Filmvorführung German Cinema Now! Orphea (Alexander Kluge & Khavn)

Ian Madrigal und Lilith Stangenberg in ORPHEA © Kairos Film und Rapid Eye Movies

Mi, 26.05.2021 -
Do, 27.05.2021

Online

Die monatliche Filmreihe GERMAN CINEMA NOW! wird vom Goethe Pop Up Seattle kuratiert. Dieses Jahr beschäftigt sich die Reihe mit Themen wie Bruch und Kontinuität, um einen öffentlichen Dialog darüber anzuregen, wie genau die Vergangenheit unsere Gegenwart prägt und eine grundverschiedene Zukunft beeinflussen kann.
 
Die Filmreihe wird in Kooperation mit dem Northwest Film Forum Seattle präsentiert. Der Erlös der Tickets unterstützt das Northwest Film Forum.
 
Die Vorführung von Orphea findet online statt. Wir bitten um Registrierung vorab und ermutigen zu einer kleinen Spende. Der Film steht Zuschauer*innen in den USA vom 26. Mai, 17 Uhr PDT, bis zum 27. Mai, 17 Uhr PDT, zur Verfügung.

Der Film wird begleitet von einem aufgezeichneten Gespräch zwischen dem Regisseur Khavn und Martin Schwartz vom Goethe Pop Up Seattle.

Über den Film:
Orphea
Dir. Alexander Kluge, Khavn
Deutschland | 2020 | 99 Minuten
 
Der Vorspann von Orphea zeigt geschmackvolle Strichzeichnungen und gefühlvolle Orgelmusik. Danach bricht die Hölle los. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Stationen der Hadesreise des klassischen Orpheus sind verzeichnet auf Titelkarten, aber dieser Film stellt keine „normale“ Nacherzählung eines griechischen Mythos dar. —Regie führte Alexander Kluge, Polymath, graue Eminenz des deutschen Avantgardefilms und Gallionsfigur des neuen deutschen Kinos gemeinsam mit dem philippinischen Autor, Künstler und Filmemacher Khavn,
 
Durch das Feuer, die Finsterkeit und den Rock’n’Roll eines nächtlichen Manilas, sucht die Protagonistin Orphea (Lilith Stangenberg) durch diesen Hades nicht nur ihren verstorbenen Liebhaber Eurydiko (Ian Madrigal), sondern auch die Apokatastasis panton, die Rückholung aller Toten. Aber wie? Durch Musik? Film? Kunst? Das ist eine der vielen Sackgassen im Film: die Kunst an sich ist tot (laut Bergman, laut Stangenberg, laut Kluge und Khavn) und ist höchstens eine Schlangenhaut, die durch eine Masse von Ameisen den Anschein des Lebens gewinnt. Orphea wendet sich also der Arbeit der sowjetischen Biokosmisten zu, diejenigen, die versuchten, als Teil des sozialistischen Kampfs den Tod zu stürzen. Hier und in einem späten Satz über die Migration aktiviert der Film durch die subversive Anwendung dokumentarischer Materialien die Tradition Markers und Godards.
 
Jeden, der denkt, dass der Anblick der leuchtenden Stangenberg, wie sie durch ein Bahnbetriebswerk Manilas verschleppt wird, dabei russisches Pop-Karaoke singend, sich nicht mit tiefsinnigen Überlegungen zu den Beziehungen zwischen Kunst, Tod, und Kapital vereinen lässt, den wird der Film vom Gegenteil zu überzeugen.
 
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„Der Film von Kluge und Khavn zeigt, dass der Effekt des Kinos auf seine Zuschauer*innen oft mysteriös ist, da er niemals fixiert ist…Am Ende zeigt Orphea, dass Film immer aus Konflikt besteht: die unausweichliche Dialektik der Kinematographie. Orphea ist ein Film, der in Ehren zu halten ist.“ - Sophie Cato Maas, Frameland
 
Über die Regisseure:
 
Alexander Kluge, geboren 1932 in Halberstadt, studierte Rechtswissenschaften, Geschichte und Kirchenmusik und ist als Autor und Filmemacher tätig. 1962 war Kluge Mitinitiator des Oberhausener Manifests. 1966 entstand sein erster Langspielfilm Abschied von Gestern. Sein jüngster abendfüllender Film Happy Lamento –ebenfalls mit Khavn –wurde 2018 auf den Filmfestspielen in Venedig aufgeführt. Ende der 1980er-Jahre widmete Kluge sich dem Fernsehen und gründete 1988 die Produktionsfirma dctp (Development Company for Television Programs), durch die er eigene Fernsehformate entwickelte.
 
Khavn gilt als einer der bedeutendsten philippinischen Künstler und Filmemacher der Gegenwart. Er ist Regisseur von 51 Lang-und 115 Kurzfilmen, Autor von sechs Büchern und Komponist von 23 Alben. Er wurde für seine Gedichte und Erzählungen mit dem Don Carlos Palanca Memorial Award ausgezeichnet. Er war außerdem Jurymitglied bei zahlreichen internationalen Filmfestivals (Berlinale, Clermont-Ferrand, CPH:Dox, Jeonju, Bifan, Jihlava, New Horizons und DOK Leipzig). Khavn nahm an Ausstellungen am MoMA, MAXXI -Guggenheim Museum, Tate Modern, National Museum of Singapore und der Architekturbiennale Venedig teil.
 

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