Ein Gespräch mit Tamara Bach Zum Geschichtenerzählen geboren

Tamara Bach
Foto: Goethe Institut - Anja Veldhues

Die beliebte Jugendbuchautorin Tamara Bach war auf Lesereise für ihren neuen Roman Vierzehn in den USA. Dabei hatten wir Gelegenheit zu einem Gespräch über ihre Leidenschaft fürs Schreiben.
 

Tamara Bach wurde 1976 in Limburg an der Lahn geboren und studierte in Berlin Germanistik und Anglistik. Während des Studiums entdeckte sie ihr Talent fürs Schreiben und verfasste Werke für Theater und Fernsehen. Mit siebzehn Jahren wurde sie eingeladen, am renommierten Treffen Junger Autoren teilzunehmen, wo ihr Werk gelobt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Ihr erster Roman Marsmädchen erschien 2003 und gewann mehrere Auszeichnungen. Derzeit lebt sie in Berlin. Vor Kurzem war sie auf Lesereise für ihren neuen Roman Vierzehn in den USA. Dabei hatten wir Gelegenheit zu einem Gespräch über ihre Leidenschaft fürs Schreiben.

Tamara, woher kommt Ihr Interesse am Schreiben? Hatten Sie Mentoren?

Vielleicht ist man einfach Geschichtenerzähler, schon von Geburt an, vielleicht bin ich aber auch aus einer Geschichtenerzählerfamilie, obwohl ich die einzige bin, die schreibt. Das Interesse an Geschichten war jedenfalls immer da, sie zu hören, sie zu erzählen. Und dann war da ein guter Deutschlehrer, der auch kritisiert hat, aber der mir gesagt hat, dass ich mich doch mal beim Treffen Junger Autoren bewerben soll. Das habe ich jahrelang gemacht, bis ich endlich gewonnen habe und nach Berlin eingeladen wurde (damals wohnte ich ja noch auf dem Land in Rheinland-Pfalz). Da hab ich dann andere Schreibende getroffen und noch mehr Mentoren, richtige Autoren wie Miriam Pressler oder Waltraud Lewin. Aber die anderen Jugendlichen waren auch Mentoren, jeder, der einen weiterbringt, weil er/sie zuhört und kritisiert und auf die Schulter klopft, fördert einen im Schreiben.

Warum haben Sie sich auf Jugendliteratur spezialisiert?

Weil ich damit Geld verdienen konnte.

Was ist das Schönste am Schreiben?

Wenn es so ist, wie es ganz am Anfang war, bevor das Schreiben mein Job war und ich damit Geld verdienen musste. Wenn man von einer Idee infiziert wird, wenn es so ist, als ist man verliebt, dass nichts anderes mehr Platz hat als die Geschichte, wenn die entsteht, weil sie entstehen muss, und nicht, weil man ein Publikum bedient, den Feuilleton oder den Verlag, sondern einfach, weil die Geschichte erzählt werden will.

Woher beziehen Sie Ihre Inspiration?

Überall. Es wundert mich, dass ihr anderen das alle nicht seht, wo da draußen überall Geschichten sind. Und drinnen sowieso.

Welchen Rat würden Sie jungen Autoren geben, die erst am Anfang stehen?

Werdet nicht Schriftsteller, aber schreibt. Und schreibt nicht, um berühmt zu werden oder reich, sondern weil ihr schreiben wollt, weil ihr müsst. Und schreibt. Und lest. Und tauscht euch mit anderen aus, lernt mit Kritik umzugehen, lernt an euren Texten zu arbeiten, dann schreibt und lest, und dann geht raus und schaut euch die Welt an. Und am besten lernt ihr noch was Anständiges, mit dem ihr Geld verdienen könnt.