Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache

Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod Copyright: KiWi Beim ersten Hören des Titels mag das Buch langweilig erscheinen: „Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache...“ Soll ich mich denn auch in der Freizeit noch mit der deutschen Grammatik beschäftigen? Will ich das denn wirklich? Zum Glück wollte ich das. Liest man die Zeilen von Bastian Sick, der anhand von geistreichen und humorvollen Beispielen die häufigsten Fehler der gesprochenen und geschriebenen deutschen Sprache vorstellt, merkt man kaum, wie viel neues und nützliches Wissen, das auch im Alltag verwendet werden kann, man sich am Ende des Buches angelesen hat.

Ich fand in diesem Buch Antworten auf viele Fragen, die mich schon seit langem beschäftigten, auf die aber auch meine deutschsprachigen Bekannten keine wirkliche Antwort geben konnten.

Das Buch beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Änderungen in der Rechtschreibung, die nach und nach in den Sprachgebrauch Eingang finden, etwa wie der Problemkreis „Welche Wörter müssen zusammen und welche getrennt geschrieben werden?“. Außerdem zieht er eine klare Trennlinie zwischen den Wörtern und Ausdrücken, die in der Umgangssprache und in der offiziellen, der geschriebenen Sprache verwendet werden. Schon der Titel des Buches weist treffend darauf hin, dass der Dativ gegenüber dem Genitiv in verschiedenen Konstruktionen auf dem Vormarsch ist.
Fällt Ihnen beim ersten Hören gleich der Unterschied zwischen den Wörtern „scheinbar” und „anscheinend” ein, oder ob es nun einen Bedeutungsunterschied zwischen „selbst“ und „selber“ gibt? Mit solchen und ähnlich wichtigen Fragen werden wir in den Kapiteln des Buches konfrontiert.

Ein weiteres wichtiges Problem der heutigen Zeit sind die sog. „Anglizismen“. Mit ihrer immer häufigeren Verwendung beschäftigt sich Sick ausführlich. Wussten Sie beispielsweise, dass die heutzutage so oft verwendete Redewendung „Das macht keinen Sinn” grammatisch unrichtig, ja einfach die wortwörtliche Übersetzung des englischen „That makes sense” ist?

Nachdem ich den ersten Teil des Buches beendet hatte, war es für mich selbstverständlich, dass ich auch den zweiten Teil lesen würde. Am Ende des zweiten Bandes findet sich ein Grammatiktest, mit dem wir unser Wissen, das wir uns beim Lesen der zwei Bücher angeeignet haben, überprüfen können.

Ich empfehle dieses Werk all jenen, die auch die kleinsten Details der deutschen Sprache, die in dieser Form in keinem Sprachlehrbuch zu finden sind, kennen lernen wollen.