Brauchen wir eine neue Art des Denkens, um uns eine Welt von Vernetzung und Verbindung vorstellen zu können? Diese Frage stellt sich das Parasite Village im Rahmen der Dresdener Tage für zeitgenössische Musik (DTZM) in der Kuration von Elisa Erkelenz. Eine Woche lang kommen Künstler*innen verschiedener Ensembles und Hintergründe zusammen, um in einem Organismus transtraditioneller Musik zu forschen.
Das Projekt EXT INC / REMEMBER ME am 28.04.2023 fragt nach dem, was bleibt, wenn wir verschwinden – als Spezies, als Musik, als Sprache… Und wie wir uns erinnern können und Wege der Liebe und der Hoffnung finden, um aktuellen Krisen – vom Klima zu Iran – begegnen zu können.
Das für das Parasite Village zusammenkommende Future Tradition Orchestra stellt am 29.04.2023 in einem Konzertabend seine Rechercheergebnisse vor. Ein Gipfel transtraditioneller Musik, ein Kaleidoskop flüssiger und flexibler Beziehungen, verbunden in einem neuen Kollektiv.
Eingeleitet werden die Konzerte von Listening Sessions: Am 28.04.2023 mit dem Ökophilosophen Andreas Weber und der Klangkünstlerin Kirsten Reese, am 29.04.2023 mit dem Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila. Mit Late Night Sets geht es in die Nacht.
Gefördert von: Goethe-Institut, Ernst von Siemens Musikstiftung und Allianz Foundation.
Medienpartner: VAN Outernational.
Informationen zu den beiden Einzelterminen:
28. April EXT INC / REMEMBER ME
19h Listening Session
20h Konzert
Wir leben in einem der größten Artensterben der Geschichte. Doch nicht nur Arten, auch Klänge, Sprachen und Musik verschwinden. Das Projekt EXT INC / REMEMBER ME der transtraditionellen Konzertreihe Outernational spürt diesen Prozessen gemeinsam mit den Komponisten Aida Shirazi und Emre Dündar und zwei Uraufführungen nach. Emre Dündar hat eine "Fakelore" geschrieben, die sich verschiedenen folkloristischen Traditionen der türkisch-griechischen Region nähert. Die junge iranische Komponistin Aida Shirazi bezieht sich in ihrer Komposition auf Walt Whitmans This Compost - ein Text, der das Leben in der Akzeptanz des Todes beschwört. Mit Vivaldis La Folia - einem in der Musikgeschichte vielfach komponierten Motiv - schwebt der Abend über den Abgründen der Geschichte.
Eingeleitet wird der Abend durch eine Outernational Listening Session, für die der Philosoph und Biologe Andreas Weber einen Essay zum Thema verfasst hat, der von Kirsten Reese zum ersten Mal in einem Klangraum zu hören sein wird.
29. April PARASITE VILLAGE / FUTURE TRADITION ORCHESTRA
19h Essay Performance Parasite Fiston Mwanza Mujila
20h Konzert des Future Tradition Orchestra
Ein Gipfel transtraditioneller Musik: Musiker*innen des Trickster Orchestra Berlin, des Hezarfen Ensemble Istanbul und des Omnibus Ensemble aus Tashkent kommen im Rahmen einer Residenz in Hellerau erstmalig zusammen. Module internationaler Komponist*innen, die alle auch als Performer dabei sind, werden für das Kollektiv zu Improvisationsgrundlagen, zu einem Nährboden für neue Verbindungen. Als Organismus der radikalen Vielfalt verhandelt das Future Tradition Orchestra indigene und polytraditionelle Instrumentaltechniken und verschiedene Formen der Notation: vom Graphic Score zur Mimesis.
Eingeleitet wird der Abend von einer Essay Performance von Fiston Mwanza Mujila.
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