Hommage an Horst Bienek
Literarische Inspirationen

„Die erste Polka“ als Hörbuch

Horst Bienek starb am 7. Dezember 1990. In den 1970er und 1980er Jahren schuf der deutschsprachige Schriftsteller und Dichter aus Schlesien eine Reihe von Büchern, die seiner Heimatstadt gewidmet waren. Die Gleiwitzer Tetralogie ist im Literaturkanon zur schlesischen Kultur enthalten und beginnt mit dem hier vorgestellten Roman Die erste Polka.

Die erste Polka bildet den Auftakt zur Gleiwitzer Tetralogie. Wir lernen die Stadt und einige ihrer Bewohner in einem besonderen Augenblick kennen: Es ist der 31. August 1939, seit Wochen spricht man davon, dass es Krieg geben wird, Soldaten tauchen in der Stadt auf, und deren Bewohner versuchen, sich in der neuen Wirklichkeit zurechtzufinden. Horst Bienek zeichnet gekonnt seine Figuren: Wir lernen die Familie Piontek kennen, ihre Verwandten und Bekannten, Lebenswirren, Familiengeheimnisse und Sorgen.

Die Protagonisten sind die Musiklehrerin Valeska, ihr im Sterben liegender Ehemann Leo, Tochter Irma, die nach nur wenigen Tagen Bekanntschaft beschließt, den in ihrem Haus einquartierten Soldaten zu heiraten, und der fünfzehnjährige Josel, der es nicht erwarten kann, erwachsen zu werden. Während die deutsche Bevölkerung sich für den Krieg rüstet, bereitet sich die Familie Piontek auf die kurzfristig organisierte Hochzeit vor. Die Familie kommt zusammen, die örtlichen Honoratioren geben sich die Ehre, alte Wunden brechen wieder auf. Und all dies spielt sich vor dem Hintergrund der „Gleiwitzer Provokation“ ab, in den frühen Morgenstunden, die den Lauf der Geschichte verändern...

Horst Bienek, „Pierwsza Polka“. Audiobook 1 © Klaudiusz Kaufmann

Horst Bienek, „Die erste Polka“
Teil 1

Horst Bienek, „Pierwsza Polka“. Audiobook 2 © Klaudiusz Kaufmann

Horst Bienek, „Die erste Polka“
Teil 2


Horst Bienek – deutschsprachiger Schlesier, Dichter, Schriftsteller, Publizist, Übersetzer und Filmregisseur. Er wurde am 7. Mai Horst Bienek Horst Bienek | @ Isolde Ohlbaum 1930 in Gleiwitz als sechstes Kind in die Familie eines Eisenbahners und einer Musiklehrerin hineingeboren. 1946 musste er seine Heimatstadt verlassen. Die folgenden Jahre verbrachte er in der DDR. 1951 veröffentlichte er seine ersten lyrischen Werke und wurde in die Meisterklasse von Bertolt Brecht aufgenommen. Im gleichen Jahr wurde er von der Staatssicherheit verhaftet und zu 25 Jahren Zwangsarbeit in Workuta verurteilt. 1955 kam er im Zuge einer Amnestie frei und ließ sich in Westdeutschland nieder. Den Aufenthalt im Gulag thematisierte Bienek in seinem Roman Die Zelle (1968). Zwei Jahre später verfilmte er das Buch. Zwischen 1972 und 1982 entstanden die weiteren Bände der Gleiwitzer Tetralogie. Erst 1987 konnte er Schlesien besuchen, seine Eindrücke verarbeitete er in dem autobiografischen Buch Reise in die Kindheit. Wiedersehen mit Schlesien. Er war langjähriger Leiter der Abteilung Literatur an der Bayerischen Akademie der Künste in München. Er starb am 7. Dezember 1990.


Klaudiusz Kaufmann – aus Schlesien stammender Theater- und Klaudiusz Kaufmann Klaudiusz Kaufmann | @ Vincent Todorow Filmschauspieler sowie Synchronsprecher. Absolvent der Theaterakademie Warschau, seit seinem Debüt in der deutsch-polnischen Inszenierung von Romeo und Julia in Schwedt an der Oder ist er häufig in Produktionen beiderseits der Grenze zu sehen. U. a. in dem Film Hochzeitspolka sowie in den Fernsehserien Wege zur Freiheit [Drogi do wolności], Die Krone der Könige [Korona królów] und Pfarrer Braun. Seit 2015 spielt er den Kommissar Wiktor Król im deutsch-polnischen Polizeiruf 110. Aus der großen Zahl der von ihm eingesprochenen Rollen ist das Zebra Marty aus dem Film Madagascar hervorzuheben. Seit Mai 2015 führt er den auf Schlesisch geschriebenen kulinarischen Blog Chop w kuchni
 

Im Audiobook werden folgende Werke benutzt:
1. Summer (Thema aus Le quattro stagioni), Komposition und Arrangement: Jacek Dzwonowski,
2. Bachtango (Thema aus Präludium und Fuge c-Moll von Johann Sebastian Bach, Das Wohltemperierte Klavier, I. Teil), Komposition und Arrangement: Leszek Sojka,
3. Cello Impressions, Komposition und Arrangement: Michał Lech,
4. Dreams, Komposition: Streichquartett Altra Volta.

Das Streichquartett Altra Volta ist eines der vielseitigsten Ensembles, zu ihrem Repertoire gehören klassische und moderne Musik, Filmmusik, Folk, Unterhaltungs- und Improvisationsmusik. Das Quartett wurde 1998 in Katowice gegründet. Es setzt sich aus den Geigern Jacek Dzwonowski und Leszek Sojka, der Bratschistin Aleksandra Marko-Lech und dem Cellisten Michał Lech zusammen – Absolventen der Karol-Szymanowski-Musikakademie in Katowice.
Das Ensemble trat auf Konzert- und Festivalbühnen in Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, im Vatikan, in der Schweiz, der Türkeider, den Niederlanden, Ägypten, Indien, China, Weißrussland, Litauen, der Slowakei und Sri Lanka auf.

Übersetzung: Maria Przybyłowska
Liest Klaudiusz Kaufmann
Dauer: 14 Std. 5 Min. 58 Sek.
ISBN 978-83-919263-9-0

Die Aufnahme des Audiobooks wurde von dem Goethe-Institut Warschau finanziert.


Autor: Klaudiusz Kaufmann
Übersetzung: Andreas Volk
Copyright: Goethe-Institut Polen
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