Internationale Deutscholympiade Am Ende kann jeder mitsingen

Die Schülerinnen und Schüler beim Konzertabend der IDO
Die Schülerinnen und Schüler beim Konzertabend der IDO | Foto: Andree Kaiser

Über 140 Jugendliche nahmen an der Internationalen Deutscholympiade 2018 in Freiburg teil. Sie erlebten 14 unvergessliche Tage voller Kreativität, Freundschaft, Kultur und ganz viel Spaß.

Dass es beim weltweit größten Wettbewerb der deutschen Sprache, der Internationalen Deutscholympiade in Freiburg, eine ganz besondere Leichtigkeit des Seins geben kann, das gehört wohl zu den schönsten Erinnerungen, die 140 Jugendliche aus allen Teilen der Welt mit nach Hause nehmen. Bianca aus Rumänien fühlt sich als Teil einer Familie, für den Brasilianer Mateus ist die IDO besser als jede Medaille und Patrick aus Benin weiß jetzt schon, dass er auf die Frage, was die beste Erfahrung seines Lebens war, sagen wird: „IDO 2018!“

Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Auftakt der IDO 2018 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Auftakt der IDO 2018 | Foto: Andree Kaiser

Mit Teamgeist und Neugierde

Das Programm der IDO war vielfältig und anspruchsvoll, aber die Motivation aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer wirklich groß. Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn ließ es sich nicht nehmen, die internationalen Gäste persönlich zu begrüßen. Auch für die Stadt Freiburg war die IDO ein besonderes Ereignis: erstmals wurden Schulen vor Ort mit einbezogen und dadurch Begegnungen zwischen deutschen und internationalen Jugendlichen sowie 65 Begleitlehrerinnen und Begleitlehrer ermöglicht.
 
Der Wettbewerb selbst war in erster Linie eine Übung in Teilhabe und Fantasie. Drei Aufgaben waren zu bewältigen: eine Collage als Einzelarbeit, eine Präsentation und eine Bildergeschichte in internationalen Gruppen. Mehr Teamgeist als Einzelkampf, mehr kreatives Miteinander als Konkurrenz untereinander machten den Geist der IDO 2018 aus. Gold in den jeweiligen Sprachstufen A2, B1 und B2 ging am Ende an Pinprapha aus Thailand, Austeja aus Litauen und Diana aus der Ukraine. Aber eigentlich haben alle Schülerinnen und Schüler als ein großes IDO-Team gewonnen. Das jedenfalls ließ der Jubel bei der Preisverleihung vermuten: bei der Verleihung des Fairnesspreises an Øyvind aus Norwegen war der Applaus am größten.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer Gruppenaufgabe Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer Gruppenaufgabe | Foto: Andree Kaiser

Begegnung zwischen Menschen

Jenseits aller politischen Rhetorik zum interkulturellen Dialog, zur Integration und zur vieldiskutierten Frage nach einer offenen Gesellschaft in Deutschland ist die IDO vor allem eins: eine Begegnung zwischen Menschen. „Keine Farbe, keine Religion und auch keine Sprache ist hier mehr wert als die andere. Hier sind wir alle gleich“, freut sich Gülrem aus Zypern. Hilola aus Usbekistan ist der deutschen Sprache ganz besonders dankbar: „Deutsch hat mir so viel gegeben! Dass ich jetzt hier sein kann und mit allen anderen auf Deutsch Freundschaften schließe. Ich bin noch nie in meinem Leben so vielen unterschiedlichen Nationalitäten begegnet.“ Hilola möchte gerne wiederkommen, am liebsten um Journalismus zu Studieren. Mit einer guten Ausbildung möchte sie dann in ihrer Heimat etwas vorantreiben. 

Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Länderabend der IDO 2018 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Länderabend der IDO 2018 | Foto: Andree Kaiser Zum krönenden Abschluss gab es einen vielumjubelten Konzert- und DJ-Abend mit der jungen Band ok.danke.tschüss. Aus den Boxen im Goethe-Institut Freiburg dröhnte „Zusammen“ von Clueso und den Fantastischen Vier: Wir sind zusammen groß / Wir sind zusammen alt / Komm lass’n bisschen noch zusammen bleiben / Vorbei ist die Zeit in der man keinem mehr traut / Falls sie dich fragen „Bist du allein hier?“ / Sag ihnen: „Nein,denn ich bin mit allen hier.“ „Zusammen“ ist zur Hymne der IDO 2018 geworden, denn alle, wirklich alle konnten am Ende mitsingen.


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Aimée Torre Brons ist freie Autorin, Redakteurin sowie Kultur- und Medienmanagerin; für die IDO 2018 betreute sie die projektbezogene Pressearbeit.