Bettina Hoffmann: Choreographie der Bewegung
Ausstellung
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Goethe-Institut Montreal, Montreal
- Preis Eintritt frei
Ausgestellt in den Fenstern des Goethe-Instituts
1626 Boulevard St. Laurent/ Ecke Ontario
Über die Künstlerin
Die aus Berlin stammende Bettina Hoffmann ist seit den 2000er Jahren eine wichtige Figur in der Kunstszene von Montreal. Hoffmanns Arbeiten, die für ihre Fotografien, Installationen und Videos bekannt sind, besitzen eine faszinierende, rätselhafte Kraft, die zum Teil durch ihre präzise komponierten Bilder und choreografierten Bewegungen und durch die Verwendung von mehrdeutigen menschlichen Interaktionen entsteht. Ihr Werk steht an der Schnittstelle zwischen Fotografie, Film, Skulptur und Tanz, wobei sie sich den letzten Jahren besonders mit Choreografie beschäftigt hat. Das Goethe-Institut freut sich, drei ihrer neuesten tänzerischen Arbeiten zu präsentieren, Drain (2012), Hold-On (2015) und Silent Office (2016/2018).
Bettina Hoffmann hat international viel ausgestellt und etliche Preise und Stipendien erhalten. Ausstellungen ihrer Werke in Kanada, ob solo oder im Rahmen von Gruppenausstellungen, beinhalten: Occurrence (Montreal, 2016), Oboro (Montreal, 2014), die Art Gallery of Ontario (Toronto, 2009), Dazibao (2007) und Prefix Institute of Contemporary Art (Toronto, 2008). Ihre Arbeit ist auch Teil einiger privater und öffentlicher Sammlungen in Nordamerika und Europa, darunter das Museum für zeitgenössische Fotografie in Chicago, das Musée d'art contemporain de Montréal, Musée national des beaux-arts de Québec und die Berlinische Galerie in Berlin.
Für mehr Informationen über Bettina Hoffmann: http://www.bettinahoffmann.net
Arbeiten:
HD, NTSC, 5:23 min, 2015
Tänzer/innen: Keven Lee, Katie Philp, Ilya Krouglikov, Melanie Lebrun (MTL)
Vier Menschen versammeln sich in einem riesigen Raum. Plötzlich wird man schwach und steht vor dem Zusammenbruch. Die anderen versuchen, sie aufrecht zu halten, obwohl zwei von ihnen ihre Hände und Arme nicht benutzen können, während die dritte nur ihre Hände und nichts anderes benutzen kann. Ihre Bewegungen führen zu einem chaotischen und intimen, manchmal gewalttätigen, zu anderen Zeiten sinnlichen Kampf
Alle vier bewegen sich wie ein Organismus, eine Entität, die ein krankes Mitglied oder ein krankes Glied erfährt und versucht, ihre Funktionalität wiederzuerlangen. Die auferlegten Körperbeschränkungen schaffen eine sehr fragile Situation, in der die Bewegung, die nicht mit den anderen koordiniert ist, zu einem Sturz und Versagen führen kann. Ihre Kleidung suggeriert ein Büro, in der ihre äußerst beschäftigten, aber ausgerückten Handlungen des Helfens eher eine Verpflichtung als eine altruistische, menschliche Reaktion zu sein scheinen.
HD, NTSC, 9 min, 2012
Tänzer/innen: Kate Ladeheim, Freja Mitchel, Suzan Polat (NYC)
Produziert während einer Künstlerresidenz in New York (CALQ).
Während drei Frauen in einem langsamen Tanz oder Ringen gegeneinander drücken, sich ziehen und ineinander verfangen, sieht der Betrachter von unten, wie auf dem Boden liegend, zu. Als eine Frau nach unten gedrückt und dann wieder hochgezogen wird, fällt Wasser aus ihren Haaren und kräuselt eine Wasseroberfläche, die zwischen den Tänzern und der Kamera liegt. Der grausame Akt jemanden ins Wasser zu stoßen, kontrastiert mit dem ästhetischen Effekt der Verzerrung des Bildes und schafft eine zusätzliche Distanz zwischen Kamera und Performern, Zuschauern und Performance.
Silent Office
Video, HD, 9:37, 2016/18
Tänzer/innen: Mitsuko Aoki, Keke, Tomohiko Kyogoku, Atsuko Kurematsu, Yoko Sakurai, Nana Suzuki (Tokyo)
Musikkomposition: Dylan Lardelli
Ort
In Form lokaler Körperschaft
1626 boul. St-Laurent
Büro 100
Montreal H2X 2T1
Kanada