Game Design Politik in der Gaming-Welt des Paolo Pedercini

Games and Politics Ausstellung, Goethe-Institut Washington
© Goethe-Institut, Marlou Taenzer

Mit seiner Leidenschaft für Game Design bannt Paolo Pedercini das heutige politische Klima und soziale Ungleichheit auf die Videogame-Bildschirme der Ausstellung Games and Politics des Goethe-Instituts.

Am 15. März 2017 wurde die Ausstellung Games and Politics am Goethe-Institut Washington eröffnet. Die vom Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM) in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut entwickelte Ausstellung setzt sich aus 16 unterschiedlichen Spielen zusammen, die sich mit dem aktuellen politischen Klima und sozialer Ungerechtigkeit befassen. Im Rahmen von Games wie „Democracy III“, bei dem der Spieler politische Entscheidungen für eine Stadt trifft, und „Perfect Woman“, bei dem es um die mangelnde Gleichstellung der Geschlechter geht, können Spieler mit ihrem eigenen politischen Potenzial experimentieren.

Game-Designer Paolo Pedercini, der mit „Phonestory“ und „Unmanned“ bei der Ausstellung vertreten ist, nahm an der feierlichen Eröffnung der interaktiven Ausstellung im Goethe-Institut Washington, DC teil.

Paolo Pedercini Foto: privat In jungen Jahren war der 1981 in Norditalien geborene Künstler kein großer Fan von Computerspielen. Stattdessen bevorzugte er Comics und machte Musik mit örtlichen Bands. Der Beruf des Game-Designers erweckte erst sein Interesse, als er Anfang der 2000er das Aufkommen alternativer Medienformen beobachtete. Gleichzeitig rückte ihm angesichts von Ereignissen wie der Wahl Silvio Berlusconis das Thema der kulturellen Macht ins Bewusstsein. Obwohl das Publikum für Videogames rasant wuchs, wurde im Bereich Game Design nur wenig Arbeit geleistet. 2003 erkannte Pedercini den Bedarf wendete sich dem Design von Videogames zu.

Für die Ausstellung Games and Politics ließ er sich von sehr unterschiedlichen Dingen inspirieren. Ein aktuelles politisches Ereignis in den USA sowie die Selbstmordserie beim iPhone-Hersteller Foxconn bewegten ihn, stärker über politische Bewegungen und soziale Ungerechtigkeit nachzudenken. Als eine Aktivistengruppe ihn bat, ein Spiel über soziale Ungerechtigkeit zu entwickeln, nahm Pedercini die Herausforderung an und beschloss, das Projekt auf weitere Spiele zu wichtigen Fragen auszudehnen, mit denen die Gesellschaft aktuell konfrontiert ist.

Durch die Gestaltung von Videogames, die sich mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit und mit politischen Bewegungen befassen, möchte Pedercini diese neue Medienform nutzen, um Bewusstsein zu schaffen.

Aktuell lebt Pedercini in Pittsburgh, Pennsylvania und unterrichtet experimentelles Game Design und Medienproduktion an der Kunsthochschule der Carnegie Mellon University.