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Großbritannien, Griechenland, Mazedonien und Dänemark
Projekt „Freiraum“

Szene aus dem Dokumentarfilm „Nomadic Identities – Wandering in the Freedom within itself “, mit der Künstlerin Nada Prlja, der am 7. Dezember 2018 auf dem CRIC-Festival zu sehen ist. | Foto: Kontrapunkt
Szene aus dem Dokumentarfilm „Nomadic Identities – Wandering in the Freedom within itself “, mit der Künstlerin Nada Prlja, der am 7. Dezember 2018 auf dem CRIC-Festival zu sehen ist. | Foto: Kontrapunkt

Zusammen denken: Auf Initiative des Goethe-Instituts widmen sich in dem Projekt „Freiraum“ jeweils zwei Städte im Tandem der Frage, was Freiheit im heutigen Europa bedeutet. Gemeinsam mit lokalen Partnern entwickeln sie künstlerische und diskursive Formate an rund 40 Orten in Europa. In Skopje werden am 7. Dezember 2018 Videoarbeiten zum Thema „Recht auf Stadt“ gezeigt, die im Austausch mit der Partnerstadt Kopenhagen entstanden sind. Im nordenglischen Carlisle - Partner von Thessaloniki - lädt am 9. Dezember 2018 ein „Speak Easy Afternoon“ an der University of Cumbria zu einer offenen Diskussion über das Thema Isolation ein.

Carlisle, Thessaloniki, Skopje, Kopenhagen
7. und 9. Dezember 2018

Europa ist im Begriff, sich zu ändern. Populistische und nationalistische Parteien erleben in vielen Ländern Zuspruch, in manchen übernehmen sie sogar Regierungsverantwortung. Skepsis gegenüber der Europäischen Union, wie sie sich zum Beispiel im Brexit artikuliert, ist nicht auf Großbritannien beschränkt, und der Integrationsprozess verläuft mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
 
Welchen Stellenwert hat Freiheit im heutigen Europa? In rund 40 europäischen Städten widmen sich die Goethe-Institute und ihre Partner aus Kultur und Zivilgesellschaft mit dem Projekt „Freiraum“ dieser Frage. Jeweils zwei europäische Städte entwickeln im Tandem eigene Formate: Akteure aus Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft forschen zu Stadtplanung, Demokratie, Diversität oder Rede- und Meinungsfreiheit. In etwa 20 Städten wurden bereits Veranstaltungen im Rahmen von „Freiraum“ durchgeführt, die in künstlerischen Beiträgen unterschiedliche Facetten des Freiheitsbegriffs in den Blick genommen haben. Im Dezember 2018 sind nun die Tandems Carlisle und Thessaloniki sowie Skopje und Kopenhagen an der Reihe.

Urbaner Raum und innere Freiheit

Der Austausch von Skopje und Kopenhagen legt den Fokus auf urbane Spannungsfelder. Dabei sind zwei Filme entstanden, die erstmals am 7. Dezember in Skopje im Rahmen des „CRIC - Festival for Critical Thinking“ gezeigt werden. Die Videoarbeit „Changing Ideals, Renegotiating Space“, die aus der Kooperation zwischen dem dänisch-mazedonischen Architekten Daniel Serafimovski und dem Kopenhagener Architekturfestival hervorging, taucht in Skopjes Vergangenheit und Gegenwart ein. Dabei geht es um die Fragen, wie der öffentliche Raum gestaltet wird, wie man mit kulturellem Erbe umgeht und wie sich Nationalismus in Architektur niederschlagen kann.
 
Außerdem wird der Film „Nomadic Identities – Wandering in the Freedom within itself“, der in Kopenhagen gedreht wurde, beim CRIC-Festival präsentiert. Unterstützt von der Organisation Kontrapunkt, die an der Schnittstelle von Kunst, Philosophie und Aktivismus arbeitet, lässt die Dokumentation fünf mazedonische Protagonisten zu Wort kommen, deren Lebenswege sie nach Kopenhagen geführt haben. Der Freiheitsbegriff wird mit Fragen nach Flucht und Migration, neuer Mobilität und modernem Nomadentum beleuchtet. Nach der Präsentation in Skopje werden die Filme in Kopenhagen vom 4. bis 14. April 2019 auf dem Copenhagen Architecture Festival gezeigt. 
 
Eröffnet wird die „Freiraum“-Vorführung in Skopje von einer Keynote von Johannes Ebert, dem Generalsekretär des Goethe-Instituts. Im Anschluss findet eine Diskussion mit der Urbanismus-Forscherin Signe Sophie Bøggild und Elena Veljanovska von Kontrapunkt statt. Darin geht es um Diversität und die Möglichkeiten freier Entfaltung im städtischen Raum.

Wortbrücken zwischen den Städten 

Die Ergebnisse der gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen dem Städte-Tandem Carlisle und Thessaloniki werden zwei Tage später in den jeweiligen Städten präsentiert. In Carlisle findet am 9. Dezember nach der Eröffnung durch den Generalsekretär Johannes Ebert ein „Speak Easy Afternoon“ in der University of Cumbria statt – eine Art Open Stage, bei der Performerinnen, Poeten, Musikerinnen, Fotografen und Bürgerinnen und Bürger aus Carlisle und aus Thessaloniki kurze Beiträge auf einer Lesebühne präsentieren. Ihre Texte beschäftigen sich mit dem Thema der Isolation: Was bedeutet es, isoliert zu sein, und wie lässt sich Isolation überwinden? Gerade vor dem Hintergrund der Brexit-Verhandlungen hat diese Thematik auch einen aktuellen gesellschaftspolitischen Bezug. Während des „Speak Easy Afternoon“ in Carlisle findet eine Live-Schaltung zu einem ähnlichen Speak-Easy-Format in Thessaloniki statt. Entstanden ist die Idee der Lesebühne zusammen mit dem griechischen Kunstmanagement-Büro ArtBOX und mit der gemeinnützigen Organisation Awaz Cumbria.
 
Neben der Lesebühne entsteht im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Carlisle und Thessaloniki eine Ausstellung mit Arbeiten der Künstler Thomas Koch und Evi Karathanasopoulou, die sich in ihren Installationen mit dem Widerstreit zwischen Isolation und Freiheit auseinandersetzen. Die Ausstellung wird zu Beginn des Jahres in Carlisle zu sehen sein.

Staffelübergabe in Berlin

Vom 12. bis 14. März 2019 kommt das Projekt „Freiraum“ nach Berlin. Gemeinsam mit dem ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik und der Stiftung Mercator präsentieren ausgewählte „Freiraum“-Tandem-Städte die Ergebnisse ihres Austauschs. Die Berliner Veranstaltung bildet gleichzeitig auch den Auftakt zur zweiten Phase des Projekts: Bis Ende 2020 will die Initiative „Freiraum: Staffelübergabe“ das europaweite Netzwerk so stärken, dass es sich von selbst trägt. Die Partner sollen darin unterstützt werden, unabhängig vom Goethe-Institut Projekte international zu konzipieren und umzusetzen.
 
„Freiraum“ ist ein Projekt der Goethe-Institute in Europa in Zusammenarbeit mit 53 Akteuren aus Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Rund 40 europäische Städte gehen bis März 2019 der Frage nach: Was ist Freiheit heute in Europa? Wo ist sie in Gefahr? Wie stärken wir sie?

Kontakt

Dr. Jessica Kraatz Magri
Bereichsleitung Kommunikation und Pressesprecherin
Goethe-Institut e.V.
Tel.: +49 89 15921 249
jessica.kraatzmagri@goethe.de

Cristina Nord
Leiterin Kulturprogramm Südwesteuropa, Projektleiterin „Freiraum“
Goethe-Institut Brüssel
Tel.: +32 2 2352638
Cristina.Nord@goethe.de

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