Ich habe immer an Wunder durch Gott geglaubt, und das Jahr 2014 schenkte mir ein Wunder- ein Prämienstipendium vom Goethe-Institut Kolkata für einen vierwöchigen Intensivkurs am Goethe-Institut Bonn in Deutschland. Die Sprache Deutsch ist für mich immer eine Leidenschaft gewesen und Deutschland ein Traum. Aber dass der Traum so bald in Erfüllung gehen würde- das war jenseits meiner Vorstellungskraft.
Ich erreichte Bonn am 6. Januar, und ein "Mercedes-Taxi“ fuhr mich zum Goethe-Institut. Es gab so viele Stipendiaten aus verschiedenen Teilen der Welt, aus verschiedenen Kulturen, mit unterschiedlichen Muttersprachen, aber wir konnten alle nur eine gemeinsame Sprache sprechen- Deutsch. Anhand eines kurzen Gesprächs mit der Direktorin des Goethe-Instituts wurde mein sprachliches Können eingeschätzt und ich wurde der Niveaustufe C1.2 zugeteilt. Nachdem jeder Schüler seine / ihre Kursstufe erfahren hatte und ein Taschengeld von 500 Euro ausgehändigt worden war, fuhr mich ein weiteres "Mercedes-Taxi“ zu einem riesigen Haus in der Ippendorfer Allee, wo ich für einen Monat blieb. Die Mitlieder der Familie Götner begrüßten mich mit einem großen Lächeln auf ihren Gesichtern und Wertschätzung, als sie herausfanden, dass ich mich mit ihnen fließend in ihrer Muttersprache unterhalten konnte. Sie boten mir das beste Zimmer ihres Hauses an und während meines Aufenthaltes taten sie alles, um sicherzustellen, dass ich niemals meine Familie in Indien vermisste.
Mein Unterricht begann ab dem 7. Januar. Mein Lehrer Udo Steves war absolut wunderbar und hilfsbereit. Er hat nie aus einem Lehrwerk unterrichtet, aber seine Unterrichtstunden waren so interaktiv, dass wir oft die Zeit vergaßen und immer traurig waren, wenn seine 4 Stunden Unterricht am Tag vorbei waren. Er führte und ermutigte mich während des gesamten Kurses, und ich bestand meine Prüfung.
Das Institut organisierte auch Kultur- und Freizeitprogramme wie z. B. einen Stadtrundgang durch Bonn, Stadtführungen und Freizeit in Köln und Koblenz, Goethe-Treffs in verschiedenen Cafés (Café Spitz, Arco und Nyx), Museumsbesuche (König, Bundeskunsthalle und das Beethoven-Haus), Kinobesuche und Spielabende. Ich aß auch eine Menge typisch deutsches Essen und lief in "Bonn on Ice" Schlittschuh. Ich besuchte das historische Aachen und das schöne Märchenland Drachenburg mit meinen Freunden und wir hatten viel Spaß.
Mein einmonatiger Aufenthalt in Deutschland hat mich eine Menge Dinge gelehrt. Freiheit in der Disziplin hatte noch nie eine größere Bedeutung. Ich habe jetzt Freunde in fast jedem Teil der Welt. Für einen Monat habe ich mich nur auf Deutsch unterhalten. An einem Tag, als ich auf der Kennedy-Brücke über dem Rhein bei -3 Grad Celsius stand, lächelte ich und dankte Gott, dass er mir die Chance gegeben hat, meinen Traum zu leben. Ich bin zurückgekehrt, wieder voll motiviert, willensstark, zielgerichteter und unabhängig. Ich habe einen Teil meiner Seele in dem Land meiner Träume gelassen, in der Hoffnung noch einmal dorthin zurückzugehen, um es wieder zu nehmen.
Ich bedanke mich beim Goethe-Institut Kolkata und bei allen Lehrern, die immer an mich geglaubt haben. Ihretwegen konnte ich die besten Tage meines Lebens verbringen.