Band des Monats
Hafergirl

Foto Hafergirl
© Luise Motsch

In Weimar sorgt eine ganz besondere Figur für Aufsehen: Hafergirl, die Superheldin der Hafermilch, verbindet Hyperpop-Musik mit starken Empowerment-Vibes. Doch hinter dieser Figur mit magischen Kräften steckt eine ziemlich echte Geschichte, voller Zufälle, Kreativität… und einem kleinen Spaß unter Freund*innen, der plötzlich zu einem unerwarteten Abenteuer führte.

Von ihren Anfängen im Wohnzimmer bis hin zur Aufmerksamkeit einer großen Marke in Schweden und einem selbstbewussten künstlerischen Comeback, Hafergirl hat definitiv noch einiges vor.

Also, einfach nur Studentin… oder doch eine echte Pop-Superheldin?

Von Elyssa Zaafrani

Wer steckt hinter Hafergirl?

Hafergirl, die Superheldin der Hafermilch, heißt mit bürgerlichem Namen Laura Köckritz und wurde am 31. August 1998 in Dresden geboren. Schon als Kind war sie total von Musik angezogen. Sie fing mit Blockflöte an, später kam Klavier dazu. In ihrer Jugend hatte sie allerdings nicht immer Lust zu üben. Ihr Lehrer brachte ihr hauptsächlich klassische Musik bei, obwohl sie viel lieber Songs im Pop-Stil spielen wollte.

Sie hat auch ein bisschen Gitarre und Ukulele ausprobiert, sagt aber selbst, dass sie kein Instrument so richtig perfekt beherrscht. Dafür hat sie ganze fünfzehn Jahre in einem Chor gesungen. Erst während ihres Studiums fing sie an, eigene Musik zu schreiben.

Heute macht Laura einen Master in Kulturmanagement an der Bauhaus-Universität Weimar. Davor studierte sie Theaterpädagogik in Merseburg.

Die Entstehung von Hafergirl

Die Figur Hafergirl ist eigentlich eher zufällig entstanden. Weil Laura laktoseintolerant ist, hat sie eines Tages mit Freund*innen darüber gescherzt, einen Song über Hafermilch zu schreiben. Aus diesem Witz wurde im Sommer 2023 plötzlich ernst, als sie die Idee wirklich in Musik verwandelte.

Zusammen mit ihrem Ex-Freund schrieb sie ihren ersten Song im Wohnzimmer, einfach nur zum Spaß. Am Anfang war der Track nur für sie und ihren Freundeskreis gedacht. Doch während des Prozesses merkten sie, dass der Song vielleicht doch mehr Potenzial hat. Also haben sie ihn einfach veröffentlicht, um zu schauen, was passiert.

Zu ihrer großen Überraschung kam der Song super an. Aus einem kleinen Spaß wurde so ihr erster Track Oatly on Ice. Schnell war auch der Künstlername klar: Hafergirl. Laura stellte sich die Figur als eine Art Superheldin mit ganz eigenen Kräften vor. Für sie war das alles total aufregend, alles war neu, und sie erlebte zum ersten Mal, wie es ist, ihre eigene Musik mit anderen zu teilen.

Ihren Stil beschreibt sie als feministische Hyperpop-Musik, die einfach gute Laune machen soll. Für sie sind das typische Sommer-Songs, bei denen man gemeinsam feiern und Spaß haben kann.

2025 und „Gott will es so“

2025 veröffentlichte sie zusammen mit Max Verclas ihren zweiten Song Gott will es so. Der Track dreht sich um Sororität (Schwesternschaft) und Empowerment. Für Hafergirl ist das vor allem eine Haltung, einfach man selbst sein, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was andere denken, und den Alltag ohne Maske zu genießen.

Im Song erzählt sie von einem Sommer mit ihren Freundinnen, wie sie sich selbst feiern und einfach das machen, worauf sie Lust haben, ohne sich darum zu kümmern, was Männer darüber denken. Hauptsache, zusammen Spaß haben und das Leben genießen.

Zwischen Oatly on Ice (2023) und Gott will es so (2025) hat sich laut ihr viel verändert. Sie hatte eine längere Pause aus persönlichen Gründen gemacht. In Weimar kam dann der Moment, in dem sie Hafergirl neu aufleben lassen wollte, aber auf eine andere Art. Sie sagt selbst, dass ein großer Unterschied zwischen den beiden Songs besteht und dass Hafergirl mit Gott will es so gewachsen ist. Auch wenn es bisher nur zwei Songs gibt, steckt für sie schon jetzt eine ganze Menge Geschichte dahinter.

Jede große Marke braucht eine Superheldin!

Ihr erster Song brachte ihr auch eine ziemlich unerwartete Story. In Oatly on Ice geht es zwar allgemein um Hafermilch, aber der Markenname Oatly wurde vor allem benutzt, weil er sich gut reimt. Trotzdem hat genau das den Song bis zum Firmensitz in Schweden gebracht.

Am Anfang hatte Laura sogar Angst, dass die Marke rechtliche Schritte gegen sie einleiten könnte. Doch zwei Jahre später bekam sie eine Nachricht auf Instagram. Das Team hatte den Song entdeckt… und war begeistert. Angeblich lief der Track bei ihnen im Büro in Dauerschleife.

Als Dank schickten sie ihr ein riesiges Paket von Hafermilch. Für Hafergirl war das eine große Erleichterung und ein Moment, den sie bis heute in guter Erinnerung hat. Damals wurde ihr sogar eine mögliche Zusammenarbeit für eine zukünftige Kampagne in Aussicht gestellt. Und mit einem Augenzwinkern sagt sie: "Falls jemand von Oatly das hier liest, wäre ich immer noch dabei!"


Heute arbeitet Hafergirl schon an ihrem neuen Song mit ihrem aktuellen Produzenten Max Verclas. Die Idee: ein Song im Cowgirl-Style. Ein Release-Datum gibt es noch nicht, aber eins ist sicher, es wird wieder ein echter Sommerhit!

Und auch wenn unsere Superheldin noch ganz am Anfang ihrer Geschichte steht, ist eines sicher: Sie hat schon jetzt alles, was eine echte Pop-Superheldin braucht, um Eindruck zu hinterlassen. Zwischen sonniger Energie und starken Empowerment-Vibes macht ihre Musik einfach Lust, loszulassen und Spaß zu haben, ohne groß nachzudenken.

Während man also auf die neue Videoveröffentlichung zu Gott will es so im Mai wartet, lohnt es sich, jetzt schon in ihre Welt einzutauchen… denn wenn man Hafergirl einmal begegnet ist, will man sie bei ihren nächsten Abenteuern definitiv weiter begleiten.

Diskografie

Singles

2023: 
Oatly on Ice
2025: Gott will es so

Band des Monats auf Spotify

Jeden Monat stellen wir euch eine Band oder eine*n Sänger*in aus einem deutschsprachigen Land vor – den Musikstilen sind keine Grenzen gesetzt. Mit dieser Playlist könnt ihr in die Musik der vorgestellten Künstler*innen hineinschnuppern.

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