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Ecologues und Take Me To The River

Der Seouler Gangdong-Bezirk. Hier findet man Apartmentsiedlungen und Beete in friedlicher Koexistenz. | Foto: Lee Geun-Young
Der Seouler Gangdong-Bezirk. Hier findet man Apartmentsiedlungen und Beete in friedlicher Koexistenz. | Foto: Lee Geun-Young

Weltweit setzen sich Künstler*innen und Kulturakteur*innen mit Fragen des Klimawandels auseinander. Mit dem neuen Webdossier „Ecologues“ befördert das Goethe-Institut den internationalen Austausch über Fragen der Ökologie, Nachhaltigkeit und welche Rolle Kunst und Kultur in der Klimadiskussion spielen. In Kooperation mit dem Prince Claus Fund entsteht zudem eine multimediale Online-Präsentation unter dem Titel „Take Me to the River“, die künstlerische Arbeiten präsentiert, die dank eines gemeinsamen Förderprogramms realisiert werden konnten. Einige der künstlerischen Positionen werden bereits am 5. November auf der NECE Konferenz der Bundeszentrale für politische Bildung vorgestellt.
 
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Die Bewegung „Fridays For Future" und andere zivilgesellschaftliche Akteur*innen und Aktivist*innen haben Fragen von Umweltschutz und Nachhaltigkeit zuletzt eine breite Aufmerksamkeit verschafft. Wie wird die Welt in 50 Jahren aussehen? Nach derzeitigem Stand dürfte das im Pariser Klimaabkommen verankerte Ziel, die Erwärmung der Erde auf 1,5 Grad zu begrenzen, verfehlt werden. Neben den verheerenden Konsequenzen für Pflanzen- und Tierwelt erwachsen daraus auch große Gefahren für die Menschen. Viele könnten gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen.

Das Zeitalter des Menschen überleben

Weltweit setzen sich Künstler*innen, Kulturakteur*innen und kulturelle Initiativen mit den Auswirkungen des Klimawandels auseinander und beziehen dafür aktiv ihre lokalen Gemeinden ein. Um die Rolle zu betonen, die Kunst und Kultur in der Diskussion um Ökologie und Nachhaltigkeit zukommt, veröffentlicht das Goethe-Institut nun das Webdossier „Ecologues“. Der Titel setzt sich aus „Ecology“ und „Dialogues“ zusammen. In Essays und Multimedia-Reportagen von internationalen Expert*innen, Künstler*innen und Kulturschaffenden werden Debatten über die globalen Herausforderungen durch den Klimawandel angestoßen – unter dem Motto „Wie wir das Zeitalter des Menschen überleben“. Der erste Themenschwerpunkt ist „Städteboom“, zu dem Beiträge der Goethe-Institute weltweit die Frage aufgreifen, wie Städte nachhaltiger wachsen können.
 
Das Online-Magazin verhandelt auch Themen des grenzüberschreitenden Residenz-Programms „The Right To Be Cold“. Es wurde vom Goethe-Institut Norwegen unter Beratung von Tero Mustonen (Snowchange) und Elin Már Øyen Vister (Røst AiR) sowie mit zahlreichen Projektpartnern entwickelt. Personen verschiedenster Disziplinen aus Kanada, Norwegen, Schweden, Finnland und Russland setzen sich während Residenzaufenthalten, die für den Sommer 2021 geplant sind, mit den Auswirkungen der Erderwärmung auf die indigenen Bevölkerungen auseinander, die in arktischen Regionen leben.
 
Zum Start des Dossiers erscheinen zu „The Right To Be Cold“ vier Essays von Mitgliedern eines externen Redaktionsboards aus regionalen Expert*innen. So schreibt unter anderem Susanne Hætta aus Norwegen über das Grundverständnis der Sámi, der indigenen Bevölkerung Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands, nicht mehr zu ernten als das, was man für sich und seine Nächsten benötigt. Pirita Näkkäläjärvi aus Finnland zeigt anhand eines Tagebucheintrags, der sukzessive auf der Seite veröffentlicht wird, wie sehr die Sámi vom sogenannten „Grünen Kolonialismus“ bedroht werden und wie sie zwischen ihrer Position als Sámi-Politikerin und Mitarbeiterin in einem Energieunternehmen hadert. Wjatscheslaw Schadrin erzählt zudem über die Herausforderungen des Klimawandels für die Menschen im russischen Jakutien.

Menschenrechte für einen Fluss

In Kooperation mit dem niederländischen Prince Claus Fund präsentiert das Goethe-Institut zudem die multimediale Online-Ausstellung „Take Me to the River“, die am 3. Dezember 2020 online geht. Die von Maya El Khalil kuratierte Ausstellung zeigt Arbeiten von Kulturschaffenden weltweit, die kreative Räume eröffnen, für die Veränderungen unserer Umwelt zu sensibilisieren und mögliche Lösungsansätze im Kampf gegen die Klimakrise zu entwickeln.
 
Im Zentrum des Projekts „Shunyo Raja. Kings of a Bereft Land“ steht beispielsweise das Ganges-Delta. Derzeit sind drei Viertel dieses größten Flussdeltas der Welt aufgrund des Klimawandels gefährdet. Der Fotograf Arko Datto dokumentierte die Bewohner*innen dieser sich ständig verändernden Umwelt. Das Projekt „From the River“ der Initiative „Residencias Walden“ lud hingegen sechs kolumbianische Filmemacher*innen zur Reflexion über den Fluss Río Atrato ein, dem 2017 vom Verfassungsgericht des Landes offiziell Menschen- und damit Existenzrechte zugesprochen wurden.

Lektionen für die Zeit nach der Pandemie

Einige der künstlerischen Positionen der Ausstellung werden erstmals auf der diesjährigen digitalen NECE Konferenz der Bundeszentrale für politische Bildung vom 5. bis 7. November vorgestellt. Auf dem Eröffnungspanel diskutieren die Kuratorin Maya El Khalil, die Direktorin des Prince Claus Fund for Culture and Development Joumana El Zein Khoury, der Generalsekretär des Goethe-Instituts Johannes Ebert, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung Thomas Krüger und der Leiter der Kulturabteilung des Auswärtigen Amts Andreas Görgen über die Rolle von Kunst, Kultur und kultureller Bildung in der Klimadiskussion („Learning the lessons. Citizenship education, arts and culture for a sustainable world“, 5. November, 16 Uhr).

Kontakt

Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 481
hannah.cuvalo@goethe.de
 
Sima Reinisch
Referentin Abteilung Kultur
Goethe-Institut Zentrale
Tel.: +49 89 15921 226
Sima.Reinisch@goethe.de

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