Film und Literaturgespräch (Comic) Ulli Lust und Kai Pfeiffer

Zeichnung einer Mammutherde © Ulli Lust

Mo, 18.10.2021

19:00 - 21:00

Goethe-Institut Paris

Reise zu den alten Wesen: Ein Abend im Urwald

Mit Ulli Lust und Kai Pfeiffer
Moderation: Volker Zimmermann 

Vorführung des Films Urwald (Square für Künstler - Carte blanche, Arte, 2019) und Gespräch mit den beiden Comickünstler*innen

Urwald von Ulli Lust und Kai Pfeiffer ist die filmische Erweiterung ihres dokumentarischen Comic-Werks. Für Ulli Lust ist er Bestandteil ihrer Recherche über die Lebenswelten in der Frühgeschichte, dem Gegenstand ihres kommenden großen Comic-Essays. Kai Pfeiffer dagegen erforscht die filmische Darstellung der vielfältigen Oberflächen des Waldes, ihre Analogie zu seinen „Molekular-Zeichnungen“, sowie die verschiedenen Aggregatzustände als dramatisches Element im Comic, die ihre Entsprechung in den akustischen Texturen der Filmmusik findet.

Ulli Lust arbeitete zunächst als Kinderbuchillustratorin in Österreich. 1995 zog es sie nach Berlin, wo sie Grafikdesign studierte und mittlerweile vorrangig Comics für eine erwachsene Leserschaft kreiert. 2009 erschien ihr autobiographischer Comic-Roman Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens (Avant-Verlag), der in sieben Sprachen übersetzt wurde und zahlreiche Preise erhielt. Es folgte u.a. Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein (Suhrkamp) und Flughunde (mit Marcel Beyer, Suhrkamp). Aktuell zeichnet sie an einem essayistischen Comic zur Kunst der Eiszeitmenschen.

Kai Pfeiffer ist Comic-Künstler zwischen Fiktion, Abstraktion und Reportage und realisiert Bücher und Installationen. Er ist auch Herausgeber diverser Anthologien, Kurator, Übersetzer und Hochschullehrer (derzeit an der Hochschule Hannover). In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Autor Clemens Setz entstand das Buch Glücklich wie Blei im Getreide (Suhrkamp, 2015). Im selben Jahr erschien Bei Gefallen auch mehr (gemeinsam mit der belgischen Comiczeichnerin Dominique Goblet, Avant-Verlag). 2018 drehte er gemeinsam mit Ulli Lust in Co-Regie den Dokumentarfilm Urwald für Arte, zu dem er auch Filmmusik und Sounddesign beitrug.

Volker Zimmermann studierte Geschichte, Film, Philosophie und Literaturwissenschaft in Deutschland und in den Vereinigten Staaten. Er kam 2004 nach Paris, wo er für verschiedene Verlage und Kultureinrichtungen arbeitete, bevor er sich im Jahre 2012 als Übersetzer selbstständig machte. Seit 2020 ist er als Deutschlehrer tätig.
 
Im Rahmen des Comicfestivals Formula Bula

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