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Weiterbildung
Praktika in Deutschland: Fünf Stipendien für Journalisten

Autor bei führenden deutschen Medien zu werden, ein halbes Jahr im Bundestag zu arbeiten oder an einer Journalistenschule in München zu studieren – all diese Möglichkeiten eröffnet die deutsche Sprache. Wir haben fünf Stipendienprogramme aus Deutschland zusammengestellt, an denen russische Journalisten teilnehmen können.

Von Antonia Nikulina

Marion-Gräfin-Dönhoff-Journalistenstipendium

Die Teilnehmer dieses Programms absolvieren ein zweimonatiges Praktikum bei deutschen Medien. Dazu zählen beispielsweise die Redaktionen der Deutschen Welle, des Tagesspiegels und der taz. Die Organisatoren zahlen den Teilnehmern ein einmaliges Stipendium in Höhe von 3.800 Euro.
 
Voraussetzungen für die Teilnahme:
 
  • freiberuflicher oder festangestellter Journalist
  • Alter: zwischen 23 und 35 Jahren
  • gute Deutschkenntnisse 

Karina Merkurjewa © Karina Merkurjewa Karina Merkurjewa, Stipendiatin des Jahres 2017
 
„Ich habe ein Praktikum in der Redaktion der Deutschen Welle gemacht. Am eindrücklichsten war eine Dienstreise nach Aachen, wo eine Ausstellung von in Russland verbotener Kunst stattfand. Ich war erstaunt, wie gut die Deutschen mit diesem Thema vertraut sind. Sie haben mir von Auftritten von Pussy Riot erzählt und über das Schicksal von Artjom Loskutow berichtet. Die Erfahrungen, die ich während des Praktikums gesammelt habe, waren sehr hilfreich. Jetzt arbeite ich beim Fernsehsender „Doshd“ und ich muss oft Artikel übersetzen, darunter auch aus dem Deutschen. In der Redaktion der Deutschen Welle half man mir dabei, im Kopf klare Regeln für die Arbeit mit Nachrichten aufzustellen. Auf diese greife ich heute häufig zurück.“

Europäische Journalisten-Fellowships

Das Programm bietet die Möglichkeit, zehn Monate in Berlin zu verbringen und ein eigenes journalistisch-wissenschaftliches Projekt zu bearbeiten. Höhe des Stipendiums: monatlich ab 1.000 Euro.
 
Voraussetzungen für die Teilnahme:
  • hauptberuflicher, hochqualifizierter Journalist
  • journalistisch-wissenschaftliches Projekt
  • gute Deutschkenntnisse 
Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2019.

Roman Schell © Roman Schell Roman Schell, Stipendiat des Jahres 2016:
 
„Dies ist eine wunderbare Möglichkeit für erfahrene Journalisten, sich eine Pause für die eigene Weiterentwicklung zu gönnen. Während des Programms habe ich viele wissenschaftliche Postulate überdacht, die ich seit meiner Kindheit für die einzig wahren gehalten habe. Nachdem ich mich in europäische und amerikanische Quellen vertieft hatte, habe ich verstanden, wie eng mein Blickfeld gewesen ist. In Berlin habe mich der wissenschaftlichen Erforschung des Informationskriegs im Kontext des Ukrainekonflikts gewidmet. Ich bin in Bibliotheken gegangen und habe mich mit wissenschaftlichen Leitern beraten. In der Freizeit habe ich mich darum bemüht, so viel wie möglich von der Sprache aufzusaugen.
Ich hatte auch ein Studententicket von der Freien Universität Berlin und konnte viele Veranstaltungen, wie literarische Lesungen und Theaterstücke, besuchen und dabei erhebliche Rabatte in Anspruch nehmen.“

Stipendium des Deutsch-Russischen Forums

Das Programm beinhaltet ein sechswöchiges journalistisches Praktikum bei namhaften deutschen Medien. Vor der Abreise absolvieren die Stipendiaten einen zweiwöchigen Deutsch-Intensivkurs am Goethe-Institut. Die Organisatoren übernehmen die Kosten für die Reise, die Unterkunft und die Krankenversicherung. Außerdem gewähren sie ein Stipendium in Höhe von 600 Euro.
               
Voraussetzungen für die Teilnahme:
  • Student/in einer russischen Hochschule
  • journalistische Erfahrungen
  • gute Deutschkenntnisse 
  Bewerbungen: bis 28. Februar 2019

Ivan Gostev © Ivan Gostev Iwan Gostjew, Stipendiat des Jahres 2016:
 
„Ich habe ein Praktikum beim Kulturradio und Funkhaus Europa in Berlin gemacht. Dort habe ich über kulturelle Events berichtet, wie beispielsweise über das internationale Festival junger Orchester Young Euro Classic. Diese Erfahrung war ungeheuer nützlich für mich – sowohl als Journalist als auch als Komponist. Das Programm des Deutsch-Russischen Forums ist eine einmalige Gelegenheit für junge schreibende Menschen, internationale Erfahrungen zu sammeln, die von Arbeitgebern sehr geschätzt werden. Eine entsprechende Zeile im Lebenslauf gereicht einem in den Augen potentieller Vorgesetzter sehr zum Vorteil.“ 

Ostkurs

Das Programm richtet sich explizit an Journalisten aus Osteuropa. Die Teilnehmer absolvieren eine dreiwöchige Weiterbildung an der katholischen Journalistenschule in München. Dort arbeiten sie mit verschiedenen Medienformaten und treffen sich mit deutschen Journalisten.
 
Voraussetzungen für die Teilnahme:
  • journalistische Erfahrung
  • Alter: zwischen 19 und 32 Jahren
  • gute Deutschkenntnisse 
Bewerbungen: bis 15. Februar 2019.

Teilnehmer des Ostkurses 2017 © ifp Alina Rjasanowa (links auf dem Foto), Stipendiatin des Jahres 2017:
 
„Das war eine nützliche Erfahrung. Jetzt studiere ich Medien an der Technischen Universität Berlin und plane, meine journalistische Karriere weiterzuverfolgen. Dem Programm verdanke ich, dass ich zahlreiche Kontakte mit Fachleuten und Kollegen aus Osteuropa knüpfen konnte. Wenn ich in Zukunft beispielsweise Material zu einem internen Problem Grusiniens vorzubereiten habe, kann ich mich an eine grusinische Kollegin wenden. Mit am meisten beeindruckt hat mich eine Exkursion zur Süddeutschen Zeitung, wo wir einen Reporter kennengelernt haben, der einige Jahre für eine Zeitung in Moskau gearbeitet hat. Nach dem Treffen haben wir uns lange in zwangloser Atmosphäre miteinander unterhalten.“

Internationales Parlaments-Stipendium

Dieses Programm ist nicht nur für Journalisten gedacht, bei diesen aber sehr beliebt. Die Stipendiaten verbringen ein halbes Jahr in Berlin und absolvieren ein Praktikum im Bundestag. Die Organisatoren zahlen den Teilnehmern ein monatliches Stipendium von 500 Euro.
 
Voraussetzungen für die Teilnahme:
  • russische Staatsbürgerschaft
  • Alter: bis 30 Jahre
  • abgeschlossenes Hochschulstudium
  • sehr gutes Deutsch (mindestens Stufe В2)
  • Kenntnis des politischen Geschehens in Deutschland 

Ekaterina Smirnowa © Ekaterina Smirnowa Ekaterina Smirnowa, Stipendiatin des Jahres 2017:
 
„Das Stipendium des Bundestags ermöglicht es, sich inmitten der aktuellen politischen Prozesse Deutschlands wiederzufinden: Man besucht Veranstaltungen in Ministerien und erlebt von innen die Verabschiedung eines Gesetzes. Als ich die Dokumente eingereicht habe, wusste ich schon, dass ich bei der SPD ein Praktikum machen möchte. Ich denke, dass das bei der Auswahl eine Rolle gespielt hat. Denn den Organisatoren ist es wichtig, dass der Kandidat mit dem politischen Kontext vertraut ist. Während des Praktikums habe ich eine Forschungsarbeit über die parlamentarische Diplomatie geschrieben. Diese wird jetzt in der Bibliothek des Bundestags verwahrt. Außerdem habe ich Vorlesungen in der Humboldt-Universität besucht und bin zu Veranstaltungen im Bundestag gegangen. Die Stipendiaten können zu Sitzungen von Profilausschüssen, Plenartagungen, Fraktionssitzungen und Sitzungen von Arbeitsgruppen gehen. Durch das Programm ist mir klargeworden, dass ich mich auf Osteuropa spezialisieren möchte, weshalb das Studium dieser Region Inhalt meines Masterstudiengangs an der Humboldt-Universität ist.“

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