Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter
Retrospektive Rainer Werner Fassbinder|Von Jean-Marie Straub, RFA, 1968, corto
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Mexiko-Stadt
| Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter | |
| Regie | Jean-Marie Straub |
| Drehbuch | Jean-Marie Straub |
| Hauptdarsteller | Irm Hermann; Kristin Peterson; Hanna Schygulla; Peer Raben; Rudolf Waldemar Brem; Jimmy Powell; Lilith Ungerer; Rainer Werner Fassbinder |
| Kamera | Niklaus Schilling, Hubs Hagen |
| Schnitt | Danièle Huillet, Jean-Marie Straub |
| Produzent | Klaus Hellwig, Jean-Marie Straub |
| Premiere | 1968 |
Straub bezeichnet Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter als sein „bis heute politischster Film“. Basierend auf Ferdinand Bruckners Theaterstück Krankheit der Jugend entstand 1968 der aus drei Szenen bestehende Kurzfilm. Zuerst, eine lange Einstellung aus dem fahrenden Auto entlang des nächtlichen Straßenstrichs. Dann der 10-minütige Take der Theaterinszenierung Krankheit der Jugend. Zuletzt, die Heirat von James und Lilith. Sie kommen nach Hause, doch es wartet Liliths Zuhälter, gespielt von R.W. Fassbinder, den sie erschießt. Eine Geschichte von der Such nach dem Glück, von Scheitern und Verrat.
Jean-Marie Straub (*1933), in Metz geboren, wächst zunächst französischsprachig auf, wird aber im Zuge der deutschen Besetzung gezwungen, in der Schule Deutsch zu lernen. Als er 1954 nach Paris zieht, lernt er seine spätere Frau Danièle Huillet kennen – die beiden arbeiten fortan eng zusammen. Der gemeinsame Spielfilm "Nicht versöhnt..." führt zu einem Skandal, als er 1965 auf der Berlinale aufgeführt wird. Das breite Publikum lehnt auch in den folgenden Jahren die politisch-kargen Werke des Paares ab. So wird Straub und Huillet etwa die Förderung ihres Werkes "Chronik der Anna Magdalena Bach" versagt, der dennoch 1967 fertiggestellt und auf dem Internationalen Filmfest in London als bester Film des Jahres ausgezeichnet wird.
Filmografie (Auswahl): 2010: O somma luce; 2007: Fritz Lang; 2003: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes – Gedemütigt; 1992: Antigone; 1983‘: Klassenverhältnisse; 1979: Von der Wolke zum Widerstand; 1975: Moses und Aron; 1968: Chronik der Anna Magdalena Bach; 1963: Machorka-Muff