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Reisen
Isolation Berlin: Acht Lieblingsorte der Hauptstadt von Tobias Bamborschke

Tobias Bamborschke
© Viktoria Mokretsova

Von Viktoria Mokretsova

Die deutsche Hauptstadt ist wohl der ständige Hauptprotagonist in Liedern der Band Isolation Berlin. Explizit oder implizit – die Metropole zieht sich durch die Werke der Musiker wie ein roter Faden. Der Frontmann der Band, Tobias Bamborschke, hat dem Magazin des Goethe-Instituts von seinen Berliner Lieblingsorten erzählt.


1. Mauerpark 

Ich habe hier die letzten zwölf Jahre meines Lebens verbracht. Als Jugendlicher bin ich aus Frohnau hierhergefahren, dann mit 20 hierhergezogen und habe aus Zufall immer wieder Wohnungen um die Ecke gefunden und wohne immer noch hier. Die ersten Tage mit der Band habe ich hier verbracht, die ersten Songs geschrieben, die erste große Liebe habe ich hier kennengelernt. Immer noch komme ich fast jeden Tag hierher und schreibe Lieder. Das ist praktisch mein Wohnzimmer. Der Mauerpark ist kein spannender Park, er ist völlig unaufgeregt. Man kann sich hinsetzen und Bier trinken, hier passiert gar nichts. Und das ist das Schöne am Mauerpark. Du kannst hier den ganzen Tag verbringen und keiner spricht dich an, außer jemand will eine Pfandflasche. 


2. Volkspark am Weinberg 

Wenn ich vom Mauerpark genug habe, laufe ich die Kastanienallee runter zum Weinbergspark. Wenn wir Tourpause haben und ich etwas Neues schreiben will, dann gehe ich dahin. Das ist sowas wie mein Büro manchmal. Da ist mehr Trubel, weil er sich in Berlin-Mitte befindet: Leute aus irgendwelchen Geschäften, von der Arbeit, viele Touristen, man kann ganz viele Sprachen hören. Es ist hipper und lauter da, aber wenn man sich ein bisschen nach Trubel sehnt abends, kann man dahin gehen.


3. Kurfürstendamm

Ich fahre unglaublich oft zum Ku'damm (Ku'damm – Abkürzung für Kurfürstendamm, Anm. d. Red.) und kein Mensch kapiert das, weil alle den Ku'damm furchtbar finden, weil es total die Touri-Hölle ist. Alle Menschen fahren zum Ku'damm, wenn sie nach Berlin kommen. Ich mag diese Hektik und mag mich an das Tempo dieser Menschenmassen anpassen. Das mache ich schon praktisch seit meiner Kindheit. Meine Großeltern kommen aus Berlin und wir sind mit ihnen oft den Ku'damm entlangspaziert.


4. U2

Die U2 verbindet den Ku'damm mit meinem Zuhause. Früher, wenn ich mal unruhig war, hab ich mich in die U2 gesetzt und bin hin- und hergefahren: zum Bahnhof Zoo, bin dann ausgestiegen, den Ku'damm runtergelaufen und dann wieder zurück, bis nach Pankow. Ich fahre gern mit der U2, weil man da extrem viel sieht und weil man durch ganz Berlin fährt. Ich finde es sehr entspannend. Wenn alle zur Arbeit gehen, setze ich mich in die U2, und es wird dort immer leerer. In jedem Bezirk kommen andere Menschen rein und man sieht verschiedene Leute. Mittags fahren die Schüler, abends kommen alle von der Arbeit nach Hause. Dann komme ich manchmal auf Ideen und schreibe. 


5. Gedächtniskirche 

Ich mag generell Kirchen, weil es dort so ruhig ist. Die Gedächtniskirche mag ich, weil die Wände aus so einem blauen Glasstein sind, wie im Aquarium. Es ist eine schöne Stimmung, wenn man in diesem kühlen Blau sitzt, sehr beruhigend. Und oben ist ein Flachdach – sowas sieht man in anderen Kirchen nicht. Das Lied Aquarium hab ich dort geschrieben. Ich habe mich in die Kirche gesetzt und hab mir vorgestellt, wie es im Aquarium wäre.


6. Schlachtensee

Meine Großeltern haben da gelebt und als Kind war ich oft da. Er ist ganz weit weg von meiner Wohnung. Ich fahre gerne zu Orten, zu denen ich lange reisen muss. Der See ist eigentlich nicht sehr gut zum Baden geeignet und im Sommer meistens überfüllt, aber er hat die perfekte Länge, um einmal rumzulaufen. 

Thobias Bambroschke 2 Isolation Berlin © Viktoria Mokretsova

7. Spätis 

Ich bin so eher der Späti-Mensch (Späti – Abkürzung für Spätverkaufsstelle, Anm. d. Red.). In Kneipen gehe ich fast nie. Berlin hat sehr viele Spätis. Die meisten sind fast Kneipen. Ich habe schon extrem viele Leute dort kennengelernt. Meine Lieblingsspäti ist in der Gleimstraße, da stehen zwei Bierbänke und ein Tisch davor. Ich bin da sehr oft. Man kann sich dort immer hinsetzen und dann setzen sich die Leute dazu und dann redet man einfach. 

8. Prassnik
 Torstraße 65
 
Das ist vielleicht die einzige Kneipe, in die ich gern hingehe, wenn überhaupt. Eine gute Kneipe darf nicht zu hell sein, aber auch nicht zu dunkel, nicht zu groß und auch nicht zu klein. Und das alles hat das Prassnik.  

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