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19:00–20:30 Uhr

Alfred Döblin

Literaturgespräch|Berge Meere und Giganten

  • Goethe-Institut Paris, Paris

  • Sprache Auf Französisch
  • Preis Eintritt frei

Das Bild zeigt ein Porträtfoto von Döblin sowie das Cover des Buches © Gallimard

Porträt von Alfred Döblin und Buchcover © Wikimedia; Buchcover © Éditions Gallimard

In Anwesenheit des Übersetzers Michel Vanoosthuyse und Francis Doblin 
Moderation: Christine Lecerf 

1924 veröffentlichte Alfred Döblin einen visionären Roman über eine Zukunft, in der die Menschheit, im Versuch, den Planeten zu beherrschen, Klimakatastrophen, gewaltsame Migrationen, genetische Manipulationen und einen Weltkrieg auslöst. Der Wahnsinn erreicht seinen Höhepunkt, als die Mächtigen versuchen, das Eis Grönlands schmelzen zu lassen, um sich dort niederzulassen – mit katastrophalen Folgen für die Menschheit.

Ein Jahrhundert später wird dieser Roman erstmals ins Französische übersetzt. Er zeigt Döblin noch vor seinem berühmten Werk Berlin Alexanderplatz, als scharfsinnigen Kritiker der menschlichen Maßlosigkeit. Berge Meere und Giganten ist ein Werk, das in Dialog mit Klassikern wie 1984 und Wir tritt und eine spannende Lektüre zwischen Abenteuer, Fabel und Science-Fiction bietet. 

Alfred Döblin, geboren 1878 in Stettin als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, war Psychiater in Berlin. Er war Mitbegründer der expressionistischen Zeitschrift Der Sturm und engagierte sich in der literarischen Szene. 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, emigrierte er zunächst nach Frankreich und floh 1940 in die USA. Nach dem Krieg gründete er die Zeitschrift Das goldene Tor und war Mitbegründer der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. 1951 zog er wieder nach Frankreich, wo er 1957 starb. 

Michel Vanoosthuyse ist Spezialist für deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts und emeritierter Professor an der Universität Paul-Valéry in Montpellier. Er ist Autor der Werke Le Roman historique: Mann, Brecht, Döblin (1996) und Alfred Döblin. Théorie et pratique de l’ « œuvre épique » (2005). Beim Verlag Agone ist er Autor von Fascisme & littérature pure. La fabrique d’Ernst Jünger und hat Wallenstein sowie L’Art n’est pas libre, il agit. Écrits sur la littérature d’Alfred Döblin übersetzt und mit einem Vorwort versehen. Für diese beiden Werke wurde er 2014 mit dem Prix Gérard de Nerval-SGDL/Goethe Institut ausgezeichnet. 
 
Der Enkelsohn des Autors, Francis Doblin, ist engagierter Unterstützer der Erinnerung an Alfred Döblin und der Verbreitung seines Werks in Frankreich.

Christine Lecerf ist Übersetzerin, Literaturkritikerin und Produzentin im Rundfunk, wo sie die verschiedenen Seiten der literarischen, künstlerischen und philosophischen Moderne erkundet.