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„Cut it out – Filme gegen Zensur“

Die vietnamesische Filmemacherin Thi Nguyen zeigt Künstlerinnen und Künstler, die sich vor der Kamera ausziehen. Durch das Video solidarisiert sie sich mit einer Künstlerin, die sich in dem Kunstraum „Nha San Studio“ während einer Performance nackt gezeigt hat, woraufhin dieser von der Polizei in Hanoi geschlossen wurde. | Foto: Thi Nguyen
Die vietnamesische Filmemacherin Thi Nguyen zeigt Künstlerinnen und Künstler, die sich vor der Kamera ausziehen. Durch das Video solidarisiert sie sich mit einer Künstlerin, die sich in dem Kunstraum „Nha San Studio“ während einer Performance nackt gezeigt hat, woraufhin dieser von der Polizei in Hanoi geschlossen wurde. | Foto: Thi Nguyen

Gegen Zensur: Vermehrt schränken auch vermeintlich demokratische Staaten Kunst- und Redefreiheit ein. In dem Projekt „Cut it out“ erstellen 25 renommierte Regisseurinnen und Regisseure aus 20 Ländern auf Einladung des Goethe-Instituts kurze Filme, die sich mit der zunehmenden Einschränkung der Meinungsfreiheit beschäftigen und Zeichen der Solidarität setzen. Zu sehen sind die in Kooperation mit dem Fernsehsender Arte entstandenen 45-sekündigen Beiträge auf www.goethe.de/cutitoutshorts und ab Mitte November 2018 auch auf www.arte.de.
 
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Ein Museumsdirektor wird entlassen, weil sein Ansatz nicht den Geboten der nationalistischen Geschichtsschreibung entspricht. Eine liberal eingestellte Universität verliert ohne Angabe von Gründen ihre Lizenz. Eine Filmförderung wird vom Kultusministerium zur namentlichen Nennung von Lektorinnen und Lektoren gezwungen, die politisch missliebige Filme unterstützen wollten. Akte der Zensur, wie man sie von Autokratien und Diktaturen kennt.
 
In Zeiten wachsender populistischer und nationalistischer Tendenzen wird die Meinungs- und Kunstfreiheit jedoch zunehmend auch in solchen Staaten eingeschränkt, die sich bislang als demokratisch bezeichnen. Unter dem Vorwand, die nationale Sicherheit oder die öffentliche Ordnung zu verteidigen, werden vielerorts unerwünschte Meinungen oder Kritik am Staat unter Beschuss genommen.

45 Sekunden Solidarität

Für das Projekt „Cut it out“ hat das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem Kultursender Arte rund 25 Regisseurinnen und Regisseure aus 20 Ländern (Angola, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, China, Deutschland, Georgien, Großbritannien, Indonesien, Israel, Österreich, den Philippinen, Polen, Rumänien, Russland, Thailand, der Tschechischen Republik, Türkei, Ungarn, den USA und Vietnam) eingeladen, 45-sekündige Filme gegen Zensur zu drehen. Jeder Beitrag setzt ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in all jenen Ländern, die unter der Einschränkung von Meinungsfreiheit leiden.
 
Beteiligt sind unter anderen die deutschen Filmemacherinnen und Filmemacher Aysun Bademsoy, Didi Danquart und Mischa Leinkauf, die sich insbesondere mit gesellschaftskritischen dokumentarischen Arbeiten einen Namen gemacht haben, der georgische Regisseur Temur Butikashvili, seit seiner Teilnahme am Kurzfilmwettbewerb der Berlinale in Deutschland nicht unbekannt, die israelische Dokumentarfilmerin Anat Even, die sich mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt beschäftigt, oder die vietnamesische Regisseurin Thi Nguyen („Love Man Love Woman“), die sich der traumatischen Geschichte ihrer Heimat widmet.

Engagement statt Rückzug

Die Beiträge zu dem Projekt „Cut it out“ sind so vielfältig wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst. So thematisiert die Brasilianerin Ana Luiza Azevedo die Ermordung von Marielle Franco, einer jungen schwarzen, lesbischen Politikerin. In ihrem Film wird die schwarze Poetry-Slammerin Cristal Rocha zur Anklägerin dieses - noch immer ungeklärten - Verbrechens. Der russische Künstler Nikolai Nasedkin richtet den Blick in seinem Beitrag zurück in die Zeit des Stalinismus und seine bis heute zu wenig gewürdigten Opfer. Nasedkin ist überzeugt: „Solange wir uns nicht mit dem Schrecken des Stalinismus auseinandersetzen, werden wir nicht frei sein.“ Die israelische Regisseurin Anat Even setzt auf subtile Ästhetik, wenn sie in ihrem Film eine Jalousie zeigt, die allmählich einen Raum verdunkelt und damit den Rückzug der Bürger und Bürgerinnen in ihre eigenen vier Wände anklagt. In dem Kurzfilm von Thi Nguyen solidarisiert sich die Regisseurin mit Künstlerinnen und Künstlern, deren Kunstraum geschlossen wurde, nachdem sich eine Performance-Künstlerin dort nackt gezeigt hatte.
 
Eine Präsentation der ersten 14 Beiträge fand in Anwesenheit von Maike Mia Höhne, Leiterin der Sektion Berlinale Shorts, im Oktober 2018 in Tel Aviv statt. Online werden die Filme gegen Zensur auf www.goethe.de/cutitoutshorts präsentiert, zudem läuft eine groß angelegte Kampagne über die sozialen Medien des Goethe-Instituts und der Berlinale. Ab Mitte November 2018 werden die Filme darüber hinaus auf der Website von Arte zu sehen sein. Im nächsten Jahr wird das Projekt dann im Rahmen der Berlinale Shorts 2019 vorgestellt.
 
„Cut it out‟ ist ein Projekt des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender Arte.

Kontakt

Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906-471
hannah.cuvalo@goethe.de
 
Dr. Wolf Iro
Institutsleiter
Goethe-Institut Israel
Tel.: 972-3-6060500
Wolf.Iro@goethe.de

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