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Äthiopien
Exkursion und Ausstellung „Harar-Shoa. Eine geografische Leidenschaft“

Teilnehmende der Exkursion durch die Shoa-Region | Foto: Hugues Fontaine
Teilnehmende der Exkursion durch die Shoa-Region | Foto: Hugues Fontaine

Das Bild von Äthiopien in Europa ist maßgeblich geprägt durch geografische Karten, Fotografien oder Texte von europäischen Forschern des 19. Jahrhunderts. Diese Dokumente sind nahezu die einzigen historischen Aufzeichnungen und daher für die äthiopische Geschichtsschreibung extrem wichtig. Tatsache ist jedoch, dass sie aus europäischer Perspektive erstellt wurden. Mit dem Projekt „Harar-Shoa. Eine geografische Leidenschaft“ widmen sich das Goethe-Institut und die Alliance Ethio-Française diesem gemeinsamen europäisch-äthiopischen kulturellen Erbe. Acht äthiopische Künstlerinnen und Wissenschaftler begeben sich ab dem 8. Oktober 2018 auf die Spuren der historischen Forscher und entwickeln eigene Arbeiten, die sie ab dem 25. Oktober 2018 in einer Ausstellung in Addis Abeba den historischen Zeugnissen gegenüberstellen.
 
Addis Abeba
8. Oktober bis 30. November 2018

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unternahmen europäische Forscher, begleitet von lokalen Führern und Übersetzerinnen, geografische und ethnografische Erkundungen am Horn von Afrika. Ihr Ziel war es, Karten für Regionen zu zeichnen, die als unerschlossen galten – vor allem auch in Äthiopien, das sie damals Abessinien nannten und das auf der Berliner Afrika-Konferenz von 1884/85 keiner Kolonialmacht zugeordnet wurde.
 
Die entstandenen Karten, Fotografien, Texte und Zeichnungen prägen das Bild Äthiopiens in Europa bis heute. Neben diesen Dokumenten existieren kaum historische Aufzeichnungen aus dieser Zeit, weswegen sie für die äthiopische Geschichtsschreibung von großer Bedeutung sind. Indes bleibt es eine Deutung aus westlicher und „weißer“ Perspektive.

Geteiltes historisches Erbe

Mit dem Projekt „Harar-Shoa“ ermöglichen das Goethe-Institut und die Alliance Ethio-Franҫaise nun einen neuen Blick auf das gemeinsame europäisch-äthiopische Kulturerbe. Vom 8. bis 12. Oktober 2018 bereist eine Gruppe von acht jungen äthiopischen Künstlerinnen, Fotografen, Historikerinnen, Geologen und Anthropologen nach einer Recherchephase in äthiopischen Archiven die damals erkundeten Gebiete. 

Auf den Spuren von Rimbaud

Die Exkursion der Gruppe folgt hauptsächlich den Spuren von vier Forschern aus Frankreich, Österreich und Deutschland, die im 19. Jahrhundert durch die Shoa-Region reisten. Der prominenteste unter ihnen ist der Schriftsteller Arthur Rimbaud, der Fotografien in Harar aufnahm und Texte über seine Streifzüge durch die Itou Region zwischen Entoto und Harar verfasste. Fotografien sind zudem auch vom französischen Aristokraten Edouard Bidault de Glatigné überliefert, der ein Freund Rimbauds war. Weitere Zeugnisse sind von dem Wiener Professor Philipp Paulitschke und dem deutschen Geografen Dominik von Hardegger erhalten, die zusammen in Harar sowie im damaligen Königreich Shoa forschten.

Äthiopien im Wandel

Aus dem Kontrast von historischen und gegenwärtigen Quellen ergeben sich spannende Fragen zum Verhältnis zwischen Europa und Äthiopien, das sich heute im Zustand des Auf- und Umbaus befindet. Die bei der Exkursion der Forschungsgruppe entstehenden Aufnahmen, Zeichnungen und Erkenntnisse werden anschließend denen aus dem 19. Jahrhundert gegenübergestellt und vom 25. Oktober bis 30. November 2018 in einer Ausstellung im Institute of Ethiopian Studies der Addis Abeba Universität präsentiert. Die kuratorische Leitung des Projekts haben Hugues Fontaine (Frankreich) und Mifta Zeleke (Äthiopien). Projektbegleitend entsteht auch ein Buch, das die Recherchearbeiten und die künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Thema bündelt und im Frühjahr 2019 erscheinen soll.
 
„Harar-Shoa. Eine geographische Leidenschaft“ ist ein Projekt des Goethe-Instituts Addis Abeba in Kooperation mit der Alliance Ethio-Franҫaise. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Deutsch-Französischen Kulturfonds.

Kontakt

Dr. Jessica Kraatz Magri
Bereichsleitung Kommunikation und Pressesprecherin
Goethe-Institut e.V.
Tel.: +49 89 15921 249
jessica.kraatzmagri@goethe.de
 
Dr. Julia Sattler
Institutsleiterin
Goethe-Institut Adis Abeba
Tel.: +251 11 1242345
Julia.Sattler@goethe.de

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