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18:00 Uhr

Buchklub

Diskussion|Ota Filip „Cafe Slavia”

  • Goethe-Institut Krakau, Kraków

  • Sprache Polnisch
  • Preis Eintritt frei

Klub © Goethe-Institut Krakau

„Café Slavia“ - Zwischen "magischem Realismus und phantastischer Fabulierkunst" erzählt Ota Filip in diesem phantastischen Roman die Geschichte Prags als einen Teil der Weltgeschichte und unterstreicht deutlich die tschechische Besonderheit: Nikolaus Graf Belecredos, der letzte seines Geschlechts, erlebt in Prag zwischen 1910 und 1968 die großen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts: vom Ende der Habsburger Monarchie über die Erste Tschechoslowakische Republik und zwei Diktaturen zum "Prager Frühling". Als Verwandlungskünstler wechselt er immer wieder die Masken, um die geschichtlichen Ereignisse zu überstehen. Viele seiner unzähligen illegitimen Kinder werden Vertreter des jeweils herrschenden Regimes, sind Revolutionäre, Spitzel und Mörder. Ein ruhiger Hafen sind das Cafe Slavia und dessen Oberkellner Herr Alois, der dem Grafen treu zur Seite steht...
Der Roman erschien 1985 auf Deutsch, dann 1993 auf Tschechisch und 2024 in der polnischen Übersetzung von Małgorzata Gralińska im Verlag Książkowe Klimaty.

Ota Filip (1930–2018), tschechisch- und deutschsprachiger Romanautor, Journalist und Publizist. Während der kommunistischen Regierung in der Tschechoslowakei wurden seine Werke verboten oder zensiert. 1969 wurde er wegen "Unterwühlung der sozialistischen Gesellschaft" zu vierzehn Monaten Gefängnis verurteilt. Danach war er als Möbelmonteur, Lastwagenfahrer und Bauarbeiter tätig. Im Jahr 1974 mussten er und seine Familie nach Deutschland emigrieren. Er war Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Künste und engagierte sich im PEN-Club der Emigranten. Ota Filip wurde für sein Werk mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Adalbert-von-Chamisso-Literaturpreis der Robert-Bosch-Stiftung. Im Jahr 2024 wurde ihm posthum der Preis der Stadt Ostrava für seinen Beitrag zur kulturellen Entwicklung der Stadt verliehen.