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Frankreich Toulouse

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18:30 Uhr

(Ost-)Deutschland 35 Jahre nach der deutschen Vereinigung: Von der Last der Geschichte zum Zukunftsproblem?

Vortrag und Debatte|mit Prof. Raj Kollmorgen

  • Université Toulouse Capitole, Amphithéâtre Maury, Toulouse

  • Sprache Auf Deutsch mit Simultanübersetzung
  • Preis Freier Eintritt

Prof. Raj Kollmorgen © HSZG

Prof. Raj Kollmorgen © HSZG

Die Bundesrepublik Deutschland erscheint heute zugleich als wirtschaftspolitischer Problemfall wie gesellschaftspolitische Ausnahme in Europa. Während das Wirtschaftswachstum seit drei Jahren stagniert, die Energiepreise nicht sinken und die Sozialausgaben des Staates steigen, ist es zugleich eben diese Bundesrepublik, die nicht nur einen der geringsten Schuldenstände in Europa aufweist und den ökologischen Umbau vorantreibt, sondern auch das Land, welches die Ukraine stark unterstützt. Trotz der anhaltenden Migrationszahlen hat Deutschland auch in der letzten Bundestagswahl keinen Sieg der Rechtspopulisten gesehen und wird nicht einmal deren Beteiligung an der neuen Regierung erleben. Zugleich zeigten auch diese letzten Wahlen enorme Unterschiede der Stimmenanteile praktisch aller Parteien zwischen Ost- und Westdeutschland.

Was sind die Gründe für diese merkwürdig und vielfach gespaltene Lage? Was haben die Vereinigung 1990 und die Entwicklungen in Ostdeutschland nach der Vereinigung damit zu tun? Wie sozial ungleich waren und sind Ost- und Westdeutsche? Ist der Aufstieg der Alternative für Deutschland (AfD) und der Rechtspopulisten eine Folge der Vereinigung und der deutsch-deutschen Ungleichheiten? Kann und wenn ja wie der Aufstieg der Rechtspopulisten gebremst oder gar umgekehrt werden? Und was bedeutet das alles für die Zukunft der Bundesrepublik und Ostdeutschlands?

Im Vortrag wird versucht, Antworten auf diese und weitere Fragen zur gesellschaftspolitischen Lage und den Zukunftschancen der Bundesrepublik und insbesondere Ostdeutschlands aus historisch-soziologischer Perspektive zu liefern.

Raj Kollmorgen, geb. 1963 in Leipzig, ist Professor für Soziologie und Management sozialen Wandels sowie Prorektor Forschung an der Hochschule Zittau/Görlitz (Sachsen, Deutschland). Forschungsschwerpunkte: Theorien der Gesellschaft, Gesellschaftstransformationen in Geschichte und Gegenwart, Ostdeutschland und deutsche Vereinigung, politischer Populismus und Radikalismus sowie innovative Regionalentwicklung. Er ist u.a. Mitherausgeber der Publikationen Ferne Eliten. Die Unterrepräsentation von Ostdeutschen und Menschen mit Migrationshintergrund (2024), Deutschland ist eins: vieles. Bilanz und Perspektiven von Vereinigung und Transformation (2021) und Handbook of Political, Social, and Economic Transformation (2019).

Die Moderation übernimmt Frau Aurore Gaillet, Professorin für Öffentliches Recht an der European School of Law de Toulouse

Eine Kooperation zwischen dem Goethe-Institut Toulouse und der European School of Law de Toulouse

Im Rahmen der Deutsch-Französischen Wochen in Okzitanien