Virtuelle Filmvorführung Films Across Borders: Das Fahrrad (1982), Regie: Evelyn Schmidt

Das Fahrrad - FAB © DEFA-Stiftung

Sa, 30.11.2019 -
Fr, 04.12.2020

17:00 Uhr - 17:00 Uhr

Online

Bitte melden Sie sich an, um Zugang zu dem Film zu erhalten. Der Link und das Passwort werden durch Eventbrite am Montag, 30. November, um 17:00 Uhr EST verschickt. Der Film wird bis zum 4. Dezember um 17:00 Uhr EST zur Verfügung stehen. Der Film wird in den ganzen USA verfügbar sein.
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Das Fahrrad (1982), dir. Evelyn Schmidt

Deutsche Demokratische Republik, 1982, 89 Min. In deutscher Sprache. Regie/Drehbuch: Evelyn Schmidt.
 
Susanne, ungelernte Arbeiterin, allein mit einem Kind, schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Ihre Unzufriedenheit nimmt zu, als sie den erfolgreichen Ingenieur Thomas kennenlernt. Sie gibt ihre Arbeit auf, gerät in finanzielle Schwierigkeiten und meldet ihr Fahrrad als gestohlen, um die Versicherungssumme zu kassieren. Der Betrug fliegt auf, und sie landet vor dem Staatsanwalt. Sie ist deprimiert, und Thomas, der von dem Betrug nichts weiß, kümmert sich um sie. Als sie ihm die Sache und das bevorstehende Verfahren gesteht, stößt sie auf Unverständnis, und ihre Beziehung erhält einen Knacks. Thomas steht ihr zwar bei, aber seine Reaktion macht sie betroffen. Sie trennt sich von ihm, ist aber entschlossen, ihr Leben zu verändern.

Mit dem Sozialporträt Das Fahrrad macht sich Evelyn Schmidt national und international einen Namen. Der Film handelt von der allein erziehenden Susanne, die für ihren Lebensunterhalt kämpfen muss: sie wohnt mit ihrer Tochter zur Untermiete, ohne Ausbildung bleibt ihr nur eine monotone, schlecht bezahlte Fabrikarbeit, ihr einziger Luxus: der Discobesuche. Ein Versicherungsbetrug soll kurzfristig von finanziellen Sorgen befreien, dafür verliert sie allerdings Thomas, einen Ingenieur, der sich für sie interessiert, aber mit ihrer Lebenseinstellung nicht einverstanden ist. Für den Film hagelt es harsche Kritik. Besonders die Arbeitshaltung der Protagonisten wird als befremdlich eingeschätzt; der Film wird wegen seiner starken sozialkritischen Fragestellungen negativ besprochen. Dabei ist Das Fahrrad ein Plädoyer für die Randfiguren der Gesellschaft, die sich außerhalb der Leistungsgesellschaft ein Stück individuelles Glück und innere Freiheit erhoffen. Das Werk gerät mitten in die Diskussionen des Kongresses des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR 1982, bei dem der weitere Kurs der Filmpolitik beschlossen werden soll, aber noch keine klare Linie vorhanden ist. Ohne große Werbemaßnahmen läuft Das Fahrrad versteckt in einigen Kinos. Der Film wird auf Festivals eingeladen, aber von den Kulturverantwortlichen nicht hingeschickt, da sie in ihm das Ansehen der DDR geschädigt sehen. 

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