Heritage of the Future

Ausstellung | Kuratorenteam: Friedrich von Borries, Sabrina Cegla

  • Liebling Haus , Tel Aviv-Yafo

gedeckter Tisch in einem leeren Raum © Heritage of the Future/ Liebling Haus

gedeckter Tisch in einem leeren Raum © Heritage of the Future/Liebling Haus

Ausgangspunkt: Das Erbe neu denken
Architektur und die gebaute Umwelt tragen die Geschichten und Vorstellungen der Zeit in sich, in der sie entstanden sind. Sie spiegeln Kultur, politische Konflikte, Machtverhältnisse sowie technologische, wirtschaftliche und ökologische Bedingungen wider. Mit dieser Ausstellung möchten wir darüber nachdenken, was wir künftigen Generationen hinterlassen. Deshalb haben wir ein Gedankenexperiment initiiert: Wie verändert sich unser Blick auf die Gegenwart, wenn wir uns selbst als Wesen der Zukunft vorstellen, die auf unsere heutige Zeit zurückblicken?

Kontext: Eine konfliktreiche Geografie
Wir leben in einer Zeit des anhaltenden Krieges. Die Herausforderung, mögliche gemeinsame Zukünfte und Vergangenheiten für diese Region zu entwerfen, war noch nie so groß und zugleich so notwendig. Im Einklang mit aktuellen Untersuchungen zum Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen, veranschaulicht dieses Gedankenexperiment die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Gestalt unseres Planeten: nicht nur als physische Kraft, die die gebaute Umwelt formt, sondern auch als kultureller, politischer und sozialer Mechanismus, der beeinflusst, wie wir die Zukunft imaginieren, die Vergangenheit deuten und die Gegenwart erleben. Architektur spielt in diesem Prozess eine entscheidende Rolle.

Prozess: Eine Reihe von Dialogen
Die Ausstellung ist ein gemeinschaftliches Architektur-Forschungsprojekt, das aus Gesprächen mit 28 lokalen Architekt:innen hervorgegangen ist, die sich an diesem kuratorischen Experiment beteiligt haben. Die hier präsentierten Bilder und Visionen eröffnen vielfältige, dezentrale Perspektiven auf das gebaute Erbe. Ihre Beiträge erzählen nicht nur Geschichten über das künftige Erbe von Tel Aviv und Jaffa, sondern spiegeln auch persönliche Weltanschauungen wider. So wird die Region in größere geografische und gedankliche Zusammenhänge eingebettet.
Wenn Sie die QR-Codes auf den Wandbeschriftungen scannen, können Sie die Architektinnen und Architeckten in ihren eigenen Worten über ihre Arbeit sprechen hören.

Präsentation: Perspektivwechsel
Um unsere Perspektive tatsächlich zu verändern, müssen wir auch die Art und Weise hinterfragen, wie wir unsere Welt darstellen. Als konzeptionelle Übung verzichtet diese Ausstellung darauf, Architektur als abgeschlossene physische Realität zu zeigen: Es gibt keine Pläne, Modelle oder Renderings. Stattdessen werden poetische Annäherungen an die Möglichkeit einer neuen Selbstwahrnehmung präsentiert. Die Wohnung im Liebling Haus wird zu einer archäologischen Fundstätte der Zukunft, die von Gedanken und Erinnerungen durchzogen ist. Manche davon sind optimistisch, andere pessimistisch, provokativ, kritisch oder unbequem.

Die Ausstellung versteht sich als Aufruf zu einem neuen Verständnis unserer selbst und unserer Rolle in der Welt.

Eine Zusammenarbeit zwischen dem Liebling Haus und der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK).

Gefördert durch die Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke Hamburg (BWFG) sowie das Goethe-Institut.

Öffnungszeiten: 
So-Do: 08:00-19:00 Uhr
Fr: 08:00-15:00 Uhr | Sa: 09:00-16:00 Uhr


Mo., 07.09.2026, 19:00–21:30 Uhr
Architektur erzählen - Eine Diskussion über das Schreiben von Architekturgeschichte im Anthropozän

Panel im Rahmen der Ausstellung „Heritage of the Future“|
Liebling Haus , Tel Aviv-Yafo