und zu schauen, wie sich der Mensch und der Ort verändert. In einer Langzeitdokumentation kriegst du einfach mehr ein gewisses Lebensgefühl mit, wie und warum es sich verändert’, so Ettlich (…) Im Film fragt Ettlich nach dem Gefühl der Menschen 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. Er selbst sagt: ‚Man darf nicht über Dresden, Leipzig oder Chemnitz reden; aber in den Kleinstädten, an der Grenze zu Polen, da hauen die Leute Richtung Westen ab. Und es ist eigentlich immer Thema, warum Deutschland es nicht geschafft hat, eine wirtschaftliche Gleichberechtigung zu schaffen.’ Ein Taxifahrer in Forst in der Lausitz erzählt von Ungleichheiten bei Rente und Löhnen und sieht das als Ursache für eine wachsende AfD-Wählerschaft. Zwei AfD-Wählerinnen, Mutter und Tochter, kommen auch zu Wort und äußern sich fremdenfeindlich – eine Diskussion gibt es nicht. ‚Die Statements lasse ich so stehen und dann muss der Zuschauer darüber nachdenken’, so Ettlich. Zurück im Auto reflektiert er über schockierende, städtebauliche und emotionale Begegnungen. Herzliche Umarmungen und ein großes Lächeln zeigen, dass über die Jahre Freundschaften entstanden sind. Der Film handelt nicht nur von 30 Jahren Wiedervereinigung, sondern eben auch von Zwischenmenschlichem.“ (Marleen Beisheim, Süddeutsche Zeitung, 20.10.2020)

„Mit seinem Kameramann Hans-Albrecht Lusznat reiste Ettlich kurz nach der Wende in die untergegangene DDR, ‚eine Expedition in ein unbekanntes Land’, sagt er. ‚Als die Mauer fiel, musste ich mir das angucken, ich bin in Neukölln an der Mauer groß geworden, oft nach Ostberlin gelaufen, um mir eine Cola-Brause für 20 Pfennig zu kaufen.’
Die Erlebnisse in Orten wie Zittau, Zschopau, Forst oder Chemnitz ließen ihn nicht los. (…)
Im Kontrast zu den alten Aufnahmen werden Veränderungen sichtbar. Es geht nicht nur um den äußern Wandel, sondern auch um den inneren, um das, was die Wiedervereinigung mit den Menschen gemacht hat. Die intensive Spurensuche nach Befindlichkeiten ist manchmal von Nostalgie geprägt, wie von Hoffnungen und Enttäuschungen. Da bedauert die einstige SED-Bürgermeisterin ‚früher waren wir eine Familie, jetzt geht nichts mehr’, ein Lehrerehepaar möchte nie ‚in die DDR zurück, das wäre das Allerletzte’, der Verkäufer in der Hühnerbraterei urteilt salomonisch: ‚Die einen sind glücklich geworden, die anderen nicht.’“ (Margret Köhler, Abendzeitung (München), 26.10.2020)

Frederik Lang, 13.04.2021

Produktionsland
Deutschland (DE)
Produktionszeitraum
2020
Produktionsjahr
2020
Farbe
Farbe

Länge
Langfilm (ab 61 Min.)
Gattung
Dokumentarfilm
Genre
Roadmovie
Thema
Heimat, Wende / Wiedervereinigung, Freundschaft, DDR, Sozialismus / Kommunismus

Rechteumfang
Nichtexklusive nichtkommerzielle öffentliche Aufführung (nonexclusive, noncommercial public screening),Keine TV-Rechte (no TV rights)
Lizenzdauer bis
19.11.2027
Permanente Sperrgebiete
Deutschland (DE), Österreich (AT), Schweiz (CH)

Verfügbare Medien
DVD, Blu-ray Disc, DCP, Digitaler Film
Originalfassung
Deutsch (de)

DVD

Untertitel
Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Chinesisch Kurzzeichen, Russisch (ru), Arabisch (ar), Tschechisch (cs), Portugiesisch (Bras.) (pt)

Blu-ray Disc

Untertitel
Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Chinesisch Kurzzeichen, Russisch (ru), Arabisch (ar), Portugiesisch (Bras.) (pt), Tschechisch (cs)

DCP

Untertitel
Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Chinesisch Kurzzeichen, Russisch (ru), Arabisch (ar), Portugiesisch (Bras.) (pt), Tschechisch (cs)

Digitaler Film

Untertitel
Deutsch Voll UT, Englisch (en), Französisch (fr), Spanisch (Lateinamerika), Portugiesisch (Brasilien), Chinesisch Kurzzeichen, Russisch (ru), Arabisch (ar), Portugiesisch (Bras.) (pt), Tschechisch (cs)