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18:00 Uhr

Buchklub

Diskussion|Anna Mitgutsch „Ausgrenzung“

  • Goethe-Institut Krakau, Kraków

  • Sprache Polnisch

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„Ausgrenzung” - Jakob, ein zartes Kind mit großen blauen Augen, ist anders. Er reagiert nicht, oder anders als erwartet, wenn er angesprochen wird. Die Wörter, die er sagt, formen sich nicht zu Sätzen, sondern werden, wie seine Spiele, zu rhythmisch wiederholten Ritualen, die Marta, seine Mutter, wie ein Zeichen für etwas Unbekanntes erscheinen. Um ihn besser zu verstehen, versucht sie, sich in Jakobs Welt zu begeben, die so wirklich für Jakob ist wie die, in der die anderen leben.

Mit beklemmender Eindringlichkeit und sprachlicher Präzision beschreibt Anna Mitgutsch in diesem Roman, wie zwei Menschen an den Rand und aus der Gesellschaft hinausgedrängt werden. „Ausgrenzung“ - die ergreifende Geschichte einer Mutter und ihres autistischen Kindes, ist sowohl eine Anklage als auch Hilferuf. Der Roman, der bereits 1989 in Österreich erschien, hat es weder thematisch noch formal an Aktualität verloren.

Anna Mitgutsch, 1948 in Linz geboren, unterrichtete Germanistik und amerikanische Literatur an österreichischen und amerikanischen Universitäten, lebte und arbeitete viele Jahre in den USA. Sie ist eine der bedeutendsten österreichischen Autorinnen und erhielt für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Solothurner Literaturpreis sowie jüngst den Adalbert-Stifter-Preis. Sie übersetzte Lyrik, verfasste Essays und zehn Romane, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden.