Deutsche Sprache und Kunst Lost in Translation – das Unübersetzbare durch die visuelle Sprache übersetzt

Yoana Ivanova
Yoana Ivanova

Im Mai-Juni hat das Goethe-Institut einen Plakatwettbewerb organisiert. Gesucht waren kreative Darstellungen von deutschen Wörtern, die schwer oder kaum zu übersetzen sind sind. 

„Lost in Translation“ („In der Übersetzung verloren“) ist nicht nur der Titel des bekannten Films von Sofia Coppola aus dem Jahr 2003, sondern ist inzwischen auch eine idiomatische Wendung, die die Fehlkommunikation und Unfähigkeit der Menschen, sich untereinander zu verstehen, bezeichnet. „In der Übersetzung verloren“ bezieht sich nicht nur auf die Sprache selbst, sondern auch auf die kulturellen Differenzen, die besonders in den  unübersetzbaren Wörtern zum Ausdruck kommen.

Die Mission des Goethe-Instituts ist es, am interkulturellen Dialog zu arbeiten. Gerade die Schwierigkeiten im Kontakt mit der deutschen Sprache und der Kultur sind eine Quelle der Freude an der Auseinandersetzung. Diese wollen wir immer wieder identifizieren und laden ein, Brücken zu ihrer Überwindung zu bauen. Anlässlich der neuen Liegenschaft der Sprachabteilung des Instituts und im Rahmen der ersten Ausgabe der „Wochen der deutschen Sprache“ hat das Goethe-Institut einen Plakatwettbewerb organisiert. Gesucht waren kreative Darstellungen von deutschen Wörtern, die nicht nur schwer oder kaum zu übersetzen sind, sondern auch „typisch deutsch“ sind. 

Zusammen mit unseren Kursteilnehmer_innen haben wir eine Liste von Wörtern erstellt, die besonders merkwürdig, manchmal sogar witzig oder komplett unverständlich erscheinen. Das konnten zusammengesetzte Wörter sein, deren wortwörtliche Übertragung mit der eigentlichen Bedeutung nicht viel zu tun hat. „Ohrwurm“ zum Beispiel bezeichnet nicht einen Wurm im Ohr und bei der „Schnapsidee“ geht es nicht unbedingt um Alkohol.

Die unübersetzbaren Wörter können auch ein Denken, ein Empfinden oder eine Weltanschauung darstellen, die typisch für die Deutschen und die deutsche Kultur ist. Gibt es eine andere Sprache, in der es ein Wort dafür gibt, wenn sich jemand sich für das peinliche Handeln von anderen Menschen schämt? Oder in welcher Sprache gibt es ebenfalls ein Wort für den existenziellen Schmerz  über den Zustand der Welt im Allgemeinen? Und wie schön ist es, dass es neben der Einsamkeit auch die Zweisamkeit gibt?

Wir haben über 80 Plakatvorschläge von jungen Künstler_innen und Designer_innen bekommen. Die Jury, die aus Anna Simeonoff (plakatkombinat.com), Enzio Wetzel (Leiter des Goethe-Instituts Bulgarien) und Sabine Brachmann-Bosse (Leiterin der Sprachabteilung des Goethe-Instituts Bulgarien) bestand, sollte anfangs nur 12 Plakatvorschläge auswählen, die dann ausgedruckt und in Rahmen einer Ausstellung im neuen Sprachzentrum in Benkovski Str. 11 ausgestellt werden. Die Ausstellung wurde während des Sommerfests des Goethe-Instituts am 15. Juni eröffnet und kann bis Herbst 2017 besucht werden.

Den großen Preis des Wettbewerbs (eine dreitägige Reise nach Berlin und einen Besuch in einem Design-Studio) hat Diana Docheva mit ihrem Plakat gewonnen, mit dem sie das Wort „Lampenfieber“ visuell interpretiert.

Die Vielzahl an guten Vorschlägen hat die Auswahl der Jury erschwert und letztendlich haben die Mitglieder entschieden, dass sie nicht nur 12 auswählen könnten. Deshalb haben sie eine zweite Auswahl von weiteren 12 Plakatvorschlägen gemacht, die nun auch ausgedruckt und im Rahmen einer neuen Ausstellung gezeigt werden. Sie kann ab Ende 2017 im Sprachzentrum in Benkovski Str. 11 besucht werden.

Nächstes Jahr werden die Ausstellungen in andere Städten in Bulgarien reisen.

Jetzt haben Sie die Möglichkeit sich die besten 24 Plakatvorschläge, die visuell unübersetzbare deutsche Wörter und Ausdrücke darstellen, anzuschauen.

Adelina Boneva, Vasilena Chetiliazova, Elvira Ivanova und Sibila Kerelezova, Elitsa Dimitrova, Ivan Kashlakov, Yoana Ivanova, Martin Evlogiev, Milena Valnarova, Nicole Decheva, Nikolay Shushulov, Petya Zapryanova, Vasilena Chetiliazova, Georgi Pavlov, Ivaylo Popov, Ina Ivanova, Yoana Ivanova, Maria Cheshmedzhieva.
 

  • Diana Docheva Diana Docheva
  • Elvira Ivanova und Sibila Kerelezova Elvira Ivanova und Sibila Kerelezova
  • Ioana Ivanova Ioana Ivanova
  • Vasilena Chetolyazova Vasilena Chetolyazova
  • Adelina Boneva Adelina Boneva
  • Milena Valnarova Milena Valnarova
  • Martin Evlogiev Martin Evlogiev
  • Nicole Decheva Nicole Decheva
  • Ivan Kashlakov Ivan Kashlakov
  • Elitsa Dimitrova Elitsa Dimitrova
  • NIkolay Shushulov NIkolay Shushulov
  • Petya Zapryanova Petya Zapryanova
  • Ioana Ivanova Ioana Ivanova
  • Diana Docheva Diana Docheva
  • Vasilena Chetilyazova Vasilena Chetilyazova
  • Adelina Boneva Adelina Boneva
  • Milena Valnarova Milena Valnarova
  • Milena Valnarova Milena Valnarova
  • Ivailo Popov Ivailo Popov
  • Maria Cheshmedzhieva Maria Cheshmedzhieva
  • Nicole Decheva Nicole Decheva
  • Georgi Pavlov Georgi Pavlov
  • Petya Zapryanova Petya Zapryanova
  • Iva Ivanova Iva Ivanova