Diskussion Die Kunst im Zeitalter des Menschen

Antje Majewski „Yaadikone“, 2017, 16:9 HD, Video, Farbe, Ton, 11:41 Min © Courtesy of Antje Majewski, neugerriemschneider, Berlin

Fr, 29.03.2019

18:00

Goethe-Institut Warschau

Antje Majewski „Yaadikone“, 2017, 16:9 HD, Video, Farbe, Ton, 11:41 Min

Die Einbildungskraft ist unsere Waffe! Sie ist das mächtigste Instrument,
das KünstlerInnen haben – in ihren Arbeiten entdecken sie Lebensbereiche und Phänomene, die im Alltag untergehen, und sie aktivieren neues Denken und neue Praxisformen im Umgang mit der Umwelt. Diese künstlerische Einbildungskraft könnte uns helfen, die Zukunft zu bestimmen.

Moderation: Edwin Bendyk

Mit:
Aleksandra Jach
ist  Kunsthistorikerin und Kuratorin, sie arbeitet im Muzeum Sztuki in Łódź. Ihre letzten Projekte: Attachment to Land (zusammen mit Melanie Roumiguière, DAAD Artists-in-Berlin Programme, 2018, im Gang); How to talk with birds, trees, fish, shells, snakes, bulls and lions (zusammen mit Antje Majewski, Hamburger Bahnhof, Berlin, 2018/2019); Zmiennokształtność: Eisenstein jako metoda (Muzeum Sztuki in Łódź, 2018); Superorganizm. Awangarda i doświadczenie przyrody (zusammen mit Paulina Kurc-Maj, Muzeum Sztuki in Łódź, 2017. Sie betreibt die Internetseite theanthropoceneindex.com, mit Essays und Interviews zum Thema der geisteswissenschaftlichen Aspekte der Umwelt-Problematik und zum Aktivismus.
 
Antje Majewski lebt und arbeitet in Berlin, sie ist Malerin, Video- und Fotokünstlerin, Autorin von Texten. Sie studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Köln, Florenz und Berlin. Sie hatte Gasprofessuren und Lehraufträge in Kunsthochschulen u.a. in Karlsruhe, Frankfurt, Bern, Berlin, Edinburgh, London, Wien, derzeit in Kiel. In ihrem Schaffen beschäftigt sie sich mit der Erforschung und Reflexion zur Koexistenz sämtlicher belebter Organismen und unbelebter Materie, die in der natürlichen Umwelt auftreten. In diesem inhaltlichen Kontext befinden sich ihre Arbeiten u.a. in der Ausstellung „How to talk with birds, trees, fish, shells, snakes, bulls and lions“ sowie in dem auch in Polen präsentierten Projekt „Der Apfel. Immer und immer und immer wieder.“
 
Dr. hab. Andrzej W. Nowak ist Professor der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen und arbeitet dort im Institut für Philosophie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Ontologie, v.a. Sozialontologie, Wissenschaftsforschung und Wissenschaftssoziologie. Einen wichtigen Teil seiner Interessen bilden Untersuchungen zu Kontroversen im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich. Er versucht, die ontologische Sensibilität des Posthumanismus mit dem prometheischen Versprechen der Modernität und der Aufklärung zu verbinden. Er ist Autor der Bücher „Wyobraźnia ontologiczna” und „Podmiot, system, nowoczesność” und zusammen mit K. Abriszewski und M. Wróblewski von „Czyje lęki? Czyja nauka? Struktury wiedzy wobec kontrowersji naukowo –społecznych”, darüber hinaus hat er einge Dutzend wissenschaftlicher Aufsätze verfasst. Er beteiligt sich aktiv an dem wissenschaftlichen und öffentlichen Leben in Polen und ist auch in der Blogosphäre anwesend.
 
Edwin Bendyk ist Journalist, Publizist, Schriftsteller. In der Monatszeitschrift Polityka leitet er die Abteilung Wissenschaft, wo er sich mit Aspekten der Modernisierung, Ökologie und der digitalen Revolution befasst. Er schreibt auch für u. a. Res Publica Nowa, Przegląd Polityczny, Krytyka Polityczna. An der Warschauer Universität leitet er im Rahmen von DELab das Laboratorium Miasta Przyszłości (Labor der Stadt der Zukunft). Er ist Dozent im Collegium Civitas, wo er auch das Ośrodek Badań nad Przyszłością (Zentrum für Forschung zur Zukunft) leitet. In dem Centrum Nauk Społecznych PAN leitet er das Seminar Neue Medien. Er ist Autor des Blogs Antymatrix II und der Bücher Zatruta studnia. Rzecz o władzy i wolności (2002), Antymatrix – człowiek w labiryncie sieci (2004), Miłość, wojna, rewolucja. Szkice na czas kryzysu (2009), Bunt sieci (2012).

 
Einbildungskraft und Labor der Einbildungskraft bilden ein Projekt des Goethe-Instituts und des Teatr Powszechny in Warschau. Künstler, Kuratoren und Wissenschaftler diskutieren gemeinsam über die Herausforderungen, die sich durch den Epochenwandel für die soziale Wirklichkeit und die zeitgenössische Kultur ergeben. Wir sind in das Anthropozän eingetreten, das Zeitalter des Menschen. Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr, wir müssen unsere Einbildungskraft anstrengen, um zu verstehen, wie unsere Welt zukünftig aussehen wird. Hierbei helfen uns die Teilnehmer der Diskussionen im Goethe-Institut und im Sitz der Dream Adoption Society (DAS) im Teatr Powszechny.

Edwin Bendyk, Kurator des Projekts

Zurück