Ingeborg Plasse

Ich erinnere mich

Ingeborg Plasse © Goethe-Institut
Ingeborg Plasse

Ich erinnere mich:
 
Zu Zeiten der Baader-Meinhof-Aktionen Mitte der 70er Jahre gab es in den Goethe-Instituten in Frankreich wegen mehrfacher Bombendrohungen besondere Sicherheitsvorkehrungen. Damals befanden sich die Kursräume des Goethe-Instituts Lyon noch im ersten Stock eines Gebäudes Ecke Place Bellecour/Rue de la Barre.

Als ich in dieser Zeit einmal gegen 17.30 Uhr zum Unterrichten kam, war niemand im Vorraum. Der damalige Verwalter hatte sich hinter einer Säule in Deckung gebracht, streckte nur seinen Kopf hervor und rief: „ Nicht herein kommen! Hier ist vielleicht eine Bombe hinterlegt. Gehen Sie in die „Brioche“ (Das war das damalige Stammcafé der Lehrer an der Ecke rue de la Barre/rue des Marronniers.), dort sind die anderen Kollegen. Wir warten auf den Bombenentschärfungsdienst (Service de déminage).“

Nachdem das Paket, das hinter einem Vorhang in einem Klassenzimmer deponiert war, vorsichtig von der Spezialeinheit geöffnet worden war, stellte sich heraus, dass es sich um keine Bombe handelte. Es befand sich darin ein Münsterkäse!

War es ein Scherz oder nur ein vergessenes Paket? Wir haben es nie erfahren.
 
Ingeborg Plasse
 
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