Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Deutschland
Deutsch-Israelische Literaturtage 2019

„Lauter, immer lauter?“ Deutsch-Israelische Literaturtage in Berlin am 4. und 8. September | Foto: Heinrich-Böll-Stiftung
„Lauter, immer lauter?“ Deutsch-Israelische Literaturtage in Berlin am 4. und 8. September | Foto: Heinrich-Böll-Stiftung

Zunehmend bestimmen populistische Tendenzen die Politik in der Welt – auch in Deutschland und in Israel werden die Stimmen der Populistinnen und Populisten immer lauter. Doch wie konnte es so weit kommen und was wird dagegen getan? Diesen Fragen widmen sich die Deutsch-Israelischen Literaturtage unter dem Titel „Lauter, immer lauter?“ am 4. und 8. September 2019 in Berlin. Acht Autorinnen und Autoren – darunter Sami Berdugo, Franzobel, Dilek Güngör und Dov Alfon – lesen aus ihren Büchern und diskutieren über aktuelle politische Tendenzen.
 
Berlin
4. und 8. September 2019

Es wird getwittert und gewettert – und das immer lauter. Die einen schimpfen auf Minderheiten und versprechen, ihre Nation wieder groß zu machen. Die anderen drohen damit, die Demokratie abschaffen zu wollen. Die schrillen Töne sind mittlerweile zum weltweiten Phänomen geworden. Nicht nur in den USA, Brasilien oder Italien, wo sich populistische Weltanschauungen bereits etabliert haben, erwachsen dadurch neue Herausforderungen. Auch in Deutschland und Israel sind zunehmend populistische Stimmen zu vernehmen.
 
Doch wie konnte es so weit kommen – und was können wir tun? Diese Fragen stehen im Zentrum der diesjährigen Deutsch-Israelischen Literaturtage, die das Goethe-Institut und die Heinrich-Böll-Stiftung unter dem Titel „Lauter, immer lauter?“ veranstalten. Acht Autorinnen und Autoren aus Israel, Deutschland und Österreich kommen am 4. und am 8. September in Berlin zusammen, um über gesellschaftliche Entwicklungen in ihren Ländern zu sprechen.

Europa ohne Frieden

Am 4. September eröffnen die Deutsch-Israelischen Literaturtage im Deutschen Theater in Berlin. Nach der Begrüßung durch Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, und Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, sprechen der preisgekrönte israelische Schriftsteller Sami Berdugo und der ebenfalls vielfach ausgezeichnete österreichische Autor und Dramatiker Franzobel unter dem Titel „Get together“ darüber, was unsere Gesellschaften spaltet, aber auch, was sie jeweils (noch) zusammenhält. Berdugo wird an dem Abend seinen noch nicht auf Deutsch erschienenen politischen Reise-Roman „An Ongoing Tale on Land“ vorstellen, eine ebenso persönliche wie existenzielle Spurensuche quer durch Israel, die von einer beeindruckenden Beobachtungsgabe und sprachlicher Präzision zeugt. Franzobel liest aus seinem dystopischen Krimi „Rechtswalzer“, einer satirisch zugespitzten Gesellschaftsanalyse.

Zerfall der EU und Fake News

Mit gleich drei Lesungen und Gesprächen geht es am 8. September in der Heinrich-Böll-Stiftung weiter: Für die Diskussion „Europa und kein Land in Sicht“ (Heinrich-Böll-Stiftung, 12 Uhr) kommen der arabisch-jüdische Dichter Mati Shemoelof („Bagdad. Haifa. Berlin“) und der in Sarajevo geborene Tijan Sila („Die Fahne der Wünsche“) zusammen. Beide zeichnen in ihren Texten ein düsteres Bild von der Zukunft der EU, der 2012 noch der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Mit dem Erstarken des Populismus hat sich jedoch gezeigt, dass unsere freiheitliche demokratische Grundordnung keineswegs so unumstößlich ist, wie wir lange Zeit geglaubt haben.
 
Im anschließenden Panel gehen Maayan Ben Hagai und Dilek Güngör unter dem Titel „Drei, zwei, eins… meins“ (Heinrich-Böll-Stiftung, 13.30 Uhr) der Frage nach, ob der heute wieder erstarkende Nationalismus überhaupt jemals überwunden war. Die Jerusalemer Autorin Mayaan Ben Hagai wendet sich in ihren Romanen, Kurzgeschichten und Jugendbüchern ganz unterschiedlichen Bereichen der israelischen Gesellschaft zu – dem Schicksal jüdischer Einwanderer aus Äthiopien ebenso wie den Geschehnissen in einer verlassenen syrischen Militärbasis in den Golanhöhen. Die Berlinerin Dilek Güngör hat Anfang 2019 ihren zweiten Roman „Ich bin Özlem“ veröffentlicht, in dem sie sich mit Fragen nach Alltagsrassismus, kultureller Zugehörigkeit und Identitätszuschreibungen auseinandersetzt.
 
In der letzten Begegnung des Tages mit dem Titel „Faking Facts“ (Heinrich-Böll-Stiftung, 15.30 Uhr) geht es um die Instrumentalisierung von vermeintlichen Wahrheiten für politische Zwecke. Dabei stellen sich der israelische Krimiautor Dov Alfon und der deutsche Schriftsteller Friedrich Ani die Frage: Wann ist ein Fakt ein Fakt? Und wie machen sich Populistinnen und Populisten die digitale Welt zunutze? Der ehemalige Geheimdienstoffizier Dov Alfon liest aus seinem internationalen Bestseller „Unit 8200“, in dem die Entführung eines jungen Israelis auf dem Pariser Flughafen von den israelischen Behörden genutzt wird, um einen politischen Skandal aus den Medien zu verdrängen. Der Krimiautor Friedrich Ani erzählt in seinem jüngst veröffentlichten Roman „All die unbewohnten Zimmer“ von Todesfällen, die u.a. unmittelbar auf die von populistischen Parolen angeheizten Debatten über Migration verweisen.
 
Die Deutsch-Israelischen Literaturtage werden seit 2005 vom Goethe-Institut und der Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet. Sie fördern den Austausch zwischen beiden Ländern und lassen Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu drängenden Themen der Gegenwart zu Wort kommen.
 
Die Deutsch-Israelischen Literaturtage 2019 sind eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung und des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater Berlin. Medienpartner sind die Berliner Zeitung, rbb Kultur, AVIVA-Berlin und das Spitz Magazine Berlin.

Kontakt

Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
Hannah.Cuvalo@goethe.de
 
Tatjana Kirchner
Kirchner Kommunikation
Tel.: +49 30 847118 012
kirchner@kirchner-pr.de

Top