In der allgemeinen Wahrnehmung ist der Künstler der schaffende Mann, während die Frau seine Muse oder sein Modell ist. Die Darstellungen sind immer noch weitgehend durch den "männlichen Blick" geprägt, Frauen haben es nach wie vor schwer, sich auf dem zeitgenössischen Kunstmarkt durchzusetzen. Das Goethe-Institut und das Institut Français stellen daher in diesem Jahr Künstlerinnen und feministische Kunst in den Mittelpunkt ihrer Projekte, die vom Elysee-Fond unterstützt sind. Das Thema wird binnen diesem Jahr im Rahmen von Filmvorführungen, Workshops und Diskussionen behandelt.
Mit den Filmtagen Hautnah hatten wir das Ziel, die Aufmerksamkeit auf die Frauen vor und hinter der Kamera zu lenken: Auf ihre spezielle Sichtweise, auf den „Female gaze”, auf den weiblichen Erzählrhythmus, und die Geschichten darüber, wie es sich anfühlt, Frau zu sein und wie sie Körperlichkeit und Sinnlichkeit im 21. Jahrhundert erleben.
Alle vier Filme der Filmtagen Hautnah betrachten die Körperlichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln. In all diesen Filmen zeigt eine neue Generation von Filmemacherinnen, dass sie die von heterosexuellen weißen Männern des letzten Jahrhunderts geprägte Filmsprache durch eine neue ersetzen kann.
Menschen begegnen Esther Kinsky am Tagliamento nur in Gestalt von Jägern, „ohren gespitzt und schatten von kleinwild/ baumelnd am gürtelhaken“. Die Hauptfigur in ihrem Band FlussLand Tagliamento ist der Fluss selbst, oder eben: Die weite Flusslandschaft.
Maria Eichhorn nimmt seit Jahrzehnten sowohl gesellschaftliche Machtverhältnisse als auch das Kunstsystem selbst kritisch unter die künstlerische Lupe. Nun stellt sie im Deutschen Pavillon der Biennale 2022 in Venedig aus.
Farbe kann Orte und Materialien transformieren, davon ist Katharina Grosse überzeugt: Ihre gigantischen Spritzpistolen-Kunstwerke haben sie in die größten Ausstellungshallen der Welt gebracht.
Hito Steyerl lässt sich kaum einem Kunstgenre zuordnen: Sie ist Filmemacherin, bildende Künstlerin und Autorin. Mit ihren gesellschaftskritischen Werken hat sie sich auch international einen Namen gemacht.
In unserer Serie stellen wir zehn deutsche Künstlerinnen vor, die sich in ihren Werken auf markante Weise mit der Erfahrung, der gesellschaftlichen Rolle und der Repräsentation des weiblichen Daseins auseinandergesetzt haben – vom 20. Jahrhundert bis heute.
In der Feministischen Audiothek des Goethe-Instituts lassen sich viele interessante Podcasts, Audioporträts, Radiobeiträge und Playlists zum Thema Feminismus finden.
Die deutsche Musikszene besteht aus mehr als weißen, männlichen Musikern auf großen Bühnen. Uns fallen viele Stimmen ein, die man öfter hören sollte. FLINTA steht als Akronym für Frauen, Lesben, Intersexuelle, Nichtbinäre, Trans- und Agender-Personen.