Theaterworkshop für DaF Lehrkräfte
am Goethe-Institut Mexiko

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Jede*r mit Kontakt zu Deutschlernenden weiß, dass Deutsch als Fremdsprache ein schwieriges Fach ist. Deshalb arbeiten Deutschlehrkräfte mit der Unterstützung des Goethe-Instituts ständig an neuen Methoden, mit denen ein lockerer Deutschunterricht ermöglicht werden soll, der den Schüler*Innen Spaß macht. Denn wer Spaß hat, lernt besser.

In 2017 wurde im Rahmen eines zweiteiligen Workshops eine solche lernfördernde Methode erprobt. Die Lehrkräfte nahmen im Mai und November jeweils 3 Tage lang an einem Theaterkurs teil, mit dem Ziel „die Lehrer so zu begeistern, dass sie einfach Bock haben, Theater zu machen.

“ Theater deshalb, weil es spielerisch die Angst nimmt, sich auf Deutsch auszudrücken. Außerdem kann situationsspezifisches Vokabular einfacher gefördert werden. Im Mai jedenfalls war das Programm begeisternd genug, dass im November alle Lehrkräfte wiedergekommen sind. Mit Improvisationsübungen, inspiriert von Märchen wie „Der Froschkönig“, „Das hässliche Entlein“ oder „Dornröschen“ stiegen die sie in diesen ersten Teil des Workshops ein, fanden als Gruppe zusammen, entwickelten Umsetzungsideen zu Texten und bereiteten letztendlich sogar eine eigene Aufführung vor, die sowohl das Publikum als auch sie selbst begeisterte.

Weiter ging es im November. Dieses Mal mit den „Kellerkindern“, die nicht etwa wortwörtlich mit dabei waren, sondern in jedem*r Teilnehmer*In schlummerten. Mit dabei waren beispielsweise die „Tranfunzel“ mit schwerfälligem Gemüt und der latent aggressive „Fetzer“, sowie fünf weitere. Es galt, sie kennenzulernen und zutage zu befördern. Mehr als im Mai ging es nun aber auch um die Implementierung der Workshopinhalte im Unterricht, wozu ein Übungskatalog durchgegangen wurde mit Aufgaben, um die Schüler*Innen zu motivieren und für ihren Einsatz auf der Bühne aufzuwärmen.

So vorbereitet ging es zurück in die Schulen, um das Gelernte weiterzugeben. Die Lehrkräfte entwickelten zusammen mit ihren Schüler*Innen eigene Stücke in deutscher Sprache oder passten bereits existierende ihren Wünschen an, prägten sich die Texte ein, stellten ihre Kostüme her, probten so viel wie nötig und präsentierten das Ergebnis dann vor laufender Kamera.

Die Früchte ihrer Arbeit wurden bei uns eingesendet und miteinander verglichen. Uns erreichten viele lustige, spannende Aufführungen und es brauchte eine große Jury um einen ersten Platz zu ermitteln. Aber nicht nur der erste Platz ist ein Gewinn, denn zusätzlich zur gesamten Theatertruppe der erstplatzierten Gruppe nimmt jeweils eine Person aus den anderen Teams teil am Theaterworkshop zum Thema „Respekt und Toleranz“ bei uns am Goethe-Institut. Wir gratulieren allen Teilnehmer*Innen und hoffen, dass der Spaß ebenso groß war wie der Lerneffekt.

Auf Platz 1: „Die Weihnachtsgeschichte“
vom Heidelberg institut Querétaro

 

Auf Platz 2: „Das hässliche Entlein“ vom Goethe-Zentrum Guadalajara
 



Auf Platz 3: „Hänsel und Grätel“ des Liceo de Póas



Sieben Schüler*Innen und fünf DaF-Lehrkräfte aus Mexiko, El Salvador, Panama und Guatemala kamen im November 2018 zusammen und erarbeiteten in nur vier Tagen ein neues Theaterstück zum Thema „Respekt und Toleranz“. Die harte Arbeit hat sich gelohnt: Unter der Leitung von Michael Wenk, Theatertrainer des Galli-Theaters München, und Regina Quiñones, Theaterregisseurin an der UNAM, entwickelten die Teilnehmer/-innen eine Inszenierung mit dem Titel „Die Karawane“. In verschiedenen, lose zusammenhängenden Szenen stellten sie Problemsituationen des Alltags dar, die die Charaktere nach anfänglichen Schwierigkeiten zusammen lösen. Durch diese Lernerfahrung überwinden sie ihre Vorurteile und begegnen dem anderen mit Respekt. Das Stück ruft dadurch zu mehr Respekt und Toleranz unter den Menschen auf.

Voraussetzung für ein respektvolles miteinander ist eine gute Kommunikation, die zu großen Teilen von Sprache ausgemacht wird. Um diese zu fördern, bot das Theaterprojekt den Teilnehmer/-innen nicht nur Spaß und Spannung, sondern auch die Möglichkeit, ihre deutschen Sprachkenntnisse zur Anwendung zu bringen und zu verbessern.

Das Video der finalen Aufführung wollen wir Ihnen an dieser Stelle natürlich nicht vorbehalten:
 
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©Goethe-Institut Mexiko