Neue Ausgabe „das goethe“
Erzähle mir von Europa

Erzähle mir von Europa
Collage (Ausschnitt): © privat/TEMPUS CORPORATE

Mit der ersten Ausgabe des Jahres 2020 startet „das goethe“ in sein fünftes Erscheinungsjahr. Fast ein Jubiläumsheft, das diesmal ganz dem Thema Europa gewidmet ist. Basierend auf dem Projekt „Erzähle mir von Europa“ unterhalten sich in fünf Interviews zwei Generationen über europäische Lebenswege, Meinungen und Ideale.

Mit dem Projekt „Erzähle mir von Europa“ setzt das Goethe-Institut auf die Kraft eines genera­tions­über­greifenden Austauschs und lädt dazu ein, europäische Lebensgeschichten zu hören und gemeinsam über das Wesen Europas zu diskutieren. Junge Menschen sprechen mit vor 1945 geborenen Europäer*innen über individuelle Lebenswege vor dem Hintergrund der europäischen Idee. Dabei treffen Stimmungen und Visionen aus den Anfängen der EU auf die Vorstellungen eines Europa von morgen.

„das goethe“ hat insgesamt elf Stimmen aus fünf Ländern eingefangen. Gesammelt werden diese und weitere aus ganz Europa bis Ende 2020 im „Europäischen Archiv der Stimmen“ der Gruppe „Arbeit an Europa“. Nach Fertigstellung wird das Archiv eine Vielzahl an europäischen Lebensgeschichten, Meinungsbildern und Perspektiven umfassen. Eine öffentlich zugängliche Anregung zum Nachdenken über ein Europa, wie es ist oder sein könnte.

Europa ist ein Generationenprojekt, das lange vor uns begonnen wurde, dessen Geschichten und Stimmen wir bewahren sollten. Seine Zukunft schreiben wir selbst weiter.

Klaus-Dieter Lehmann (Präsident) und Johannes Ebert (Generalsekretär) im Vorwort zur neunten Ausgabe „das goethe“

Egon Gál im Gespräch „Die 1960er-Jahre waren auch das Jahrzehnt des Nachdenkens über die Zukunft“: Egon Gál im Gespräch. | Collage (Detail): © privat/TEMPUS CORPORATE

„Die größte Gemeinschaft, die emotional empfunden wird, ist die Nation. Geht es darüber hinaus, geht es stets um rationale Entscheidungen und nicht um Solidarität und moralische Werte. Die Frage ist nun, ob es ein europäisches Narrativ geben kann, mit dem wir uns identifizieren können: das Gefühl, dass es viele ‚Europas’ auf der Welt gibt, dass es Probleme gibt, die über alle Staatsgrenzen hinweg gelöst werden müssen.“
Egon Gál (*1940), Philosoph/Slowakei, im Gespräch mit Tereza Reichelova, Philosophin,Politologin/Tschechien, Projektmanagerin bei Civic Belarus

Jean-Claude Carrière im Gespräch „Ich traf nie jemanden, der das Regime unterstützte – alle waren gegen das System“: Jean-Claude Carrière im Gespräch. | Collage (Detail): © privat/TEMPUS CORPORATE

„Für mich ist Europa kein friedlicher und geeinter Ort. Ob die Einigkeit Europas gut oder schlecht war, sollen andere entscheiden. Denn wissen Sie, mitunter kann der ‚clash of cultures’ ja auch eine gute Sache sein. Auch im Prozess der Zerstörung können wir ja den Anderen verstehen. (...) Nur weil wir Europäer*innen sind, dürfen wir nicht davon ausgehen, dass wir unsere Nachbarländer auch mögen müssen.“
Jean-Claude Carrière (*1931), Drehbuchautor/Frankreich, im Gespräch mit Jeanne Pansard-Besson, Opernregisseurin/Frankreich

Bartolomeo Sorge im Gespräch „Gerade in der Globalisierung brauchen wir einen neuen Humanismus“: Bartolomeo Sorge im Gespräch. | Collage (Detail): © privat/TEMPUS CORPORATE „Das Problem ist, dass wir nicht wissen, was wir tun können, weil das Modell von gestern nicht mehr geeignet und das von morgen noch nicht erfunden ist. Wir müssen neue Wege finden. Ich sage immer, die Herausforderung des 21. Jahrhunderts besteht darin, miteinander zu leben und unsere Unterschiede zu respektieren, denn gerade in der Globalisierung brauchen wir einen neuen Humanismus. Die Zukunft ist ungewiss, aber eine Verpflichtung. Der Bau eines neuen gemeinsamen Hauses ist, wenn man so will, das Schöne und das Schwierige unserer Zeit. Wenn die Politik ihre Werte verliert, verliert sie ihre Seele. Wenn das passiert, verschlechtert sich der gesamte Organismus, verrottet und korrumpiert.“
Bartolomeo Sorge (*1929), Jesuit/Italien, im Gespräch mit Jörg Nies, Philosoph, Theologe und Jesuit/Schweden


„Erzähle mir von Europa“ ist eines von mehreren Projekten, mit denen das Goethe-Institut mit Unterstützung des Auswärtigen Amts die deutsche EU-Ratspräsidentschaft in den nächsten Monaten begleiten wird. Weitere Informationen ab dem 16. Juni unter www.goethe.de/EU2020.



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