Translation Theory Lab

Translation Theory Lab Frei zur kommerziellen Nutzung

Mi, 25.05.2022

18:30 - 20:00 BST

Online

Das Übersetzungslabor richtet sich an Literaturübersetzer*Innen fern und nah, jeglicher Sprachkombination mit einem Interesse an theoretischen und ethischen Fragen rund ums Übersetzen.

Das Übersetzungslabor findet online über Zoom statt, organisiert durch das Goethe-Institut in Glasgow. Die Teilnahme ist kostenlos.

Übersetzen ist die Kunst, ein neues literarisches Werk zu erschaffen, das Kunsthandwerk, Sprache in eine Form zu bringen, die der des Ausgangstextes nahekommt -- aber zum Übersetzen gehört auch viel akribische, sorgfältig genaue Arbeit, bei der es darum geht, Worte aufs Papier zu bringen, einen Entwurf nach dem anderen zu verfassen und zu überarbeiten, bis schließlich ein Text entsteht, auf den die/der Übersetzer*in doch ein bisschen stolz sein kann.

In diesem “Translation Theory Lab”-Semester bekommen wir Einblick in den Translationsprozess, von Anfang bis Ende: Während des Lockdowns Anfang 2021 begann Übersetzer Daniel Hahn mit der Arbeit an Never Did the Fire, wie die englischsprachige Übersetzung des Romans der Chilenin Diamela Eltit heißen, und dem Übersetzer Kopfzerbrechen bereiten sollte. Hahn führte dabei Tagebuch und beschrieb die unterschiedlichen Aufgaben, die zu seiner Arbeit gehören, sowie die zahlreichen und vielseitigen Fragen, die sich der Übersetzer stellen muss: Ist Doppeldeutigkeit in einer Übersetzung erträglich und tragbar? Darf man Wörter verwenden, nur weil sie einem persönlich gefallen? Wann sollte man im Englischen Wörter lateinischen, und wann angelsächsischen Ursprungs verwenden? Und, die Gretchenfrage: Wann darf, soll, oder muss man einen bestimmten Artikel setzen? Das Ziel ist dabei stets “etwas Neues zu schaffen, etwas, das völlig mit dem Ausgangstext übereinstimmt, mit Ausnahme sämtlicher Wörter.”

Catching Fire ist kein Ratgeber zum Übersetzen, dennoch steckt er voller persönlicher Ratschläge des produktiven Übersetzers Hahn, der hier Einblicke und seine Erfahrung weitergibt, seine Gedankengänge, sein Unentschlossenheit, Hürden und Freuden mit der Leserschaft teilt. Diese erfährt somit mehr über dieses Verfahren, bei welchem ein/e Übersetzer*in sich in das Buch verlieben muss -- zumindest auf bestimmte Zeit.

Im Zeitraum zwischen April und Juni werden wir uns dreimal treffen, um Auszüge aus dem Buch und daraus entstehende Fragen zu diskutieren. Wir freuen uns, dass Daniel Hahn uns zum Gespräch und zur Frage-und-Antwort-Runde im Juni besuchen wird.

ANMELDUNg

Neu Interessierte bitten wir, sich idealerweise bis zu mindestens drei Tagen vor der Veranstaltung über Eventbrite (Zielseite ist auf Englisch) anzumelden, um in unseren Verteiler für das Lesematerial aufgenommen zu werden. Zur Beachtung: Für bereits Registrierte ist eine erneute Anmeldung nicht notwendig.

Auszüge aus dem Text werden im Voraus an die Teilnehmer*innen geschickt. Diese werden gebeten, sich auf das Translation Theory Lab vorzubereiten, indem sie die Textauszüge vorab lesen und sich Fragen überlegen. Wir empfehlen, das ganze Buch zu lesen, das u.a. über die angegebenen Webseiten erhältlich ist. Bitte beachten Sie die relevanten Informationen auf der Veranstaltungsreihe-Seite anstehend.

Mehr Austausch bietet auch unsere Facebook-Gruppe, der Sie gerne beitreten können.


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Vielleicht interessiert Sie auch unser Übersetzerstammtisch bei dem wir uns auf praktische Übersetzungsfragen konzentrieren und aktuelle Übersetzungsprojekte der teilnehmenden Literaturübersetzer*innen diskutieren.
 

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