Filmstream Lisa Miller „Landrauschen“

Franz im Garten. Standbild „Landrauschen“ © Johannes Müller

Fr, 21.08.2020 -
So, 23.08.2020

Online

Zwei Frauen und ein Dorf in der Identitätskrise.

Goethe Pop Up Seattle präsentiert in Zusammenarbeit mit Three Dollar Bill CinemaGay City und Northwest Film Forum Queer Cinema aus Deutschland, eine virtuelle Filmreihe, die als Einführung in die Vielfalt zeitgenössischer LGBTIQ+ Filme dient.

Diese Filmreihe ist Teil des Projekts Queer as German Folk, das den aktuellen Stand des Diskurses zur queeren Bewegungsgeschichte in Deutschland und in den USA für eine weltweite Öffentlichkeit zugänglich macht. Die digital modifizierte Version der Ausstellung Queer as German Folk und das Rahmenprogramm werden vom Goethe-Institut und den Goethe Pop Ups in Nordamerika in Kooperation mit dem Schwulen Museum Berlin (SMU) präsentiert.
 
Wir bitten um Registrierung vorab und ermutigen zu einer kleinen Spende. Der Erlös der Tickets unterstützt die Partnerinstitute. 

Über den Film: 
Deutschland | 2018 | 102 Min. 

Nach Jahren des wilden Lebens, zwei Hochschulabschlüssen, ohne Geld und ohne erfüllenden Job, befindet sich Toni in einer Sinnkrise. Eine Erbschaftsangelegenheit dient als willkommener Grund ihr kosmopolitisches Leben hinter sich zu lassen und wieder in ihr Heimatdorf zu fliehen, dessen Enge sie ursprünglich hinter sich lassen wollte. Doch dieser Neuanfang geht gründlich schief. Als Praktikantin für den Heimatteil einer Lokalzeitung fühlt sie sich weit unter Wert verkauft und zu Hause nehmen ihr die übergriffigen Eltern jede Luft zu atmen.

Zum Glück trifft Toni auf die lebenslustige Rosa. Mit ihr sieht die Welt der Heimat auf einmal anders aus. Bei wilden Mopedfahrten und nächtlichen Streifzügen fühlt sich Toni wieder lebendig. Doch die Beziehung wird immer explosiver, je mehr Rosa sich zu der schönen Toni hingezogen fühlt, die sich nur um sich selbst zu drehen scheint. Der Film umreißt die Identitätsfindung zweier Frauen in einem Dorf, das sich selbst mit einer immer komplexer werdenden Welt konfrontiert sieht.

Mit einer Mischung aus dokumentarischen Aufnahmen und der Arbeit mit Laiendarstellern, die in ihrer eigenen Mundart sprechen, wird die authentische Atmosphäre eines realen Dorfes in einer fiktiven Geschichte neu erdacht und die tiefen Identitätskonflikte darin aufgedeckt. 

Den Rahmen bildet eine Geschichte, in der sich traditionelle Erzählmuster und Charaktere des Bauerntheaters oder des klassischen Heimatfilms wiederfinden. Diese werden durch subversive Machart und postmoderne Erzählweise zunächst unterwandert und dadurch neu erdacht. Neben der Mundart dient als Stilmittel auch die organische Kameraführung. 
 

Über die Filmemacherin: 

Lisa Miller arbeitet seit ihrem Studium der Visuellen Kunst und Fotografie in Madrid und London als freischaffende Filmregisseurin und Dozentin. Sie unterrichtete an der bayerischen Ferienakademie und ist Mitglied des Künstlerhauses Ulm. Miller inszenierte zahlreiche Theater und Videoperformances u.a. „Mir san mir” beim InVitro Festival sowie der Galerie Kloster Roggenburg und„Collateral Murder #2”, aufgeführt beim 100 Grad Festival in Berlin. Ihr Kurzfilm Marie gewann beim CEV Madrid den Preis Bester Kurzfilm. Ihre Experimentalmockumentary Tschernobyl, Fukushima, Gundremmingen kritisierte auf lokaler Ebene den Umgang mit Kernkraft. 

Landrauschen entstand ohne öffentliche Filmförderung mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne auf Startnext und lokalen Sponsoren. Im Januar 2018 gewann der Film u.a. den Max Ophüls Preis für den Besten Spielfilm und das beste Drehbuch.
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