Veranstaltungsreihe
25.10. 2025— 01.03.2026
Nairy Baghramian
Ausstellung & Rahmenprogramm|nameless
Baghramians Werke widersetzen sich ebenso biografischen Interpretationen wie der Festlegung durch Sprache. Der Text an der Museumswand besagt, dass sie Deutsche ist, geboren im Iran in einer armenischen Familie. Obwohl ihre Arbeit die Besonderheiten dieser dreistufigen kulturellen Entwurzelung vermeidet, spielt sie doch auf die Bedingungen des Exils an. Exil erfordert Anpassung und Flexibilität, bringt aber auch eine Veränderung der Wahrnehmung mit sich. Ort, Kultur, Gesellschaft, Sprache – alles erscheint anders, wenn man von woanders kommt. Mit der Zeit kann man sie jedoch sowohl von innen als auch von außen betrachten, in einer doppelten Wahrnehmung. „Skulptur ist niemals transzendent – sie verändert sich unter dem Einfluss der Umstände“, sagte sie kürzlich in einem Interview. Auch hier zeigt sich wieder der reaktionsfähige Ansatz, über die Bedingungen kreativer Produktion und ihre Notwendigkeit unter widrigen Umständen zu sprechen, anstatt konkrete Aussagen zu treffen oder Fronten aufzubauen.
Kirsty Bell, Nairy Baghramian’s “nameless”, in: Criticism - e-flux (15.01.2026).
Kirsty Bell, Nairy Baghramian’s “nameless”, in: Criticism - e-flux (15.01.2026).