Luxor “EcoArt” verbindet Kunst und Umwelt

Eco Art-mural painting 2
©Yasmin Ouberri

Einige Tage nachdem Luxor zur arabischen Kulturhauptstadt 2017 gekürt wurde, endete das Projekt „EcoArt“, organisiert von der in Luxor ansässigen Künstlervereinigung „Art from people Contemporary Art space“ in Kooperation mit dem Goethe-Institut Kairo und der Robert Bosch Stiftung, mit einer Ausstellung, in deren Rahmen die Ergebnisse des Projekts in den Räumlichkeiten der Künstlervereinigung präsentiert wurden.

Die teilnehmenden Künstler dieses 17-tägigen Projekts waren aus unterschiedlichen Provinzen angereist. Als Inspirationsquelle für ihre künstlerischen Aktivitäten hatten sie sich auf die Werke des weltberühmten Künstlers Gerhard Richter festgelegt, insbesondere diejenigen Werke, die sich mit dem Spannungsverhältnis von Figuration und Abstraktion sowie Bedeutung und Banalität auseinandersetzen. „EcoArt“ verbindet Kunst und Umweltbewusstsein und möchte den künstlerischen Wert recycelter Materialien neu entdecken.

Nach der zweiten Auflage von „Art in the Street“, in dessen Zentrum der Künstler Paul Klee stand, ist „EcoArt“ bereits die zweite Kollaboration in diesem Jahr zwischen „Art from people Contemporary Art space“, dem Goethe-Institut Kairo und der Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Robert Bosch Kulturmanagerprogramms in der arabischen Welt.

Eine der Aktivitäten des Projekts war die Aufbereitung alten Papiers, das für einen Malworkshop mit Kindern genutzt wurde. Eiad Orabi, bildender Künstler und Leiter von „Art from people Contemporary Art space“, erklärt: „Unser Ziel ist es durch die Schaffung künstlerischer Freiräume, in denen wir Kreativität und gesellschaftliche Partizipation ermöglichen, gesellschaftlichen Wandel zu fördern. Dazu gehört, die Kunst vom Atelier hinaus auf die Strasse zu bringen, in die Dörfer und abgelegene Gegenden. Die Leute vor ihrer Tür abzuholen, in ihrer Nachbarschaft, bring ihnen die Kunst näher und baut Misstrauen ab. Die Zeit vor der Einschulung ist die wichtigste Phase in der Entwicklung von Kindern, in dieser Phase müssen sie zum Denken und kreativem Handeln angeregt werden, Workshops helfen ihnen dabei. „Art from People Contemporary Art Spacebegann seine Aktivitäten in 2009, wir merkten, dass unsere Gruppe einen festen Ort brauchte, und dass sie eine unabhängige Kulturinstitution werden sollte. Zu den Aktivitäten gehören ein wöchentlicher Filmclub, Workshops für Kinder und ein Leseklub.“
 

  •  Eco Art_masks_Art from people to people ©Yasmin Ouberri
  • Eco Art_painting workshop_Art from people to people ©Yasmin Ouberri
  • Eco Art_scultpuring_Art from people to people ©Yasmin Ouberri

„Die Kinder haben in den Workshops zur Aufbereitung alten Papiers und den Lehmworkshops mit anschließendem Maskenbasteln so aktiv mitgearbeitet, das hatten wir nicht erwartet.“ So Amira Adel Mohammed, bildende Künstlerin aus Manoufiya. „Zu Beginn des Projekts, während des Symposiums, schauten wir eine Dokumentation über Gerhard Richter, die seine Arbeiten und Stilrichtungen in unterschiedlichen Lebensabschnitten behandelte. Im Anschluss daran arbeiteten wir an eigenen Interpretationen seiner Werke, die schließlich auch die Grundlage für die Workshops und das mural painting in Azbet El Boirat und Bashlaw, zwei Dörfer im Westen Luxors, bildeten.“

Der Kairoer Künstler Ahmed Nagy fügt hinzu: „Ich habe bereits an vielen Kunstworkshops teilgenommen, doch dieses Projekt ist anders durch den direkten Kontakt mit den Kindern. Ich denke, dass wir es in den Workshops geschafft haben, die Kinder zu begeistern und ihre Energie in künstlerisch schönen Aktivitäten zu bündeln. Die Schönheit und Ruhe Luxors sind der Kreativität ausgesprochen förderlich. Die Medien sollten sich noch mehr für die bildenden Künste interessieren.“

Und Theres Antoine, Bildhauerin aus Alexandria bekräftigt: „Hätte das Projekt an einem anderen Ort stattgefunden, hätten wir nicht denselben Erfolg gehabt und diese Begeisterung in den Kinderaugen.“

Inspiration brachten 48 Portraits bekannter Personen aus dem Gesamtwerk Richters und sein besonderer Stil der Abstraktion in der Schaffung von Skulpturen.

„Die Zeit des Workshops reichte aus, um den Kindern zu zeigen, wie man aus natürlichen Materialien wie Papierresten, Wasser und Klebstoff Masken bastelt oder aus Lehm Figuren formt.“ So Houraya Elsayed, bildende Künstlerin aus Kairo. „die Kinder konnten ihre negativen Energien loswerden und ihre Wahrnehmung, ihren Horizont, erweitern. Wir probieren wirklich mit den Menschen zu kommunizieren und nicht solche Künstler zu sein, die sich selbst genug sind.“

Nour Mohammed Ali aus Aswan, die bei den Workshops mitgeholfen hat, erzählt: „Meine Aufgabe war es, den Künstlern bei der Finalisierung ihrer Werke zu helfen, und in den Workshops mit den Kindern zur Hand zu gehen, ich habe bei der Papierherstellung und der Arbeit mit dem Lehm mitgearbeitet und den Kursplan erstellt.“

„Das Kunst- und Umweltprojekt „EcoArt“ unterscheidet sich von „Art in the Street“, das sich mit dem Künstler Paul Klee beschäftigte. Viele Leute wissen nicht, dass Paul Klee Ägypten und Oberägypten bereist und den Nil gemalt hat.“ erklärt Yasmin Ouberri, Robert Bosch Kulturmanagerin in Oberägypten. „Danach planten Eiad Orabi und ich ein künstlerisches Umweltprojekt in Luxor, das Projekt sollte Workshops für Kinder miteinschließen, um ihren Wissenshorizont zu erweitern und ihr Umweltbewusstsein zu stärken.“